Raclette-Grill Kaufberatung
Raclette-Grills Vergleich 2026 – welches Gerät passt an deinen Tisch?
Ein Raclette-Abend steht und fällt mit dem Gerät. Schmilzt der Käse ungleichmäßig, bleibt das Grillgut blass oder kommen die Gäste an der Tischkante nicht an ihre Pfännchen, wird aus dem geselligen Essen schnell Gewusel. Wir haben den Markt der Raclette-Grills verglichen: Ausstattung, Grillflächen, Handhabung am Tisch sowie Preis- und Verfügbarkeitsdaten aus unserem Preisvergleich. Aus dem aktuellen Angebot empfehlen wir zehn Geräte, sortiert danach, ob sie sich auf Raclette und Grillen beschränken oder am Tisch mehr leisten.

Vergleichstabelle
Die besten klassischen Raclette-Grills
Diese Geräte beschränken sich auf die Kerndisziplin: Käse überbacken und auf der Platte grillen. Wendeplatten für Crêpes zählen wir noch dazu. Für die meisten Haushalte ist das genau das, was gebraucht wird. Unsere Empfehlungen sind der flexibel koppelbare Rommelsbacher RC 1600, der wertig verarbeitete WMF Lono und der Severin Sevento RG 2379 mit eingebautem Rauchabzug.
Rommelsbacher RC 1600 Fun for 4+4 – Die flexibelste Wahl am Tisch
Der Rommelsbacher RC 1600 ist kein einzelner Grill, sondern ein Set aus zwei koppelbaren Einheiten. Das klingt nach Spielerei, löst aber genau das Problem, das jeder Raclette-Abend hat: Zu zweit stellst du nur ein Modul auf den Tisch, bei Besuch schiebst du beide zum Rechteck zusammen, und an der langen Tafel stehen sie hintereinander. Wer regelmäßig große Runden bewirtet, hängt ein drittes Modul an und kommt auf zwölf Plätze. Die Grillfläche ist glatt statt geriffelt, bräunt Fleisch und Gemüse aber zuverlässig, und der Käse in den Pfännchen schmilzt zügig. Praktisch ist das Parkdeck eine Etage tiefer: Dort stellst du heiße Pfännchen ab, statt sie aufs Tischtuch zu setzen. Einschränkungen gibt es beim Spülen: Kein Teil darf in die Spülmaschine, du spülst also von Hand. Und das Baukasten-Prinzip mit mehreren Kabeln ist Geschmackssache. Wer Flexibilität über alles stellt, findet hier die durchdachteste Lösung.
WMF Lono Raclette Grill – Der solide Allrounder
Der WMF Lono ist der Grill für alle, die es unkompliziert und wertig mögen. Verarbeitung und Zubehör gehören zum Besten in dieser Auswahl, ein Rezeptheft mit Bildern liegt bei, und die Aluminium-Gussplatte lässt sich wenden: geriffelte Seite fürs Grillmuster, Rückseite mit Mulden für Crêpes und Pfannkuchen. Im Alltag punktet er mit Details. Die Pfannenstiele sind lang, deine Finger bleiben also weit weg von Fettspritzern und Hitze. Die Extra-Etage nimmt benutzte Pfännchen auf, damit sie nicht auf dem Teller landen. Ehrlich gesagt braucht der Lono aber Anlaufzeit: Bis der Käse blubbert und das Grillgut Farbe annimmt, vergeht mehr Zeit als bei den flotteren Geräten. Der zweite Haken ist der Aufbau. Eingeschoben wird nur von den Längsseiten, Gäste an den Kurzseiten kommen also schlechter an ihre Pfännchen. Dafür sind Pfännchen und Schaber spülmaschinenfest.
Severin Sevento RG 2379 – Weniger Grillmief in der Wohnung
Raclette riecht. Am nächsten Morgen hängt der Duft noch in den Vorhängen, und genau da setzt der Severin Sevento RG 2379 an. Mittig in der Platte sitzt ein Downdraft-Lüfter, der den Rauch nach unten zieht und durch einen Aktivkohlefilter schickt. Das funktioniert: Der typische Grillmief fällt spürbar geringer aus. Ganz verschwindet er nicht, und auf höchster Stufe brummt der Lüfter deutlich hörbar. Bedient wird über ein Touchfeld mit drei Temperaturstufen, was mit fettigen Fingern gelegentlich hakelt. Die keramikbeschichtete Platte lässt kaum etwas anbrennen, und Pfännchen, Schaber und Platte dürfen anschließend in die Spülmaschine. Einkalkulieren musst du dafür Abstriche beim Grillen: Auf der glatten Platte findet Grillgut wenig Halt und bräunt ungleichmäßig, und die Pfännchen fallen klein aus: Real reicht das Gerät für rund vier Esser statt der angegebenen acht. Für die kleine Runde in einer Wohnung ohne Dunstabzug ist es die interessante Sonderlösung.
Die besten Multifunktions-Raclette-Grills
Wenn das Gerät ohnehin nur ein paar Mal im Jahr aus dem Schrank kommt, darf es gern mehr können als Käse überbacken. Diese zwei Modelle haben eine zweite Heizebene unter den Pfännchen und heizen die Pfännchen damit von unten mit, statt sie nur von oben zu überbacken. Empfohlen sind der Solis Table-Grill 5 in 1, der zusätzlich Wok-Pfännchen mitbringt, und der Steba RC 6 Bake & Grill.
Solis Table-Grill 5 in 1 – Fünf Geräte in einem
Wenn ein Gerät alles können soll, ist der Solis Table-Grill 5 in 1 die Antwort. Neben Raclette und Grill gibt es Wok-Pfännchen zum Braten und Schmoren, eine zuschaltbare Unterhitze backt Mini-Pizzen auch von unten durch, und die Grillplatte lässt sich zur Pfannkuchen-Station mit acht Mulden wenden. Am stärksten ist er aber in der Kerndisziplin: Der Käse schmilzt zügig, und der Pfänncheninhalt wird sogar von unten kross. Das schmeckt man. Die mitgelieferte Unterlegplatte gibt dem Grill sicheren Stand und dient gleichzeitig als Ablage für heiße Pfännchen. Praktisch ist auch das lange Stromkabel. Perfekt ist er nicht: Auf der Grillplatte braucht das Grillgut länger als bei der Konkurrenz, und die Pfännchengriffe hängen durch und verbiegen sich leichter, als man bei diesem Anspruch erwartet. Außerdem brauchst du reichlich Platz, auf dem Tisch und im Schrank.
Steba RC 6 Bake & Grill – Mini-Pizza mit krossem Boden
Wer schon einmal versucht hat, Pizzateig im Raclette-Pfännchen zu backen, kennt das Problem: Oben ist der Käse längst braun, unten bleibt der Teig blass und weich. Der Steba RC 6 Bake & Grill löst das mit einer zuschaltbaren Unterhitze. Die Pfännchen werden also von beiden Seiten beheizt, und der Boden wird tatsächlich kross. Ein Teig-Ausstecher liegt bei, damit die Fladen auf Anhieb ins Pfännchen passen. Davon abgesehen ist es ein vollwertiger Raclette-Grill: Die wendbare Grillplatte bietet eine geriffelte Seite fürs Grillmuster und eine glatte für Pfannkuchen, das Parkdeck eine Etage tiefer nimmt ungenutzte Pfännchen auf, und die Verarbeitung macht einen robusten Eindruck. Ober- und Unterhitze lassen sich getrennt schalten, du bestimmst also selbst, ob nur überbacken oder auch gebacken wird. Der Schwachpunkt liegt in der Hitzeverteilung, die gleichmäßiger sein könnte: Nicht jede Stelle der Platte bringt dieselbe Leistung. Familien mit Kindern, bei denen der Pizza-Abend ohnehin gesetzt ist, greifen am besten hier zu.
Darauf musst du beim Kauf achten
Raclette-Grills sehen sich auf dem Produktfoto alle ähnlich: ein flacher Kasten, darunter eine Reihe Pfännchen. Die Unterschiede zeigen sich erst am Tisch, wenn eine ganze Runde gleichzeitig essen will. Die folgenden Punkte entscheiden darüber, ob das Gerät den Abend trägt oder ob du zwischen Küche und Tisch pendelst.
Wie viele Pfännchen brauchst du?
Die Pfännchenzahl ist die erste und wichtigste Entscheidung, weil sie sich später nicht mehr ändern lässt. Der Standard sind acht Pfännchen, es gibt aber auch Geräte für zwei, vier oder zehn Personen. Die Personenangabe des Herstellers ist nichts anderes als die Pfännchenzahl, und die ist optimistisch gerechnet. Weil ein einzelnes Pfännchen kaum satt macht, kalkulierst du realistisch mit zwei Pfännchen pro Gast: Während eines unter der Heizspirale steht, füllst du das nächste. Ein Achter-Gerät trägt damit eher vier bis fünf Esser. Nur wenn ihr überwiegend auf der Platte grillt und viele Beilagen auftischt, reicht ein Pfännchen pro Person.
Für Paare oder kleine Haushalte lohnt der Blick auf die kompakten Modelle. Sie brauchen weniger Platz auf dem Tisch, heizen schneller auf und lassen sich leichter verstauen. Wer dagegen regelmäßig Gäste hat, sollte über den Standard hinausdenken: Einige Hersteller bieten koppelbare Einheiten an, die sich zu einem größeren Gerät zusammenschieben lassen. So deckst du beide Fälle mit einem Kauf ab.

Grillplatte, Naturstein oder beides?
Über der Heizspirale liegt die Grillfläche, und ihr Material bestimmt, wie du oben kochst. Die drei Varianten unterscheiden sich deutlich:
Aluminium- oder Gussplatten sind antihaftbeschichtet und meist geriffelt. Sie werden schnell heiß, liefern die typischen Grillstreifen und lassen sich einfach abwischen. Für Fleisch, Fisch und Gemüse ist das die unkomplizierte Wahl. Viele Platten sind Wendeplatten: Eine Seite geriffelt, die andere glatt oder mit Mulden für Crêpes und Pfannkuchen.
Naturstein arbeitet anders. Der Stein speichert Wärme lange und gart schonender, weshalb Fleisch darauf zarter wird. Dafür braucht er Geduld beim Vorheizen: Wo eine Metallplatte nach etwa zehn Minuten bereit ist, vergehen beim Stein leicht vierzig Minuten. Und weil Naturstein keine Antihaftschicht hat, klebt Grillgut gern an. Ein Trick der Hersteller: etwas Salz auf den Stein streuen, dann löst sich das Fleisch besser.
Geteilte Flächen sind der Kompromiss und inzwischen weit verbreitet. Auf der einen Hälfte liegt Metall, auf der anderen Stein, sodass beide Garweisen gleichzeitig zur Verfügung stehen. Wenn du dich nicht entscheiden willst, brauchst du das hier auch nicht.

Einschubhöhe: der unterschätzte Wert
Kaum ein Datenblatt nennt sie, im Alltag merkst du sie sofort: Der Abstand zwischen Pfännchen und Heizspirale entscheidet, wie voll du füllen darfst. Ist er knapp, stößt eine großzügig belegte Kartoffel oben an und der Käse verbrennt an der Spitze, während er unten noch fest ist. Bei den großzügigen Geräten liegen rund 6 cm zwischen Pfännchen und Spirale, bei den engen nicht einmal 4 cm. Wer gern experimentiert und die Pfännchen richtig belädt, sollte hier genau hinschauen.
Hitze steuern: Regler und Leistung
Günstige Einsteigergeräte haben nur einen Ein-Aus-Schalter, es gibt also volle Leistung oder nichts. Das reicht zum Überbacken, wird beim Grillen aber ungemütlich, weil du die Hitze nicht zurücknehmen kannst, wenn das Fleisch zu schnell dunkel wird. Ein stufenloser Drehregler kostet kaum Aufpreis und macht im Betrieb den größten Unterschied. Er erlaubt scharfes Anbraten am Anfang und sanftes Warmhalten, wenn alle satt am Tisch sitzen und nur noch nachlegen.
Die meisten Achter-Geräte liegen zwischen 1.100 und 1.900 Watt. Mehr Leistung heißt vor allem: schneller einsatzbereit und stabiler in der Temperatur, wenn acht kalte Pfännchen gleichzeitig eingeschoben werden. Genau da brechen schwache Geräte ein, und das Überbacken zieht sich.
Eine Zahl solltest du allerdings richtig lesen. Bei koppelbaren Sets bezieht sich die Wattangabe manchmal auf beide Einheiten zusammen, pro Modul steht dann nur die Hälfte zur Verfügung. Das ist kein Nachteil, weil auch jede Einheit nur die halbe Fläche beheizt. Wer die Angabe aber direkt mit einem großen Einzelgerät vergleicht, zieht den falschen Schluss.
Parkdeck, Schaber und Kabel
Diese drei Kleinigkeiten gehen im Prospekt unter und prägen den Abend trotzdem.
Das Parkdeck ist eine zusätzliche Etage unter dem Einschub. Dort stellst du heiße Pfännchen ab, während du dein Essen isst. Ohne diese Ablage landen sie auf dem Teller oder direkt auf dem Tischtuch, und das ärgert spätestens beim Abräumen.
Schaber aus Holz oder Kunststoff schieben den Pfänncheninhalt auf den Teller. Sie klingen selbstverständlich, fehlen aber bei überraschend vielen Geräten im Lieferumfang. Prüfe das vor dem Kauf, denn Metallbesteck ruiniert die Antihaftschicht.
Beim Kabel lohnt ein Blick auf die Länge. Manche Geräte kommen mit knapp 60 cm, was oft nicht einmal bis zur Tischkante reicht. Andere bringen fast zwei Meter mit. Ein zu kurzes Kabel bedeutet Verlängerung quer durchs Zimmer, und die ist bei einem Gerät voller heißer Pfännchen keine gute Idee.
Reinigung: Spülmaschine oder Handarbeit?
Nach dem Essen kommt der unbeliebte Teil. Wie aufwendig er wird, hängt davon ab, was in die Maschine darf. Bei vielen Geräten sind Pfännchen und Schaber spülmaschinenfest, die Grillplatte dagegen nicht immer. Einzelne Modelle verbieten die Maschine komplett, dann spülst du alles von Hand.
Bei Naturstein gilt Handarbeit ohnehin. Eingebrannte Reste lassen sich mit einem Holzspatel abschaben, aggressive Reiniger haben auf dem Stein nichts zu suchen. Für die Pfännchen hilft ein einfacher Trick: gleich nach dem Essen in heißem Spülwasser einweichen lassen, dann geht der Käse später ohne Schrubben ab.
Mehr als Käse: Pizza, Crêpes und Wok
Ein Raclette-Grill steht die meiste Zeit des Jahres im Schrank. Genau deshalb lohnt der Blick auf Geräte, die mehr als Käse überbacken. Die verbreitetste Zusatzfunktion ist die Wendeplatte mit Mulden, in denen kleine Pfannkuchen oder Crêpes gelingen. Damit wird aus dem Raclette-Gerät ein Dessert-Werkzeug, ohne dass du etwas dazukaufen musst. Für echte Waffeln braucht es allerdings weiterhin ein Waffeleisen.
Eine Stufe weiter gehen Modelle mit zuschaltbarer Unterhitze. Sie beheizen die Pfännchen von oben und unten, und erst dadurch wird der Boden einer Mini-Pizza wirklich kross. Ohne Unterhitze bleibt der Teig blass, während der Käse obendrauf schon fertig ist. Manche Geräte legen dafür einen Teig-Ausstecher bei, damit die Fladen genau ins Pfännchen passen.
Am weitesten reichen die Multifunktions-Grills mit Wok-Pfännchen. Darin lässt sich am Tisch braten und schmoren, was den Einsatzbereich vom Winteressen zum ganzjährigen Partygerät erweitert. Der Preis dafür ist Platz: Diese Geräte sind größer, schwerer und brauchen ein eigenes Regalfach. Wer ohnehin vor allem grillen will, ist mit einem Elektrogrill oder einem Kontaktgrill meist besser bedient.
Rauch und Geruch in der Wohnung
Wer in einer kleinen Wohnung ohne Dunstabzug raclettiert, kennt das Ergebnis: Der Bratgeruch hängt am nächsten Tag noch in Textilien und Haaren. Gegen das Grundproblem hilft vor allem Lüften, aber es gibt inzwischen Geräte mit integriertem Abzug. Ein Ventilator zieht den Rauch nach unten durch einen Aktivkohlefilter und gibt die Luft gefiltert wieder ab.
Erwarte davon keine Dunstabzugshaube. Die Technik senkt die Geruchsentwicklung spürbar, beseitigt sie aber nicht, und auf der wirksamen höchsten Stufe ist der Lüfter deutlich zu hören. Für eine offene Küche oder ein kleines Wohnzimmer kann das trotzdem den Unterschied machen, ob Raclette überhaupt infrage kommt. Die Filter sind Verbrauchsmaterial und müssen gelegentlich ersetzt werden.
Diese Raclette-Grills empfehlen wir dir außerdem
Fünf weitere Geräte aus unserem Vergleich, die je nach Vorliebe die bessere Wahl sein können: vom Ausstattungswunder bis zum günstigen Einstieg.
Rommelsbacher RCS 1350 – Drei Platten für jede Zubereitung
Beim Rommelsbacher RCS 1350 musst du dich nicht entscheiden, denn der Hersteller legt gleich drei Platten bei: zwei wendbare Aluminiumplatten und eine Natursteinplatte. Weil die Grillfläche in der Mitte geteilt ist, kombinierst du sie frei – links geriffelt anbraten, rechts auf Stein schonend garen, und für den Nachtisch die Seite mit der Pfannkuchen-Mulde nach oben drehen. Die Querseiten sind offen, alle Gäste erreichen ihre Pfännchen also von jeder Tischseite. Schaber liegen bei, der Drehregler heizt weit hoch, und Fleisch wie Gemüse bräunen entsprechend zügig. Zwei Punkte gehören zur Wahrheit: Der Abstand zur Platte ist knapp, du solltest die Pfännchen nicht zu hoch befüllen. Und Pfännchen wie Grillplatte müssen von Hand gespült werden. Wer Abwechslung am Tisch schätzt, bekommt hier die meiste Ausstattung fürs Geld.
Tefal Ambiance RE4588 – Ohne Plastik ausgepackt
Der Tefal Ambiance RE4588 fällt schon beim Auspacken auf, denn er kommt vollständig ohne Plastikverpackung, bis heute eine Seltenheit. Das Gerät wirkt hochwertig, ist in wenigen Minuten aufgebaut und bringt mit zehn Pfännchen die meisten Pfännchen dieser Auswahl mit. Praktisch ist der Thermo-Spot: Die Hitzeanzeige zeigt dir, wann die Platte bereit ist, statt dass du mit der Hand über dem Metall die Temperatur schätzt. Brutzeln und Überbacken funktionieren zuverlässig, und die Grillplatte darf in die Spülmaschine. Getrübt wird das Bild an mehreren Stellen. Für zehn Esser ist die Grillplatte mit 20 × 9,5 cm deutlich zu klein, dort brutzelt immer nur ein Teil der Runde gleichzeitig. Dazu fehlen die Schaber komplett, die musst du nachkaufen. Und die Pfännchen kommen unmontiert: Die Henkel schraubst du vor dem ersten Einsatz selbst an, was ohne Blick in die großflächig gefaltete Anleitung nicht sofort einleuchtet. Als solides Standardgerät für eine große Runde, die vor allem Pfännchen nutzt, geht er trotzdem klar durch.
Severin RG 9645 – Alu und Stein zum kleinen Preis
Der Severin RG 9645 ist der günstige Einstieg, der trotzdem beide Garweisen mitbringt. Aluminium-Grillplatte und Naturstein liegen nebeneinander auf dem Gerät, du kannst also gleichzeitig scharf anbraten und schonend garen. Für den Preis ist das eine ungewöhnlich komplette Ausstattung, denn viele Geräte dieser Klasse bringen nur eine einzige Platte mit. Acht Pfännchen gehören ebenfalls zum Lieferumfang. Ein kleines Detail macht am Tisch mehr Freude als erwartet: Die Pfännchengriffe haben verschiedene Farben, jeder findet sein Pfännchen also sofort wieder. Die Verarbeitung wirkt solide, das Gerät steht durch rutschfeste Füße sicher, und der stufenlose Temperaturregler dreht angenehm satt statt leichtgängig. Zwei Abstriche musst du hinnehmen. Schaber liegen nicht bei, und das Kabel ist mit 140 cm recht kurz, die Steckdose sollte also in Reichweite sein. Wer wenig ausgeben und trotzdem auf Stein grillen will, kommt hier am günstigsten hin.
Russell Hobbs Multi Raclette 3 in 1 – Von allen vier Seiten zugänglich
Beim Russell Hobbs Multi Raclette 3 in 1 steckt der Vorteil in der Geometrie: Das Gerät ist von allen vier Seiten zugänglich, niemand muss um die Ecke greifen. Dazu kommen drei Grilloberflächen, nämlich eine Natursteinplatte und eine Wendeplatte mit geriffelter und glatter Seite. Damit deckst du beide Garweisen ab, ohne umbauen zu müssen. Besonders angenehm ist die großzügige Einschubhöhe: Du darfst die Pfännchen richtig voll machen, ohne dass der Inhalt oben anstößt und verbrennt. Beim Grillergebnis ist er zwiespältig: Fleisch gelingt gut, Würstchen und Pilze nehmen dagegen nur langsam Farbe an. Unstrittig schwächer ist das Kabel mit rund 60 cm, das oft nicht bis zur Tischkante reicht. Auf der Natursteinplatte kleben Reste zudem hartnäckig. Pfännchen und beschichtete Platte dürfen dafür in die Spülmaschine.
Severin RG 2374 Naturstein – Schonend garen auf dem heißen Stein
Wenn du vor allem auf Stein grillen willst, ist der Severin RG 2374 das passende Gerät. Er setzt auf eine große, durchgehende Natursteinplatte, die Wärme lange speichert und Grillgut schonend gart. Fleisch gelingt darauf schonender und etwas zarter als auf einer Metallplatte. Mit 1.700 Watt heizt er die große Steinplatte kräftig durch. Bedient wird alles über einen einzigen Drehregler, mehr braucht es nicht. Wer ein Gerät ohne Menüs und Tasten sucht, ist hier richtig. Acht Pfännchen und rutschfeste Füße gehören dazu. Der Stein hat allerdings seinen Preis in Geduld: Bis er durchgeheizt ist, vergeht deutlich mehr Zeit als bei einer Metallplatte, das solltest du beim Einladen einplanen. Eine Kabelaufwicklung fehlt, das Kabel liegt also lose im Schrank. Für Steinfans ist er die naheliegende Wahl.
Häufige Fragen (FAQs)
Wir haben die Fragen gesammelt, die rund um Raclette-Grills am häufigsten auftauchen – von der Käsemenge bis zur Reinigung.
Wie viel Käse braucht man pro Person?
Rechne mit 200 bis 250 g Käse pro Person. Wer viele Beilagen auftischt, kommt am unteren Ende hin; bei hungrigen Gästen und wenig Brot planst du besser das obere. Fürs Grillgut auf der Platte kommen noch rund 150 g pro Gast dazu. Kauf lieber etwas mehr, denn Raclettekäse hält sich im Kühlschrank problemlos einige Tage.
Welcher Käse eignet sich am besten?
Klassisch ist Raclettekäse, ein Schnittkäse mit besonders gutem Schmelz, den es auch mit Pfeffer, Paprika oder Kräutern gibt. Entscheidend ist allein die Schmelzeigenschaft: Junger und mittelalter Gouda, Butterkäse, Tilsiter oder Emmentaler funktionieren genauso gut. Für kräftigere Geschmäcker eignen sich Gruyère oder ein Stück Gorgonzola. Sehr harte, lang gereifte Sorten schmelzen dagegen schlecht und werden eher fettig als cremig. Die Rinde kannst du mitessen, sie wird unter der Hitze weich und aromatisch.
Was kommt ins Pfännchen?
Die Basis sind gekochte Kartoffeln, alles andere ist Geschmackssache: Champignons, Paprika, Zwiebeln, Mais, Ananas, Schinken, Speck oder Garnelen. Festes Gemüse wie Brokkoli oder Karotten solltest du vorher kurz garen, sonst ist der Käse fertig, bevor das Gemüse durch ist. Silberzwiebeln und Cornichons gehören für viele dazu, weil die Säure das Fett vom Käse ausgleicht. Achte auf die Reihenfolge im Pfännchen: zuerst die Kartoffel, dann die Beilagen, der Käse ganz oben. Liegt er darunter, klebt er am Boden fest, statt eine Haube zu bilden.
Was isst man als Beilage zum Raclette?
Baguette oder frisches Brot geht immer, dazu selbstgemachte Dips und Grillsaucen. Rohkoststicks aus Karotten, Paprika und Gurke bringen etwas Frisches auf den Tisch, ein grüner Salat sorgt für Balance. Wer mag, stellt zwei oder drei Dips dazu, dann muss niemand trockenes Brot essen. Praktisch ist alles, was du vorbereiten und in Schälchen stellen kannst, denn während des Essens willst du nicht mehr in der Küche stehen. Die Kartoffeln kochst du am besten schon am Vormittag und lässt sie abkühlen, dann fallen sie im Pfännchen nicht auseinander. Pommes gelingen nebenbei in der Heißluftfritteuse, ohne dass die Pfanne blockiert wird.
Wie reinige ich einen Raclette-Grill richtig?
In dieser Reihenfolge: abkühlen lassen, Platte und Pfännchen abnehmen, erst dann waschen. Die Heizspirale bleibt trocken, das Gehäuse wischst du nur feucht ab. Auf Antihaftbeschichtungen und Naturstein haben Metallschwämme und Scheuermittel nichts zu suchen, sie zerstören die Oberfläche dauerhaft. Den Naturstein lässt du vor dem Verstauen vollständig trocknen.
Muss die Grillplatte eingefettet werden?
Bei beschichteten Metallplatten genügt ein dünner Film hitzestabiles Öl, etwa Raps- oder Sonnenblumenöl, am besten mit einem Pinsel aufgetragen. Butter verbrennt bei diesen Temperaturen und schmeckt bitter, sie ist hier die falsche Wahl. Mehr als ein Hauch schadet ohnehin: Überschüssiges Fett sammelt sich in den Rillen und raucht. Beim Naturstein raten die Hersteller von Öl ab, weil das Fett ins Material zieht, und empfehlen stattdessen etwas Salz auf der Platte.
Kann man im Raclette-Grill Pizza backen?
Ja. Am einfachsten geht es mit Fertigteig aus der Kühltheke, den du in pfännchengroße Kreise schneidest – ein Trinkglas als Ausstecher reicht dafür. Belege sparsam, denn zu viel Soße macht den Boden weich. Hat dein Gerät keine Unterhitze, stellst du das befüllte Pfännchen erst ein paar Minuten auf die Grillplatte, um den Teig vorzugaren, und schiebst es danach unter die Spirale.
Wie lange braucht ein Naturstein zum Aufheizen?
Deutlich länger als eine Metallplatte, je nach Gerät bis zu 40 Minuten. Schalte den Grill also ein, bevor die Gäste kommen. Wichtig ist außerdem der erste Einsatz: Die Steinplatte solltest du einmal im Backofen durchbacken, etwa 20 bis 30 Minuten bei 200 °C. Danach lässt du sie im ausgeschalteten Ofen langsam abkühlen, denn schroffe Temperaturwechsel können den Stein sprengen. Genau deshalb kommt er später auch nie kalt unter Wasser.
Wie viele Personen passen an einen Raclette-Grill?
Die Personenangabe ist nichts anderes als die Pfännchenzahl und optimistisch gerechnet: An einem Acht-Personen-Gerät sitzen realistisch vier bis fünf Gäste. Der Grund steckt in der Größe: Ein Pfännchen fasst nur rund 8 × 8 cm bei gut einem Zentimeter Höhe. Davon wird niemand satt, ohne mehrmals nachzulegen. Wer zwischen kleiner und großer Runde wechselt, fährt mit koppelbaren Modulen am besten.