eBook-Reader Kaufberatung
eBook-Reader Vergleich 2026 – acht Geräte für drei Leseweisen
Ein eBook-Reader ersetzt kein Buch, aber er nimmt dir die Entscheidung ab, welches du einpackst. Für diese Auswahl haben wir den aktuellen Markt gesichtet und die Modelle von Amazon, Tolino und PocketBook nach Displayschärfe, Akkulaufzeit, Formatunterstützung und Bedienung gegenübergestellt. Herausgekommen sind acht Empfehlungen für drei klar getrennte Bedürfnisse: klassisch in Schwarzweiß lesen, Comics und Illustrationen in Farbe sehen oder direkt im Buch mitschreiben.
Vergleichstabelle
Die besten eBook-Reader mit Schwarzweiß-Display
Für reinen Lesestoff bleibt Schwarzweiß die beste Wahl: Die Schrift steht kontrastreicher auf dem Display, der Akku hält deutlich länger, und die Geräte sind leichter und günstiger als ihre farbigen Geschwister. Unsere drei Empfehlungen decken unterschiedliche Bedürfnisse ab: den Kindle Paperwhite Signature Edition als Rundum-Paket, der Tolino Shine 5 für alle, die ohne Amazon-Konto lesen wollen, und der PocketBook InkPad 4, wenn das Display größer sein darf.
Amazon Kindle Paperwhite Signature Edition – Der rundeste Begleiter für Vielleser
Beim Kindle Paperwhite Signature Edition hat Amazon nichts weggelassen. Das 7-Zoll-Display zeigt Schrift mit 300 ppi so sauber, dass du einzelne Buchstabenkanten nicht mehr ausmachst, und die Beleuchtung regelt sich über einen Sensor selbst: abends wärmer, morgens heller, ohne dass du ins Menü musst. Die eigentliche Stärke ist der Akku. Wer täglich eine Stunde liest, lädt oft nur alle paar Monate nach. Dazu kommen 32 GB Speicher für eine Bibliothek, die du nie leer bekommst, kabelloses Laden und ein werbefreier Sperrbildschirm, den die günstigeren Kindles nur gegen Aufpreis bieten. Wasserdicht ist er ebenfalls, Lesen in der Wanne also kein Problem. Ehrlich bleibt: Blättertasten fehlen, du tippst immer aufs Display, und Bücher von außerhalb des Amazon-Shops bekommst du nur umständlich aufs Gerät. Wer ohnehin bei Amazon kauft und viel liest, macht hier die wenigsten Abstriche.
Tolino Shine 5 – Die entspannte Kindle-Alternative
Der Tolino Shine 5 ist das Gerät für alle, die einfach nur lesen wollen und sich nicht an Amazon binden möchten. Sein 6-Zoll-Display stellt Text mit 302 ppi gestochen scharf dar, die Farbtemperatur der Beleuchtung lässt sich frei einstellen – abends geht sie ins Wärmere, was den Augen spürbar guttut. Mit 173 g verschwindet er in jeder Jackentasche, und bei sparsamer Helligkeit hält der Akku über 100 Stunden durch. Er liest von EPUB bis CBZ nahezu alles und ist an die Onleihe der öffentlichen Bibliotheken angebunden, du kommst also auch ohne Kauf an Lesestoff. IPX8 macht ihn wasserdicht. Der Haken ist das Tempo: Der schwache Prozessor lässt dich beim Öffnen eines Buchs und im Shop spürbar warten. Wer damit leben kann, bekommt den günstigsten Einstieg unter unseren Top-Empfehlungen.
PocketBook InkPad 4 – Großes Display und Hörbuch an Bord
Der PocketBook InkPad 4 ist der Reader für alle, denen 6 Zoll zu klein sind. Auf 7,8 Zoll passt spürbar mehr Text auf eine Seite, was das ständige Umblättern reduziert, und mit 300 ppi wirkt die Schrift wie gedruckt. Die Beleuchtung leuchtet gleichmäßig aus, ohne die typischen hellen Flecken am unteren Rand. Praktisch im Alltag: Er hat einen eingebauten Lautsprecher und Bluetooth, spielt also Hörbücher direkt ab – ein Kindle braucht dafür zwingend Kopfhörer. Der Akku hält rund 90 Stunden, genug für einen langen Urlaub, und dank Wasserschutz darf er mit an den Pool. Er liest nahezu jedes Dateiformat, hängt an der Onleihe und verlangt kein Benutzerkonto, du bist also an keinen Shop gebunden. Weniger schön: Er reagiert spürbar träger als die Amazon-Modelle, das Öffnen eines Buchs dauert einen Moment länger. Und der Speicher lässt sich mangels Kartenslot nicht erweitern.
Die besten eBook-Reader mit Farbdisplay
Farbe auf E-Ink ist ein Kompromiss: Die Technik legt einen Farbfilter über das Panel, dadurch wirken Bilder pastellig und der Hintergrund etwas grauer als bei reinen Schwarzweiß-Geräten. Für Comics, Mangas, Kochbücher und farbig illustrierte Sachbücher lohnt sich der Aufpreis trotzdem, weil Panels und Grafiken erst dadurch lesbar werden. Wir empfehlen den Kindle Colorsoft Signature Edition, den Tolino Vision Color und den PocketBook InkPad Color 3.
Amazon Kindle Colorsoft Signature Edition – Comics lesen, ohne beim Text zu verlieren
Der Kindle Colorsoft Signature Edition ist Amazons erster Farb-Reader und macht seine Sache vor allem beim Text richtig gut: 300 ppi in Schwarzweiß bedeuten, dass Romane hier genauso scharf aussehen wie auf einem normalen Paperwhite. Buchcover, Markierungen und Comic-Seiten bekommen zusätzlich Farbe, was beim Blättern durch die Bibliothek sofort auffällt. Helligkeit und Farbtemperatur passt das Gerät automatisch an, der Akku hält bei täglichem Lesen mehrere Wochen. Dazu kommen 32 GB Speicher, kabelloses Laden und ein wasserdichtes Gehäuse. Realistisch bleiben muss man bei den Farben: Sie wirken deutlich blasser als auf einem Tablet, kräftige Bildbände sind nicht seine Disziplin. Und wie bei jedem Kindle kommen die Bücher ausschließlich von Amazon, eine Onleihe gibt es nicht. Für Comic-Leser, die im Amazon-Kosmos bleiben wollen, ist er die naheliegende Wahl.
Tolino Vision Color – Der Vielseitige mit Blättertasten
Der Tolino Vision Color ist der vielseitigste Farb-Reader im Vergleich. Sein 7-Zoll-Display zeigt Text mit 300 ppi knackscharf und Comics in dezenten, aber sauber abgestuften Farben. Der größte Unterschied zur Konkurrenz sind die haptischen Blättertasten an der Griffleiste: Du blätterst mit dem Daumen weiter, ohne die Hand zu bewegen, und das funktioniert auch stehend in der Bahn oder mit Handschuhen. Belegen lassen sie sich für Links- und Rechtshänder. Dazu liest er EPUB, MOBI und PDF ohne Umwege, ist wasserdicht und bindet die Onleihe ein, du kommst also ohne Kauf an Nachschub. Schwächen hat er beim Durchhaltevermögen: Der Akku kommt bei intensiver Nutzung nur rund eine Woche weit, deutlich weniger als bei den Amazon-Modellen. Der Stylus kostet extra, und beim Blättern lässt sich der Reader mehr Zeit als ein Kindle.
PocketBook InkPad Color 3 – Der Große für Comics und Bildbände
Wer Comics wirklich lesen und nicht nur erahnen will, braucht Fläche – und die liefert der PocketBook InkPad Color 3 mit 7,8 Zoll. Eine Comic-Seite passt hier komplett aufs Display, ohne dass du hin- und herschieben musst, und das Kaleido-3-Panel zeigt Comic-Seiten sichtbar farbiger, als man es von E-Ink erwartet. Text bleibt mit 300 ppi scharf genug für lange Romanabende. Dazu kommen Blättertasten, ein Lautsprecher für Hörbücher und ein wasserdichtes Gehäuse. PocketBook bleibt offen: Fast jedes gängige Format läuft, ein Konto brauchst du nicht. Die Beleuchtung lässt sich in Helligkeit und Farbtemperatur regeln, abends wird das Licht also angenehm warm. Den Preis dafür zahlst du beim Gewicht: Mit gut einem viertel Kilo liegt er nach einer Stunde spürbar in der Hand. Auch der Browser arbeitet träge, und Android-Apps lassen sich nicht nachinstallieren.
Die besten eBook-Reader zum Schreiben
Diese Geräte sind eher digitale Notizbücher, die auch lesen können. Sie haben Displays um die 10 Zoll, liegen bei etwa 400 g und kosten ein Vielfaches eines normalen Readers – dafür markierst du direkt im Text, schreibst PDFs voll und ersetzt den Collegeblock. Für Studium, Lektüre mit Anmerkungen und lange Dokumente lohnt sich das; als reines Lesegerät wären sie zu groß und zu schwer. Wir empfehlen den Kindle Scribe und das PocketBook Color Note.
Amazon Kindle Scribe – Der ausgereifteste Stift-Reader
Beim Kindle Scribe kommen Lesen und Schreiben am saubersten zusammen. Auf dem 10,2-Zoll-Display mit 300 ppi liest sich auch ein PDF im Originallayout, ohne dass du zoomen musst. Der mitgelieferte Stift braucht keinen Akku und muss nicht gekoppelt werden: aufnehmen, schreiben, fertig. Auf der leicht aufgerauten Oberfläche fühlt sich das erstaunlich nah an Papier an, und die Schrift erscheint ohne spürbare Verzögerung. Der eigentliche Fortschritt ist die Funktion Active Canvas: Notizen bleiben an der richtigen Textstelle verankert, auch wenn du die Schriftgröße änderst. Die Akkulaufzeit reicht für Wochen. Abstriche gibt es beim Gewicht von 433 g, das man nach einer Weile im Handgelenk merkt, und beim fehlenden Wasserschutz. Verzichten musst du auf Blättertasten. Für Studierende und alle, die im Buch mitdenken statt nur zu lesen, ist er trotzdem die erste Wahl.
PocketBook Color Note – Das offene E-Ink-Tablet mit Android
Das PocketBook Color Note geht einen Schritt weiter als der Scribe: Auf dem 10,3-Zoll-Farbdisplay läuft ein vollwertiges Android, du kannst also den Play Store nachrüsten und Kindle-, Tolino- oder Notiz-Apps installieren. Damit liest du Bücher aus praktisch jedem Shop auf einem Gerät, was nur wenige Reader schaffen. Der Stylus liegt bei, Markierungen in Farbe machen wissenschaftliche PDFs deutlich übersichtlicher, und über Lautsprecher oder Bluetooth laufen Hörbücher. Das Metallgehäuse wirkt wertig. Der Preis dafür ist das Tempo: Der Prozessor ist für Android zu schwach, Apps starten langsam, und beim Blättern bleiben gelegentlich Schatten der vorherigen Seite stehen. Anders als die meisten Reader hat es einen Speicherkartenslot, du erweiterst die Bibliothek also jederzeit. Wer diese Freiheit will und dafür etwas Geduld mitbringt, bekommt das flexibelste Gerät im Vergleich. Wer einfach nur Romane lesen möchte, ist mit einem klassischen Reader besser und deutlich günstiger bedient.
Darauf musst du beim Kauf achten
Ein eBook-Reader verspricht eine ganze Bibliothek im Gewicht eines Taschenbuchs, ein Display, das im Sonnenlicht nicht spiegelt, und einen Akku, den du wochenlang nicht suchst. Das lösen inzwischen fast alle Geräte ein. Entscheidend sind daher andere Punkte: aus welchem Shop deine Bücher kommen dürfen, wie groß das Display sein soll und ob du Farbe brauchst. Wir zeigen dir, worauf es beim Kauf wirklich ankommt.
eBook-Reader, Tablet oder Smartphone?
Lesen kannst du auf jedem Bildschirm. Der Unterschied ist die Technik dahinter: Ein Tablet und dein Smartphone leuchten dir ins Gesicht, ein eBook-Reader nicht. E-Ink leuchtet nicht selbst, sondern wird wie bedrucktes Papier von vorn beleuchtet, deshalb bleibt das Lesen auch nach einer langen Sitzung entspannt, und in praller Sonne liest du weiter, wo ein Tablet nur noch dein Spiegelbild zeigt. Dazu kommt die Ausdauer, die sich in Wochen statt in Stunden bemisst.
Bezahlen musst du das mit Tempo, denn E-Ink baut Seiten sichtbar auf, Videos gibt es nicht, und die Bedienung wirkt neben einem Tablet gemächlich. Wer hauptsächlich Romane liest, merkt davon nichts. Wer Zeitschriften mit Layout, Fachbücher mit vielen Abbildungen oder Comics in kräftigen Farben will, ist mit einem Tablet besser bedient. Ein Gerät für alles gibt es nicht – und genau deshalb steht die Entscheidung am Anfang.
Amazon oder offenes System: die wichtigste Entscheidung
Diese Entscheidung lässt sich später kaum noch korrigieren, weil gekaufte Bücher an ihr System gebunden bleiben. Deshalb lohnt es sich, hier genau hinzuschauen.
Amazon Kindle: Der Shop ist der größte, die Geräte sind schnell und ausgereift, und mit Kindle Unlimited gibt es eine Flatrate. Dafür brauchst du zwingend ein Amazon-Konto, und der Kindle öffnet EPUB nicht direkt. Bücher aus anderen Shops bekommst du nur umständlich über Send to Kindle aufs Gerät, und nur, wenn sie ohne Kopierschutz verkauft werden. Die Onleihe deiner Stadtbibliothek funktioniert gar nicht.
Tolino, PocketBook und Kobo: Diese Geräte lesen EPUB und damit alles, was der deutsche Buchhandel verkauft. Du kaufst bei Thalia, Hugendubel, deiner Buchhandlung um die Ecke oder leihst kostenlos über die Onleihe. Ein Konto brauchst du bei PocketBook nicht einmal. Der Preis dafür: Die Software wirkt weniger aus einem Guss, und Amazons riesiger Katalog bleibt dir verschlossen.
Faustregel: Wer ohnehin alles bei Amazon kauft, fährt mit einem Kindle am bequemsten. Wer regelmäßig in der Bibliothek ausleiht oder den lokalen Buchhandel unterstützen will, braucht ein offenes System.
Welcher Kindle ist der richtige?
Amazon staffelt seine Reihe in fünf Modelle. Der Kindle ist das Einstiegsmodell mit 6-Zoll-Display, ohne Wasserschutz und ohne regelbare Farbtemperatur – für reine Romanleser reicht er völlig. Der Paperwhite bringt 7 Zoll, wärmeres Licht und Wasserschutz und ist für die meisten die richtige Wahl. Die Signature Edition legt automatische Helligkeit, doppelten Speicher, kabelloses Laden und einen werbefreien Sperrbildschirm drauf. Der Colorsoft ist technisch ein Paperwhite mit Farbfilter, der Scribe ein 10-Zoll-Gerät zum Mitschreiben.
Wichtig zu wissen: Amazon verkauft die meisten Modelle in zwei Varianten – mit Werbung auf dem Sperrbildschirm und ohne. Die werbefreie kostet etwa 20 Euro mehr. Wen die eingeblendeten Buchempfehlungen stören, sollte beim Kauf genau hinsehen, denn nachträglich lässt sich das nur gegen Aufpreis ändern.
Tolino, PocketBook und Kobo im Überblick
Tolino ist ein Zusammenschluss deutscher Buchhändler wie Thalia und Hugendubel, technisch steckt Kobo dahinter. Der Shine ist das kompakte Einstiegsmodell, der Vision die besser ausgestattete Mittelklasse mit Blättertasten und Wasserschutz, der Epos das große Spitzenmodell. Farbvarianten tragen jeweils den Zusatz Color. Tolino-Geräte sind fest an einen Handelspartner gekoppelt, bei dem du dich registrierst.
PocketBook kommt aus der Schweiz und ist die formatoffenste Marke: Die Geräte lesen praktisch jedes Dateiformat, viele haben einen Lautsprecher für Hörbücher, und einen Kontozwang gibt es nicht. Die Verse-Reihe ist die kompakte Einsteigerklasse, Era die Mittelklasse, InkPad die Großen ab 7,8 Zoll.
Kobo gehört zu Rakuten und ist in Deutschland weniger verbreitet, technisch aber eng mit Tolino verwandt. Die Clara-Modelle sind kompakt, die Libra-Reihe größer und mit Blättertasten.
Display: Größe, Schärfe und die Frage nach Farbe
6 Zoll entspricht etwa einem Taschenbuch, passt in jede Jackentasche und lässt sich einhändig halten. 7 Zoll ist der aktuelle Standard in der Mittelklasse und ein guter Kompromiss. 7,8 Zoll und mehr lohnen sich, wenn du PDFs oder Comics liest, denn dort passt eine Seite im Originallayout aufs Display. Ab 10 Zoll reden wir über Notizgeräte, die mit rund 400 g deutlich schwerer sind.
Bei der Schärfe ist die Sache einfach: 300 ppi sind heute Standard und sehen aus wie Buchdruck. Deutlich darunter liegen nur noch günstige Altmodelle, deren Buchstabenkanten sichtbar ausfransen.
Farbe funktioniert bei E-Ink über einen Filter vor dem Panel. Das kostet Helligkeit und Schärfe: Farbige Inhalte erscheinen nur mit halber Auflösung, wirken pastellig, und der Hintergrund sieht etwas grauer aus als bei reinen Schwarzweiß-Geräten. Für Comics, Mangas, Kochbücher und Lehrbücher mit Grafiken ist das trotzdem ein echter Gewinn. Wer nur Romane liest, sollte das Geld sparen und bekommt dafür ein kontrastreicheres Display.
Beleuchtung, Wasserschutz und Blättertasten
Eine Frontbeleuchtung haben heute alle Geräte. Achte auf die regelbare Farbtemperatur, oft als Smartlight oder Warmlicht bezeichnet: Abends wechselt das Licht ins Gelbliche, was angenehmer ist und dich nicht so wach hält. Ausgerechnet beim Einstiegs-Kindle fehlt diese Funktion, die meisten anderen Modelle unserer Auswahl haben sie.
Wasserschutz nach IPX8 bedeutet, dass das Gerät kurzes Untertauchen übersteht. Wer in der Badewanne oder am Pool liest, sollte darauf nicht verzichten – die Mittelklasse hat ihn fast durchgängig, Einsteigermodelle oft nicht.
Blättertasten sind Geschmackssache, aber im Alltag unterschätzt. Mit ihnen blätterst du weiter, ohne den Griff zu wechseln, was im Gedränge oder mit klammen Fingern ein spürbarer Unterschied ist. Amazon verzichtet bei allen aktuellen Modellen darauf, Tolino, PocketBook und Kobo bieten sie in der Mittelklasse an.
Akku, Speicher und Zubehör
Herstellerangaben zur Akkulaufzeit sind mit Vorsicht zu genießen, weil sie von Helligkeit und WLAN abhängen. Realistisch hält ein moderner Reader bei einer Stunde Lesen am Tag mehrere Wochen durch. Farb- und Notizgeräte brauchen deutlich mehr Strom und wollen eher alle ein bis zwei Wochen an die Steckdose. Zum Laden nutzen inzwischen alle aktuellen Geräte USB-C.
Beim Speicher gilt: 8 GB fassen bereits mehrere tausend Romane. Mehr brauchst du nur für Hörbücher oder bebilderte PDFs, die schnell einige hundert Megabyte belegen. Einen Steckplatz für Speicherkarten haben nur noch wenige Modelle, meist von PocketBook.
An Zubehör lohnt sich vor allem eine Hülle, weil E-Ink-Displays druckempfindlich sind. Wer Hörbücher mag, braucht bei den meisten Geräten Bluetooth-Kopfhörer, denn einen Lautsprecher haben nur einzelne PocketBook-Modelle.
Diese eBook-Reader empfehlen wir dir außerdem
Diese vier Geräte haben es knapp nicht in die Top-Empfehlungen geschafft, sind aber je nach Anspruch die bessere Wahl – vor allem, wenn du weniger ausgeben willst.
Amazon Kindle – Der günstigste Einstieg ins Amazon-Universum
Der einfache Kindle ist das Sparmodell der Reihe und für reine Romanleser oft schon genug. Sein 6-Zoll-Display löst mit 300 ppi genauso fein auf wie die teureren Geschwister, Buchstaben stehen also gestochen scharf. Mit rund 155 g ist er der leichteste Reader hier und lässt sich stundenlang einhändig halten, ohne dass das Handgelenk müde wird. Der Akku hält gut 70 Stunden Lesezeit durch, eine Ladung übersteht damit locker einen Urlaub, und Seiten wechseln ohne spürbares Zucken. Sparen musst du an zwei Stellen: Die Farbtemperatur der Beleuchtung lässt sich nicht anpassen, abends bleibt das Licht also kühl, und einen Wasserschutz gibt es nicht. Wer in der Wanne liest, greift lieber zum Paperwhite. Die 16 GB Speicher fassen mehrere tausend Bücher, und die Bedienung ist so aufgeräumt wie bei den teureren Modellen. Für alle, die einfach nur Romane lesen und nicht mehr ausgeben wollen, ist er der vernünftigste Einstieg.
Amazon Kindle Paperwhite – Die Mittelklasse ohne Extras
Der Kindle Paperwhite ist die Signature Edition ohne ihre Extras und für die meisten Leser der vernünftigere Kauf. Das 7-Zoll-Display ist dasselbe, ebenso die 300 ppi und der IPX8-Wasserschutz für Wanne und Pool. Auch beim Tempo gibt es keinen Unterschied: Seiten wechseln, ohne dass alte Inhalte nachziehen. Der Akku hält bei normalem Lesetempo mehrere Wochen, drei Wochen intensives Lesen kosten nur rund ein Viertel der Ladung. Verzichten musst du auf den Helligkeitssensor, das kabellose Laden und die Hälfte des Speichers – alles Dinge, die im Alltag selten fehlen. Die Beleuchtung lässt sich in der Farbtemperatur anpassen, abends geht das Licht also ins Wärmere. Weniger schön ist die glatte Rückseite, die ohne Hülle rutschig in der Hand liegt, und wer vom direkten Vorgänger kommt, gewinnt wenig. Für alle anderen ist er der ausgewogenste Kindle, den Amazon aktuell baut.
PocketBook Verse – Der Preisbrecher mit Speicherkartenslot
Der PocketBook Verse ist der günstigste Reader in dieser Auswahl und trotzdem erstaunlich komplett. Sein 6-Zoll-Display zeigt Text kontrastreich, und neben dem Touchscreen gibt es vier Blättertasten – das haben Kindles in dieser Preisklasse nicht. Die Besonderheit ist der microSD-Slot: Du erweiterst den Speicher auf bis zu 128 GB, was praktisch kein aktueller Reader mehr bietet. Dazu liest er nahezu jedes Format von EPUB über MOBI bis zu Comic-Archiven und hängt an der Onleihe, du kommst also auch ohne Kauf an Nachschub. Mit 182 g bleibt er dabei angenehm leicht. Ehrlich bleiben muss man beim Display: Es löst mit 212 ppi deutlich gröber auf als die 300 ppi der Mittelklasse, feine Serifen wirken dadurch leicht ausgefranst. Auch Hörbücher und ein Wasserschutz fehlen. Für Vielleser mit kleinem Budget bleibt er trotzdem das größte Angebot fürs Geld.
Amazon Kindle Colorsoft – Farbe zum kleineren Preis
Der Kindle Colorsoft ist die abgespeckte Variante der Signature Edition und die günstigste Möglichkeit, Farbe auf einen Kindle zu bekommen. Das 7-Zoll-Panel leuchtet dabei sogar gleichmäßiger aus als beim teureren Schwestermodell, das anfangs mit einem Gelbstich am unteren Rand auffiel. Text bleibt mit 300 ppi knackscharf, Comic-Seiten lassen sich über eine Panel-Ansicht bildweise durchblättern. Der Akku reicht für rund 64 Stunden Lesezeit und ist in gut einer Stunde wieder voll, und wasserdicht ist er ebenfalls. Gestrichen hat Amazon die automatische Helligkeit, das kabellose Laden und die Hälfte des Speichers. Kräftige Bildbände solltest du auch hier nicht erwarten, denn die Farben bleiben blass und lösen nur mit halber Schärfe auf. Und wie bei jedem Kindle kommen die Bücher ausschließlich von Amazon. Wer Comics liest, aber nicht das Spitzenmodell braucht, fährt hier am günstigsten.
Häufige Fragen (FAQs)
Wir haben die Fragen gesammelt, die vor dem Kauf eines eBook-Readers am häufigsten aufkommen, und beantworten sie kurz und ohne Umschweife.
Ist ein eBook-Reader besser für die Augen als ein Tablet?
Ja, und das liegt an der Technik. E-Ink leuchtet nicht selbst, sondern wird wie bedrucktes Papier von vorn beleuchtet. Dadurch flimmert nichts, und dein Auge muss sich nicht dauerhaft gegen eine Lichtquelle behaupten. Genau das ist der Grund, warum viele nach drei Stunden am Tablet müde Augen bekommen und am Reader nicht. Dazu kommt der Blauanteil: Displays von Smartphones und Tablets strahlen abends recht kaltes Licht ab, das dich wacher hält, als dir lieb ist. Reader mit regelbarer Farbtemperatur drehen das Licht auf Wunsch ins Gelbliche. Wenn du hauptsächlich abends im Bett liest, ist diese Funktion das sinnvollste Ausstattungsmerkmal überhaupt.
Kann ich mit einem Kindle Bücher aus der Bibliothek ausleihen?
Nein. Die Onleihe der öffentlichen Bibliotheken setzt auf EPUB mit einem Kopierschutz, den Kindle-Geräte grundsätzlich nicht unterstützen. Daran wird sich auch nichts ändern, weil Amazon auf sein eigenes Format setzt. Wenn du regelmäßig in der Bibliothek ausleihst, brauchst du also zwingend ein Gerät von Tolino, PocketBook oder Kobo. Bei allen dreien ist die Onleihe direkt eingebunden, du meldest dich mit deinem Bibliotheksausweis an und lädst die Titel aufs Gerät. Amazon bietet als Alternative die kostenpflichtige Flatrate Kindle Unlimited, die aber nur einen Teil des Katalogs abdeckt und vor allem Selfpublisher-Titel enthält.
Welche Dateiformate lesen eBook-Reader?
Der Standard im deutschen Buchhandel ist EPUB, das alle Geräte außer den Kindles direkt öffnen. Kopiergeschützte EPUBs bleiben für Kindles generell verschlossen. PDF können alle, allerdings sind kleine Displays dafür ungeeignet, weil sich das Layout nicht umbrechen lässt. Amazon setzt auf die eigenen Formate AZW und KFX. PocketBook ist am flexibelsten und öffnet auch Exoten wie DjVu, FB2 oder Comic-Archive.
Wie lange hält der Akku wirklich?
Faustregel: Bei einer Stunde Lesen am Tag und mittlerer Helligkeit kommst du mit einem Schwarzweiß-Reader mehrere Wochen aus. Herstellerangaben von zwölf Wochen beziehen sich auf sparsame Einstellungen mit abgeschaltetem WLAN. Wer dagegen viel bei voller Helligkeit liest, halbiert diese Werte problemlos.
Lohnt sich ein Farbdisplay?
Nur, wenn du tatsächlich farbige Inhalte liest. Für Comics, Mangas, Kochbücher, Reiseführer und Sachbücher mit Diagrammen ist Farbe ein echter Gewinn, weil sich Panels und Grafiken erst dadurch sinnvoll erschließen. Bei reinen Romanen zahlst du dagegen einen Aufpreis und handelst dir einen dunkleren, weniger kontrastreichen Bildschirm ein, weil der Farbfilter Licht schluckt. Wer unsicher ist, schaut sich beide Varianten am besten einmal im Laden nebeneinander an.
Sind eBook-Reader wasserdicht?
Viele, aber nicht alle. Achte auf die Angabe IPX8: Sie steht dafür, dass das Gerät rund 60 Minuten in bis zu zwei Metern Süßwasser übersteht. Salzwasser und Chlor sollte es trotzdem nicht sehen, denn dafür gilt die Norm nicht. In der Mittelklasse ist der Schutz heute die Regel, bei günstigen Einstiegsgeräten fehlt er häufig.
Wie viele Bücher passen auf einen eBook-Reader?
Ein Roman belegt selten mehr als ein Megabyte. Bei reiner Belletristik reichen 8 GB deshalb praktisch immer, egal wie viel du liest. Größere Varianten mit 16 oder 32 GB lohnen sich nur, wenn Hörbücher oder farbige Comic-Bände dazukommen, die pro Titel schnell mehrere hundert Megabyte belegen.
Kann ich Hörbücher auf einem eBook-Reader hören?
Bei vielen Modellen ja, aber fast immer nur über Bluetooth-Kopfhörer, denn eingebaute Lautsprecher sind selten und finden sich vor allem bei PocketBook. Beim Kindle laufen Hörbücher ausschließlich über Audible, Tolino-Geräte binden den eigenen Shop ein. Eigene MP3-Dateien abspielen können nur wenige Geräte.
Was kostet ein guter eBook-Reader?
Solide Einstiegsgeräte beginnen bei rund 110 Euro. Die Mittelklasse mit größerem Display, Warmlicht und Wasserschutz bewegt sich zwischen 160 und 200 Euro. Farbgeräte starten bei etwa 180 Euro, große Notiz-Reader mit Stift ab rund 280 Euro. Sehr günstige Angebote sind meist veraltete Restposten und lohnen selten.
Kann ich meine gekauften Bücher mitnehmen, wenn ich das System wechsle?
In der Regel nicht. Gekaufte eBooks sind durch einen Kopierschutz an das jeweilige System gebunden, ein Wechsel von Kindle zu Tolino nimmt deine Bibliothek also nicht mit. Genau deshalb ist die Entscheidung für ein Ökosystem wichtiger als die Wahl des Geräts. Wer flexibel bleiben will, kauft von Anfang an bei Händlern mit offenem EPUB.