Soundbar Test 2026: Die besten Soundbars im Vergleich

von Stefan Laun - 20.08.2026

Erst verstehst du die Dialoge kaum, dann dröhnt die nächste Actionszene durchs Zimmer – für viele ist genau das der Auslöser, über eine Soundbar nachzudenken. Drei Modelle stechen 2026 für ganz unterschiedliche Ansprüche heraus. Unsere Top-Empfehlung ist die Samsung HW-Q995GH, die einen Subwoofer und zwei Rücklautsprecher gleich mitbringt. Wer dagegen darauf verzichten will, bekommt mit der Sonos Arc Ultra unseren All-in-One-Tipp: Ihr eingebauter Tieftöner reicht den meisten völlig aus. Deutlich weniger Geld kostet unser Preis-Leistungs-Tipp, die Samsung HW-Q610GF mit Dolby Atmos und kabellosem Subwoofer. In diesem Artikel erfährst du, welche Bauart zu deinem Raum passt und worauf du bei Anschlüssen, Aufstellung und Gaming achten solltest.

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Soundbar Vergleich 2026 – von der schlanken Einzelbar bis zum kompletten Heimkino-Set

Flache Fernseher klingen flach, denn für ordentliche Lautsprecher ist im Gehäuse schlicht kein Platz mehr. Eine Soundbar löst das Problem mit einem einzigen Gerät und ohne Boxen in jeder Zimmerecke. Wir haben die besten aktuellen Soundbar-Angebot verglichen und danach bewertet, was im Wohnzimmer wirklich zählt. Außerdem haben wir berücksichtigt, welche Kanäle und Anschlüsse vorhanden sind, ob Subwoofer und Rücklautsprecher dabeiliegen oder extra kosten, wie breit die Bar vor deinem Fernseher baut – und ob das Preis-Leistungs-Verhältnis passt.

Nahaufnahme einer Samsung Soundbar mit dem Schriftzug SAMSUNG harman/kardon.
Foto: Nahaufnahme einer Samsung Soundbar mit dem Schriftzug SAMSUNG harman/kardon.

Vergleichstabelle

Die besten Soundbars

Fünf Modelle stehen bei uns derzeit vorn. Die Samsung HW-Q995GH ist die Wahl für alle, die ein fertiges Kino-Set ohne Nachkaufen wollen, die Sonos Arc Ultra die für Wohnzimmer, in denen kein zweites Gerät Platz findet. Die JBL Bar 1300MK2 löst das Kabelproblem echter Rückkanäle, die Sony HT-A9000 schiebt sich unter besonders knapp hängende Fernseher, und die Samsung HW-Q610GF holt Dolby Atmos in die Preisklasse mit dem besten Gegenwert.

Samsung HW-Q995GH – Das komplette Heimkino in einer Packung

Wer echtes Kino will und keine Lust auf halbe Sachen hat, bekommt bei der Samsung HW-Q995GH alles in einem Paket: Soundbar, Subwoofer und zwei Rücklautsprecher. Das 11.1.4-System platziert Dolby-Atmos-Effekte hörbar dort, wo sie hingehören, Geräusche wandern nahtlos von vorn nach hinten. Dialoge bleiben selbst dann verständlich, wenn im Bild gerade etwas explodiert. Der Subwoofer ist mit 25 cm Kantenlänge überraschend kompakt und drückt kontrolliert statt zu wummern. Subwoofer und Rückboxen kommen dabei ganz ohne Kabel zur Bar aus. Konsolenspieler bekommen zwei HDMI-Eingänge, die 4K mit 120 Hertz durchschleifen, Musik kommt per AirPlay, Chromecast oder Spotify Connect aufs Set. Die Schwächen sind verschmerzbar: Das winzige Display ist nicht so gut abzulesen und auf der Oberfläche sammelt sich sichtbar Staub. Wer den Platz für vier Komponenten hat, bekommt ein fertig abgestimmtes Heimkino, bei dem ab dem ersten Filmabend alles dabei ist.

Sonos Arc Ultra – Großer Klang ohne extra Subwoofer

Nicht jedes Wohnzimmer hat eine Ecke für einen Subwoofer frei. Genau dafür ist die Sonos Arc Ultra gebaut: In ihr steckt ein neu entwickelter Tieftöner mit gegenläufigen Membranen, und das merkst du sofort. Der Bass hat ordentlich Druck, ohne zu dröhnen – ein separates Bassmodul wird damit für die meisten überflüssig. Dolby Atmos ortet Effekte sauber im Raum, und Dialoge bleiben selbst beim Flüstern verständlich, sogar ohne aktivierte Sprachverbesserung. Musik läuft per AirPlay 2, Bluetooth oder Spotify Connect, im Sonos-Multiroom spielt sie mit anderen Lautsprechern zusammen. An ein echtes Set mit Rückboxen reicht die Ortung allerdings nicht heran, die Klangbühne bleibt ungefähr so breit wie das Gehäuse. Bei hoher Lautstärke lässt die Präzision nach. Anschlussseitig gibt es praktisch nur HDMI, DTS:X beherrscht sie nicht, und die App verlangt beim Einrichten Geduld.

JBL Bar 1300MK2 – Surround-Boxen zum Abnehmen

Die JBL Bar 1300MK2 löst das älteste Problem echter Surround-Systeme: die Kabel nach hinten. Ihre beiden Rücklautsprecher stecken im Betrieb in der Soundbar und laden dort auf. Zum Filmabend nimmst du sie heraus und stellst sie hinter die Couch, ohne Strom und ohne Verlegearbeit, rund zehn Stunden lang. Klanglich spielt das 11.1.4-System ganz vorn mit: Deckentreiber schicken Effekte gegen die Zimmerdecke, der Subwoofer bleibt auch bei hoher Lautstärke sauber. Bei den Stimmen gehen die Urteile auseinander – der zuschaltbare Dialog-Boost hilft hörbar, ganz an die Klarheit der besten Konkurrenten reicht sie aber nicht heran. Die HDMI-Eingänge schleifen 4K allerdings nur mit 60 Hertz durch, was ambitionierte Konsolenspieler ärgert. Mit fast 1,40 Metern Breite überragt sie einen 55-Zoll-Fernseher deutlich. Analoge Eingänge fehlen komplett, und im WLAN zeigt sie sich empfindlich: In verzweigten Heimnetzen läuft sie per Netzwerkkabel deutlich stabiler.

Sony HT-A9000 – Flache Soundbar für Wandfernseher

Hängt dein Fernseher an der Wand oder steht knapp über dem Sideboard, wird die Bauhöhe zum Kaufkriterium. Die Sony HT-A9000 misst nur 6,4 Zentimeter in der Höhe und bleibt deshalb auch unter knapp hängenden Fernsehern aus dem Bild. Was drinsteckt, ist bemerkenswert: 13 Lautsprecher in einer einzigen Leiste erzeugen eine Klangbühne, die weit über das Gehäuse hinausreicht, mit viel Höhe und Breite. Stimmen bleiben klar, Musik klingt ausgewogen statt effekthascherisch. Über die App justierst du Breite, Tiefe und Höhe des Klangfelds selbst nach. Für Spieler wichtig: Der HDMI-Eingang reicht 4K mit 120 Hertz, VRR und Dolby Vision durch. Ohne den optionalen Subwoofer fehlt allerdings der Tiefbass-Druck, feine Atmos-Details geraten an ihre Grenzen, und ein Display gibt es nicht – der Status läuft über zwei LEDs oder die App. Mit 130 Zentimetern passt sie zudem nur unter große Fernseher.

Samsung HW-Q610GF – Der günstige Einstieg in Dolby Atmos

Dolby Atmos war lange den teuren Modellen vorbehalten. Die Samsung HW-Q610GF bringt es in eine Preisklasse, in der andere Soundbars noch ohne Subwoofer auskommen müssen. Zwei nach oben abstrahlende Kanäle werfen Toneffekte gegen die Decke, der kabellose Subwoofer liefert das Fundament darunter – und zwar ohne Kabel quer durchs Wohnzimmer. Filme und Serien gewinnen spürbar an Räumlichkeit, Stimmen bleiben verständlich. Angeschlossen wird über HDMI mit ARC und eARC, dazu gibt es einen optischen Eingang und USB. Im Betrieb ist sie ausgesprochen sparsam, was bei einem Gerät zählt, das täglich stundenlang läuft. Gespart wurde dafür bei der Ausstattung, denn App-Steuerung und Sprachassistent fehlen, Musik kommt ausschließlich per Bluetooth aufs Gerät, Multiroom gibt es nicht. Rücklautsprecher sind nur als Zubehör zu haben. Wer den Fernsehton deutlich aufwerten will, ohne viel auszugeben, fährt hier trotzdem richtig.

Darauf musst du beim Kauf achten

Soundbars unterscheiden sich weniger im Design als in dem, was hinten und oben drangehängt ist. Die folgenden Punkte entscheiden darüber, ob du am Ende zufrieden bist – und ob du zu viel bezahlst.

All-in-One, Set oder Komplettsystem?

Die erste Entscheidung ist die wichtigste. All-in-One-Soundbars stecken komplett in einem Gehäuse. Sie brauchen wenig Platz, sind schnell aufgestellt und reichen für kleine bis mittlere Wohnzimmer völlig aus. Moderne Modelle holen aus dieser Bauform überraschend viel Bass heraus, sodass sich der Zukauf eines Bassmoduls oft erübrigt.

Ein Set aus Soundbar und Subwoofer ist der häufigste Kompromiss. Der Subwoofer funkt kabellos und braucht nur eine Steckdose, liefert dafür deutlich mehr Druck bei Explosionen und Filmmusik. Rechne mit einem Würfel von rund 20 bis 40 Zentimetern Kantenlänge, der irgendwo im Raum stehen muss.

Ein Komplettsystem ergänzt zusätzlich zwei Rücklautsprecher. Erst damit entsteht echter Surround-Klang, bei dem Geräusche wirklich von hinten kommen statt nur simuliert zu werden. Der Haken sind vier Geräte, die aufgestellt und mit Strom versorgt werden wollen. Wer diesen Aufwand scheut, ist mit einer guten All-in-One-Bar besser bedient als mit einem schlecht aufgestellten Komplettsystem. Eine Zwischenlösung bieten Modelle, bei denen sich Subwoofer und Rückboxen später nachrüsten lassen: Du startest klein und baust aus, wenn Budget oder Wohnsituation es zulassen.

Was die Kanalangaben wirklich bedeuten

Angaben wie 3.1.2 oder 11.1.4 wirken kryptisch, folgen aber einer einfachen Logik. Die erste Zahl nennt die Kanäle auf Ohrhöhe: links, rechts, Mitte und gegebenenfalls Rundum-Kanäle. Die zweite Zahl steht für den Subwoofer: 0 bedeutet keiner, 1 bedeutet einer. Die dritte Zahl zählt die Höhenkanäle, deren Ton nach oben gegen die Decke abgestrahlt wird.

Eine 3.1.2-Bar hat demnach drei Frontkanäle, einen Subwoofer und zwei Höhenkanäle. Ein 11.1.4-System verteilt elf Kanäle auf Bar und Rückboxen, dazu kommen ein Subwoofer und vier Deckenkanäle. Ein Kanal ist dabei eine eigene Tonspur, keine Lautsprecher-Zahl: Oft bedienen mehrere Treiber gemeinsam einen einzigen Kanal. Mehr Kanäle bedeuten auch nicht automatisch besseren Klang. Entscheidend ist, ob sie sauber zusammenspielen. Eine gut abgestimmte 3.1.2-Bar kann angenehmer klingen als ein billiges System mit doppelt so vielen Kanälen.

Dolby Atmos und DTS:X

Dolby Atmos ist der Standard für räumlichen Ton und inzwischen bis in die Mittelklasse angekommen. Der Trick: Zusätzlich zu den klassischen Kanälen werden Toneffekte als einzelne Objekte im Raum platziert, auch über dir. Eine Soundbar wirft den Ton dafür gegen die Decke, von wo er zu dir reflektiert wird. Das funktioniert gut bei glatten Decken bis etwa drei Metern Höhe. Bei Dachschrägen oder Holzbalken verpufft der Effekt weitgehend.

DTS:X verfolgt denselben Ansatz, wird aber von weniger Geräten unterstützt. Relevant ist es vor allem für Blu-ray-Sammler, denn viele Scheiben tragen ausschließlich eine DTS-Tonspur. Wer hauptsächlich streamt, kommt auch ohne aus: Netflix, Disney+ und Prime Video setzen auf Dolby.

Eine Grafik zeigt, wie eine Soundbar den Schall über die Wände zum Sofa lenkt.
Foto: Eine Grafik zeigt, wie eine Soundbar den Schall über die Wände zum Sofa lenkt.

Anschlüsse: eARC ist der Schlüssel

Der wichtigste Anschluss heißt HDMI eARC. Über ihn schickt der Fernseher den Ton zurück an die Soundbar, und zwar unkomprimiert. Der Vorgänger ARC ist dabei besser als sein Ruf: Dolby Atmos aus Netflix und Co. kommt auch über ihn an, weil Streaming-Dienste den Ton ohnehin komprimiert übertragen. Erst für die verlustfreien Tonspuren von Blu-rays brauchst du zwingend eARC. Prüf vor dem Kauf, ob dein Fernseher einen eARC-Anschluss hat; er ist meist entsprechend gekennzeichnet.

Ein optischer Eingang ist die Notlösung für ältere Fernseher. Er überträgt Stereo und einfaches Surround, für Atmos reicht die Bandbreite nicht. Manche Premium-Soundbars sparen sich diesen Anschluss inzwischen komplett. Wer einen älteren TV hat, sollte das vorher prüfen.

Zusätzliche HDMI-Eingänge sind praktisch, wenn dein Fernseher zu wenige hat: Spielkonsole oder Blu-ray-Player laufen dann über die Soundbar und werden zum TV durchgeschleift.

Sprachverständlichkeit: das unterschätzte Kriterium

Dialogverständlichkeit ist der meistgenannte Kaufgrund überhaupt, noch vor Bass und Raumklang. Schuld sind zwei Dinge: winzige TV-Lautsprecher, die nach hinten oder unten abstrahlen, und moderne Tonmischungen, die Sprache und Effekte kaum voneinander trennen.

Fast jede Soundbar bringt dafür einen Dialogmodus mit, der den Sprachbereich anhebt. Die Qualität schwankt allerdings erheblich. Einfache Varianten drehen schlicht die Mitten hoch, was Stimmen näselnd klingen lässt. Bessere Systeme analysieren das Signal und heben nur die Sprachanteile an. Wer hauptsächlich Nachrichten und Serien schaut, sollte darauf mehr Wert legen als auf Atmos-Kanäle. Ein eigener Center-Kanal hilft zusätzlich, weil Dialoge dann aus der Bildmitte kommen statt aus zwei Stereo-Lautsprechern.

Gaming: Achte auf den Durchschleif-Modus

Spielst du an PlayStation 5 oder Xbox Series X, lohnt ein Blick aufs Kleingedruckte. Viele Soundbars schleifen über ihre HDMI-Eingänge nur 4K mit 60 Hertz durch: die 120 Hertz, für die du die Konsole gekauft hast, kommen dann nicht am Fernseher an. Zwei Auswege gibt es: Modelle mit vollem 4K/120-Durchgang, oder du schließt die Konsole direkt am TV an und nutzt eARC für den Ton. Der zweite Weg funktioniert immer und kostet nichts.

Größe und Aufstellung

Als Faustregel sollte die Soundbar etwa so breit sein wie der Fernseher, aber nicht breiter. Bei einem 55-Zoll-Gerät sind das rund 120 Zentimeter. Eine deutlich zu große Bar wirkt nicht nur seltsam, sie schiebt die Stereobasis auch über das Bild hinaus.

Eine Teufel Soundbar steht auf einem weißen Sideboard vor der Wand.
Foto: Eine Teufel Soundbar steht auf einem weißen Sideboard vor der Wand.

Die Bauhöhe entscheidet darüber, ob die Bar ins Bild ragt oder die Fernbedienung den Infrarot-Empfänger des TVs nicht mehr erreicht. Unter sieben Zentimetern bist du fast immer auf der sicheren Seite. Soll die Bar an die Wand, achte auf mitgelieferte Halterungen – und darauf, dass sie auf Ohrhöhe sitzt statt zu hoch.

Beim Subwoofer gilt: nicht direkt in die Zimmerecke. Dort verstärken die Wände den Bass so stark, dass er matschig wird. Ein halber Meter Abstand zur Wand macht meist den Unterschied.

Musik, Streaming und Multiroom

Die meisten Soundbars sind auch ordentliche Musikanlagen. Bluetooth hat praktisch jedes Modell, es reicht für Gelegenheitshörer. Deutlich besser klingt WLAN-Streaming über AirPlay 2, Chromecast oder Spotify Connect, denn die Übertragung ist stabiler und in höherer Qualität.

Wer mehrere Räume beschallen will, sollte auf ein Multiroom-System achten. Die Soundbar wird dann Teil eines Verbunds, in dem überall dieselbe Musik oder in jedem Zimmer etwas anderes laufen kann. Das bindet dich allerdings an einen Hersteller. Wer nur gelegentlich Musik hört, findet unter den Bluetooth-Lautsprechern günstigere Alternativen.

Wie viel musst du ausgeben?

Unter 150 Euro bekommst du eine einfache Stereo-Bar, die den Fernsehton verständlicher macht – mehr aber auch nicht. Zwischen 250 und 500 Euro liegt der Bereich mit dem besten Gegenwert: Hier gibt es Modelle mit kabellosem Subwoofer und Dolby Atmos, die für die allermeisten Wohnzimmer reichen. Ab etwa 700 Euro beginnen die Komplettsysteme mit Rücklautsprechern und die audiophilen All-in-One-Bars. Jenseits von 1.200 Euro zahlst du vor allem für Verarbeitung und die letzten Klangreserven.

Ein Tipp zum Timing: Soundbars werden meist im Frühjahr vorgestellt. Die Vorjahresmodelle fallen dann spürbar im Preis, obwohl sich klanglich oft wenig geändert hat. Genau hinschauen solltest du dabei nur bei den Anschlüssen, denn beim 4K/120-Durchgang gibt es zwischen den Jahrgängen echte Unterschiede.

Diese Soundbars empfehlen wir dir außerdem

Diese fünf Modelle sind ebenfalls einen Blick wert – jedes davon, weil es eine Sache besonders gut kann.

Sonos Beam (Gen 2) – Der Kompakte zum Ausbauen

Die Sonos Beam (Gen 2) klingt deutlich größer, als sie aussieht. Sie passt auch unter kleinere Fernseher, liefert aber einen so trockenen, kräftigen Bass, dass sich dahinter ein versteckter Subwoofer vermuten ließe. Dialoge stehen klar in der Mitte, der virtuelle Dolby-Atmos-Effekt erzeugt für diese Baugröße viel Räumlichkeit. Ihre eigentliche Stärke ist der Ausbau: Später lässt sich ein Subwoofer ergänzen, zwei Sonos-Lautsprecher werden zu echten Rückkanälen, und im Multiroom spielt sie mit dem Rest der Wohnung zusammen. AirPlay 2, WLAN und Sprachassistenten sind an Bord. Diese Konsequenz hat ihren Haken: Es gibt nur einen HDMI-Anschluss, kein Durchschleifen und kein Bluetooth – Musik läuft ausschließlich übers Netzwerk. Auch der beiliegende Toslink-Adapter hilft nicht weiter, denn darüber kommt kein 3D-Sound an. Wer sich auf das Sonos-System einlässt, bindet sich zudem eng an einen Hersteller.

LG DS95TR – Heimkino-Flaggschiff mit fünf Höhenkanälen

Die LG DS95TR ist ein Rundum-Paket für alle, die Heimkino ernst meinen: Soundbar, kabelloser Subwoofer und zwei Funk-Rückboxen ergeben ein 9.1.5-Setup mit gleich fünf Höhenkanälen. Bei aufwendig abgemischten Filmen entsteht daraus eine plastische Klangkulisse, in der Effekte sauber ihren Platz finden. Ein eigener Center-Höhenkanal hebt Stimmen heraus, was der Verständlichkeit spürbar hilft. Für Spieler bringt sie vollen 4K/120-Durchgang mit, samt VRR und Dolby Vision. Bei Spielen wirken die Rückboxen allerdings dünn und leicht blechern. Weitere Schwächen: Statt eines Displays gibt es nur drei LEDs, deren Farbcode kaum jemand durchschaut, und der Subwoofer ist mit über 40 Zentimetern Höhe ein Brocken. Ab Werk drückt er zu stark, das lässt sich per App aber schnell korrigieren. Als fehleranfällig gilt zudem die automatische Einmessung, und aus Bar und Rückboxen bleibt ein leichtes Grundrauschen hörbar. Wer damit leben kann, bekommt ein vollständiges Set mit ungewöhnlich vielen Höhenkanälen.

Sennheiser AMBEO Soundbar Plus – Für Leute, die auch Musik hören

Die meisten Soundbars sind auf Filmton optimiert und behandeln Musik als Nebensache. Die Sennheiser AMBEO Soundbar Plus nimmt beides gleich ernst: Sie gibt Alben natürlich und detailliert wieder, ohne sie mit Effekten zuzukleistern. Ihre Klangbühne reicht dabei ungewöhnlich weit über das Gehäuse hinaus, und der Höheneindruck gelingt ohne zusätzliche Rücklautsprecher. Praktisch ist die automatische Einmessung: Vier eingebaute Mikrofone vermessen den Raum selbstständig, ein Messmikrofon brauchst du nicht. Auch die Anschluss- und Streaming-Ausstattung ist umfangreich. Ein paar Einschränkungen gehören dazu: Der Tiefbass bleibt solo begrenzt und blüht erst mit dem separat erhältlichen AMBEO Sub richtig auf. Im AMBEO-Modus geraten Stimmen gelegentlich unscharf, weil der Effekt Breite auf Kosten der Präzision gewinnt. Und die App reagiert zuweilen träge. Auch bei der Ortung hinter der Hörposition kommt sie an echte Surround-Sets nicht heran – wer den Effekt sucht, ist mit einem Komplettsystem besser bedient. Wem Musik ebenso wichtig ist wie Filmton, findet hier aber genau die richtige Abstimmung.

Klipsch Flexus Core 300 – Passt sich deinem Raum an

Jeder Raum klingt anders, denn Teppiche, Regale und große Fensterflächen verändern den Ton mehr, als vielen bewusst ist. Die Klipsch Flexus Core 300 begegnet dem mit Dirac Live, einer Raumeinmessung aus der HiFi-Welt, die in dieser Preisklasse sonst kaum zu finden ist. Sie misst die Akustik deines Wohnzimmers und korrigiert den Klang entsprechend. Auch ohne diese Technik überzeugt die Bar: Der Bass reicht für eine All-in-One-Lösung tief hinunter und bleibt dabei kontrolliert, Dolby Atmos wird detailreich aufgelöst. Die typischen Hornhochtöner von Klipsch sorgen für klar verständliche Dialoge. Bei den Anschlüssen ist von HDMI-eARC bis USB-C alles da. Abstriche gibt es bei der App, die unausgereift wirkt, und bei der fehlenden Sprachsteuerung. Ihr volles Surround-Potenzial entfaltet sie zudem erst mit den kostenpflichtigen Zusatzlautsprechern. Wer in einem akustisch schwierigen Raum sitzt, viel Glas und wenig Textil, holt hier trotzdem mehr heraus als mit einer teureren Bar ohne Einmessung.

Bose TV Speaker – Wenn es vor allem um Sprache geht

Der Bose TV Speaker hat den engsten Auftrag in dieser Auswahl: Er soll den Fernsehton verständlicher machen, nicht das Wohnzimmer beschallen. Sein Dialogmodus hebt Stimmen zuverlässig aus dem Geschehen heraus, betont sie gelegentlich aber etwas zu stark. Mit rund 59 Zentimetern Breite ist er einer der kompaktesten Vertreter und passt vor nahezu jeden Fernseher. Der Klang ist warm abgestimmt und wirkt für die Größe raumfüllend, an Detailtreue fehlt es im Vergleich zu teureren Modellen allerdings. Angeschlossen wird per HDMI-ARC, optisch, Aux oder Bluetooth – das passt an praktisch jeden TV, auch an ältere. Tiefbass fehlt mangels Subwoofer, und WLAN, App und Dolby Atmos gibt es nicht. Mehr Druck bringt nur ein nachgekauftes Bassmodul, und das ist teuer. Als günstiges Upgrade für mittelpreisige Fernseher bleibt er trotzdem eine solide Wahl.

Häufige Fragen (FAQs)

Wir haben die Fragen zusammengetragen, die rund um den Soundbar-Kauf am häufigsten auftauchen – und die Antworten, die dir die Entscheidung erleichtern.

Was ist der Unterschied zwischen Soundbar und Sounddeck?

Ein Sounddeck, auch Soundplate genannt, ist ein flacher Kasten, auf den der Fernseher gestellt wird. Weil das Gehäuse deutlich mehr Volumen hat als eine schmale Leiste, klingt es von Haus aus voluminöser und kommt häufiger ohne externen Subwoofer aus. Der Nachteil: Es braucht ein stabiles Sideboard, trägt nur begrenztes Gewicht und ist beim Umstellen sperrig. Sounddecks sind außerdem kaum noch erhältlich. Der Markt hat sich fast vollständig auf Soundbars verlagert, die sich flexibler aufstellen oder an die Wand hängen lassen.

Ein flaches Sounddeck von Teufel, auf das der Fernseher gestellt wird.
Foto: Ein flaches Sounddeck von Teufel, auf das der Fernseher gestellt wird.

Soundbar oder doch eine Surround-Anlage?

Eine klassische Anlage aus AV-Receiver und fünf Boxen klingt bei gleichem Budget besser – wenn du sie richtig aufstellst und verkabelst. Genau daran scheitert es meistens. Eine Soundbar liefert den Großteil des Erlebnisses mit einem Bruchteil des Aufwands und ohne Kabel im Raum. Willst du echten Rundumklang ohne Bastelei, ist ein Komplettsystem mit Funk-Rückboxen der beste Mittelweg.

Warum ist der Ton nicht lippensynchron?

Das passiert, weil der Fernseher für die Bildverarbeitung länger braucht als die Soundbar für den Ton, besonders bei eingeschalteten Bildverbesserern. Fast alle Soundbars haben deshalb eine Verzögerungseinstellung, oft „Audio Delay“ oder „Lip Sync“ genannt, mit der sich der Ton in Millisekunden-Schritten nach hinten schieben lässt. Hilft das nicht, schalte am Fernseher in den Spielmodus: Er überspringt die meisten Bildberechnungen und senkt die Verzögerung deutlich.

Was tun, wenn die Soundbar den Sensor des Fernsehers verdeckt?

Reagiert der Fernseher plötzlich nicht mehr auf seine Fernbedienung, sitzt die Bar zu hoch und blockiert den Infrarot-Empfänger. Meist reicht es, sie ein paar Zentimeter nach vorn zu ziehen. Alternativ helfen höhere Standfüße oder ein Aufsatz für den Fernseher, eine Wandhalterung für die Soundbar oder gleich ein Modell mit weniger Bauhöhe. Bars mit weniger als sieben Zentimetern Bauhöhe sind davon so gut wie nie betroffen.

Kann ich eine Soundbar in ein Regal oder einen Schrank stellen?

Besser nicht. In einem geschlossenen Fach fehlt der Bar der freie Abstrahlweg, der Klang wird dumpf und der Bass unkontrolliert. Bei Modellen mit Höhenkanälen fällt der Atmos-Effekt komplett aus, weil der Ton statt an die Decke gegen den Regalboden darüber trifft. Muss es doch ein Regal sein, wähle ein offenes Fach, lass seitlich Luft und verzichte auf Deckenkanäle, die dort ohnehin nichts ausrichten.

Funktioniert meine TV-Fernbedienung mit der Soundbar?

In der Regel ja. Sind beide Geräte per HDMI verbunden und unterstützen den CEC-Standard, regelst du die Lautstärke der Soundbar mit der TV-Fernbedienung, und beide schalten sich gemeinsam ein und aus. Die Hersteller nennen das unterschiedlich, etwa Anynet+ bei Samsung oder Bravia Sync bei Sony. In den TV-Einstellungen muss CEC teils erst aktiviert werden.

Brauche ich ein besonderes HDMI-Kabel?

Für eARC und Dolby Atmos sollte es ein Kabel mit ausreichender Bandbreite sein, erkennbar an der Bezeichnung „High Speed“ oder „Ultra High Speed“. Viele Soundbars legen eines bei, verlassen solltest du dich aber nicht darauf, Sonos und Bose etwa tun es bei manchen Modellen nicht. Teure Sonderkabel bringen dagegen nichts: Digitale Signale kommen entweder an oder gar nicht, klanglich verbessert ein hochpreisiges Kabel nichts. Nur bei sehr langen Strecken über fünf Meter lohnt der Griff zu zertifizierter Ware.

Kann ich Kopfhörer an die Soundbar anschließen?

Direkt meistens nicht, denn Kopfhörerausgänge sind an Soundbars selten geworden. Einige Modelle können den Ton per Bluetooth an Kopfhörer weitergeben, das beherrschen aber längst nicht alle. Der zuverlässigere Weg führt über den Fernseher: Viele Geräte koppeln direkt Kopfhörer per Bluetooth. Achte dann auf die Verzögerung, die je nach Übertragungsverfahren stören kann.

Warum klingt der Bass in meiner Wohnung so ungleichmäßig?

Weil tiefe Töne lange Wellen haben, die sich im Raum überlagern. An manchen Stellen verstärken sie sich, an anderen löschen sie sich fast aus: deshalb dröhnt es auf dem Sofa, während zwei Meter weiter kaum Bass ankommt. Abhilfe schafft, den Subwoofer zu verschieben; schon 30 Zentimeter ändern viel. Manche Soundbars messen den Raum automatisch ein und gleichen solche Effekte rechnerisch aus.

Lohnt sich eine Soundbar auch für einen kleinen Fernseher?

Gerade dann. Kleine Fernseher haben die schwächsten Lautsprecher, weil im flachen Gehäuse noch weniger Volumen steckt. Schon eine kompakte Bar unter 60 Zentimetern Breite hebt Verständlichkeit und Klangfülle deutlich an. Verzichten kannst du bei kleinen Geräten dagegen auf Höhenkanäle: Dolby Atmos entfaltet sich erst ab einem gewissen Hörabstand, und der ist vor einem 32-Zoll-Fernseher selten gegeben. Eine gut abgestimmte Stereo-Bar bringt hier mehr als ein halbherziger Atmos-Effekt.

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