Roborock Saros S20 Test

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Ausführlicher Testbericht

Stefan Laun
Stefan Laun

Roborock Saros 20 im Test: Das vollständigste Saugroboter-Paket auf dem Markt?

36.000 Pa Saugkraft, eine ausfahrbare FlexiArm-SeitenbürsteHeißwasserwäsche für die Wischpads und eine Kletterfähigkeit von bis zu 4,5 Zentimetern – der Roborock Saros 20 vereint die bedeutendsten Innovationen mehrerer Saugroboter-Generationen in einem einzigen Gerät. Das neue Flaggschiff des chinesischen Herstellers positioniert sich eindeutig im Premiumsegment. Doch hält der Saros 20 die hohen Erwartungen im Alltag? Unser ausführlicher Test liefert Antworten.

Ersteindruck: Hochwertige Verarbeitung und elegante Station

Bereits beim Auspacken hinterlässt der Roborock Saros 20 einen überzeugenden Eindruck. Sowohl der Roboter als auch die zugehörige Station wirken solide und hochwertig verarbeitet – ein Qualitätsniveau, das bei günstigeren Geräten und No-Name-Produkten keineswegs selbstverständlich ist. Im Lieferumfang befinden sich neben Roboter und Station eine Bedienungsanleitung, zwei Ersatzwischpads sowie zwei Ersatz-Saugbeutel.

Besonders positiv fällt die neue Station auf: Sie präsentiert sich in mattem Anthrazitgrau, das deutlich weniger anfällig für Fingerabdrücke ist als hochglänzende Oberflächen. Optisch vermittelt sie einen hochwertigen, zeitgemäßen Eindruck – eine klare Verbesserung gegenüber den teils spiegelnden Stationen früherer Modelle. Die Maße der Station betragen 38 x 47 x 38 cm.

Der Roboter selbst misst lediglich 7,98 Zentimeter in der Höhe und bleibt damit knapp unter der 8-Zentimeter-Marke. Aufgrund dieser flachen Bauweise verzichtet Roborock beim Saros 20 vollständig auf einen Sensorturm – ein Vorteil, wenn es darum geht, unter niedrige Möbel zu gelangen.

Ein umfangreiches Paket.

Foto: Ein umfangreiches Paket.

Einrichtung und Navigation

Die Ersteinrichtung des Saros 20 funktioniert unkompliziert: Der Roboter erstellt in wenigen Minuten eine vollständige Karte der Wohnung und navigiert sich dabei zuverlässig durch die Räume. Türen, Möbel und Raumgrenzen werden sauber erfasst, das Ergebnis ist direkt in der App sichtbar.

Bei der Hinderniserkennung zeigt sich ein differenziertes Bild. Hausschuhe werden leicht zur Seite geschoben, kleinere Gegenstände wie Spielzeug werden gelegentlich überfahren oder kurz mitgezogen. Der Roboter befreit sich in solchen Situationen eigenständig und verursacht dabei keine Beschädigungen. Gegen Stuhl- oder Tischbeine fährt der Saros 20 hingegen nicht – es besteht also keine Gefahr, Möbel zu verschieben oder umzuwerfen.

Wer vor dem Reinigungseinsatz kurz aufräumt und Kabel sowie kleines Spielzeug vom Boden nimmt, dürfte in der Praxis kaum Probleme mit der Navigation erleben. Für eine vollständig autonome Reinigung ohne jegliche Vorbereitung stößt der Saros 20 bei sehr kleinen oder flachen Gegenständen jedoch an Grenzen – ein Kritikpunkt, der bei dieser Preisklasse erwähnt werden muss, im Alltag aber gut handhabbar ist.

Kletterfähigkeit: Türschwellen sind kein Hindernis

Eine der meistdiskutierten Neuerungen ist das AdaptLift-System, das dem Roboter erlaubt, Türschwellen und größere Höhenunterschiede zu überwinden. Im Praxistest mit einer 3,6-Zentimeter-Schwelle meistert der Saros 20 das Hindernis mühelos und ohne zu zögern. Laut Herstellerangaben überwindet er eine erste Schwelle von bis zu 4,5 Zentimetern; folgt unmittelbar eine zweite Schwelle, sind nochmals weitere 4,3 Zentimeter möglich.

Für Wohnungen mit mehreren Türkanten oder Übergängen zwischen verschiedenen Bodenbelägen ist der Saros 20 damit eine der leistungsfähigsten verfügbaren Optionen. Wer bislang mit Saugrobotern an Türschwellen scheitert, dürfte hier eine deutliche Verbesserung im Alltag bemerken.

Ein echter Klettermax!

Foto: Ein echter Klettermax!

Saugtest: 36.000 Pa – der Unterschied ist spürbar

Mit 36.000 Pa Saugkraft setzt der Roborock Saros 20 einen neuen Maßstab in seiner Geräteklasse. Diese Leistung macht sich im Test unmittelbar bemerkbar: Bereits beim Betrieb ist ein deutlicher Luftzug spürbar, der aus dem Gerät strömt. Besonders auf Teppichen zeigt die hohe Saugleistung ihre Wirkung, wo der Roboter die Intensität sensorgesteuert automatisch erhöht.

Für den standardisierten Saugtest werden 30 Gramm Haferflocken auf Teppich und Parkett verteilt und der Roboter auf höchster Saugstufe eingesetzt. Das Ergebnis ist beeindruckend: Auf dem Parkett bleibt keine einzige Haferflocke zurück. Auf dem Teppich sind es lediglich vier – ein Resultat, das sich mit den besten Geräten am Markt messen kann. Die Lautstärke bleibt trotz der hohen Leistung im Rahmen, und die Saugstufe lässt sich individuell anpassen, wenn weniger Leistung erforderlich und weniger Lautstärke gewünscht ist.

Besonders bemerkenswert ist die Leistung auf Hochflorteppichen – einer Oberfläche, die viele Saugroboter vor erhebliche Probleme stellt. Der Saros 20 navigiert auch auf diesem anspruchsvollen Untergrund zuverlässig und reinigt ihn mit einer Gründlichkeit, die eher an die Reinigung von glattem Parkett erinnert als an das stockende Vorankommen vieler Mitbewerber.

Beim Test mit kurzen und langen Haaren überzeugt das Gerät ebenfalls vollständig: Kein Haar bleibt zurück, und es kommt zu keinerlei Verhedderungen in der Hauptbürste – ein häufiges Problem bei anderen Modellen.

Hinzu kommt die ausfahrbare FlexiArm-Seitenbürste, die Roborock bereits mit dem Saros 10 einführt und die beim Saros 20 erneut zum Einsatz kommt. Sie fährt gezielt zur Seite aus, um Schmutz aus Ecken zu holen, und sorgt für eine gründliche Reinigung entlang von Wänden und Möbelkanten. Im Kantentest mit ebenfalls 30 Gramm Haferflocken bleiben lediglich zwei Stück übrig – ein ausgezeichnetes Ergebnis.

Der Saros 20 macht auch auf dem Hochflorteppich eine gute Figur!

Foto: Der Saros 20 macht auch auf dem Hochflorteppich eine gute Figur!

Wischtest: Ergebnisse auf dem Niveau von Walzen-Saugrobotern

Auch der Wischtest hinterlässt einen starken Eindruck. Für den Test wird eine großzügige Menge Ketchup auf dem Boden verteilt, bevor der Roboter auf maximaler Feuchtigkeitsstufe mit zwei Reinigungsdurchläufen startet. Das Ergebnis ist einwandfrei: keine Rückstände, keine Schlieren, kein klebriger Film auf dem Boden. Ein solches Wischergebnis ist bislang vor allem von Walzen-Saugrobotern bekannt. Dass der Saros 20 dieses Niveau mit herkömmlichen Wischpads erreicht, ist bemerkenswert.

Die Wischpads werden anschließend laut Hersteller mit bis zu 100 Grad heißem Wasser gereinigt und mit 55 Grad heißer Luft getrocknet. Dieses Verfahren sorgt für eine hygienische Aufbereitung der Pads nach jedem Einsatz und minimiert die Keimbelastung zuverlässig. Wer möchte, kann die Pads zusätzlich in der Waschmaschine reinigen. Damit die feuchten Wischpads beim Saugvorgang keine Teppiche verunreinigen, kann der Saros 20 sie je nach gewählter Einstellung entweder in der Station zurücklassen oder während der Fahrt automatisch anheben – beides ist bequem über die App konfigurierbar.

Station: Kompakt, automatisch und weitgehend wartungsarm

Die Station des Saros 20 orientiert sich an der kompakten Bauweise des Saros 10, fällt aber durch die matte anthrazitgraue Oberfläche optisch deutlich eleganter aus. Sie übernimmt das Erhitzen des Wassers, die Reinigung der Wischpads sowie deren anschließende Trocknung – vollautomatisch und ohne manuellen Eingriff.

Den 4-Liter-Frischwassertank und den 3,5-Liter-Schmutzwassertank muss man etwa einmal pro Woche befüllen beziehungsweise entleeren. Die Station verfügt zudem über einen separaten Behälter für Reinigungsmittel, das der Roboter bei jedem Waschvorgang automatisch dosiert. Das Reinigungsmittel ist allerdings nicht im Lieferumfang enthalten – bei einem Gerät dieser Preisklasse ein Punkt, der angemerkt werden sollte. Roborock bietet ein eigenes Konzentrat für rund 20 Euro an; alternativ können auch schaumarme Drittanbieter-Mittel ohne aggressive Inhaltsstoffe verwendet werden, um die Station nicht zu beschädigen. Der Wartungsaufwand hält sich insgesamt in Grenzen: Wer einmal pro Woche die Tanks befüllt und entleert, hat den größten Teil der Pflege bereits erledigt.

App und Sprachsteuerung: SmartPlan 3.0 und „Hello Rocky"

Die Roborock-App gehört weiterhin zur Spitzenklasse der Saugroboter-Apps. Nach der Kartierung lassen sich Räume benennen, individuelle Reinigungszonen einrichten und No-Go-Bereiche definieren. Pro Raum können separate Einstellungen für Saugleistung, Wischintensität und Reinigungsmodus gespeichert werden. Mehrere Karten – beispielsweise für verschiedene Etagen – sind ebenfalls möglich und erleichtern den Einsatz in mehrgeschossigen Wohnungen erheblich.

Neu beim Saros 20 ist SmartPlan 3.0: Das System analysiert die Nutzungsgewohnheiten über einen längeren Zeitraum und passt die Reinigungsroutinen selbstständig an. Wird ein Bereich regelmäßig stärker verschmutzt – etwa vor der Haustür oder in der Küche –, erhöht der Roboter dort eigenständig die Saugleistung oder wischt häufiger. Dieses lernfähige Verhalten soll den Reinigungserfolg langfristig optimieren, ohne dass manuell eingegriffen werden muss.

Die Smart-Home-Integration ist umfangreich: Neben Alexa, Google Home und Siri wird auch der offene Standard Matter unterstützt – ein klarer Vorteil für Nutzer eines Apple-Smart-Home-Ökosystems. Als weiteres Highlight bietet der Saros 20 den Offline-Sprachassistenten „Hello Rocky" an. Sprachbefehle werden direkt auf dem Gerät verarbeitet, ohne Cloud-Umweg oder WLAN-Abhängigkeit – ein praktischer Vorteil gegenüber rein cloudbasierten Lösungen, die bei Verbindungsproblemen schlicht versagen.

Fazit: Premium-Preis, Premium-Leistung

Der Roborock Saros 20 ist deutlich mehr als ein inkrementelles Update seiner Vorgänger. Es ist das derzeit vollständigste Paket, das Roborock je auf den Markt bringt: 36.000 Pa SaugkraftFlexiArm-SeitenbürsteHeißwasserwäsche für die Wischpads, smarte Lernfunktion, Offline-Sprachsteuerung, Matter-Unterstützung und eine kompakte, optisch ansprechende Station – vereint in einem Gerät, das trotzdem nur knapp 8 Zentimeter Bauhöhe misst.

Die Schwächen sind überschaubar, aber vorhanden: Bei sehr kleinen Hindernissen wie Kabeln oder flachem Spielzeug ist die Hinderniserkennung nicht perfekt, und ein kurzes Aufräumen vor dem Einsatz bleibt empfehlenswert. Das Reinigungsmittel für die Station ist nicht im Lieferumfang enthalten, was bei einem Gerät dieser Preisklasse angemerkt werden sollte. Mit rund 1.300 Euro und 1.500 Euro für das Zusatz-Set richtet sich der Saros 20 klar an Käufer, die bereit sind, für vollautomatische, zuverlässige Reinigung einen deutlichen Aufpreis zu zahlen. Für alle, die das Beste wollen, was der Markt derzeit zu bieten hat, führt am Roborock Saros 20 kein Weg vorbei.

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