Dreame L40s Pro Ultra Test
Unser Testergebnis
Unser Test-Fazit
Der Dreame L40s Pro Ultra überzeugt als vielseitiger Saug- und Wischroboter mit starker Saugleistung und einer Vielzahl an Funktionen. Er bewältigt Hartböden hervorragend und bietet mit seiner umfangreichen Ausstattung und App-Steuerung ein großes Maß an Automatisierung. Dennoch hat er Schwierigkeiten mit Hochflor-Teppichen und die App wirkt mitunter unübersichtlich, was die Benutzerfreundlichkeit beeinträchtigt. Ideal für Haushalte mit Hartböden und kurzflorigen Teppichen, die auf Komfort und Flexibilität setzen, jedoch bereit sind, Hand bei besonderen Herausforderungen anzulegen.Vorteile
- Autonome Reinigung Reinigt und wischt selbstständig
- Starke Saugleistung 19.000 Pa für effektive Reinigung
- Umfangreiche Ausstattung Zwei Wischmopps und doppelte Walzenbürsten
- App-Steuerung Steuerung über App für individuelle Anpassungen
Nachteile
- Schwächen bei Teppichen Hochflor-Teppiche sind problematisch
- App-Komplexität Unübersichtliche Menüstruktur und Übersetzungen
Preisvergleich
Ausführlicher Testbericht
Dreame L40s Pro Ultra im Test: Premium-Features ohne Premiumpreis?
Der Dreame L40s Pro Ultra tritt an, um eine Lücke zu schließen: so viel Premium wie möglich, ohne gleich in die alleroberste Preisklasse zu rutschen. Er soll saugen, wischen, seine Wischmopps selbst reinigen, Teppiche erkennen, Hindernissen ausweichen und am besten dabei noch wenig Aufmerksamkeit von dir brauchen. Kurz gesagt: ein möglichst autonomer Allrounder für den Alltag.
Auf dem Datenblatt klingt das vielversprechend. 19.000 Pa Saugleistung, Doppelwalzen, aktive Wischer, eigene Reinigungsstation, Kamera mit Objekterkennung – das liest sich wie ein Topmodell. Spannend ist also weniger, was er verspricht, sondern wie gut all das im Alltag wirklich funktioniert.
Design, Verarbeitung und Station
Der L40s Pro Ultra gehört optisch zu den klassischen „Turm“-Robotern: Auf dem Gehäuse sitzt das Lidar-Modul, die Bauhöhe liegt bei rund 10,4 Zentimetern. Damit passt er noch unter viele Sofas, Sideboards und Betten, wenn diese nicht extrem niedrig sind. Die Verarbeitung ist solide, nichts knarzt, nichts wirkt billig. Es ist kein Designstück, aber klar Oberklasse-Niveau.

Richtig interessant wird es an der Unterseite. Dort arbeitet Dreame mit zwei gegenläufig rotierenden Duo-Roller-Bürsten statt nur einer. Dazu kommen eine ausfahrbare Seitenbürste, ein Ultraschallsensor und zwei Wischmopps, die magnetisch befestigt sind und sich schnell abnehmen lassen. Vorne sitzt eine Kamera mit LED-Licht, die für Hinderniserkennung und Unterstützung bei Dunkelheit zuständig ist.

Die Station bringt gleich mehrere Funktionen unter ein Dach. Sie beherbergt zwei Tanks mit jeweils 4,5 Litern Fassungsvermögen für Frisch- und Schmutzwasser. Zusätzlich gibt es einen separaten Behälter für die Reinigungslösung, die der Roboter automatisch dosiert. Einmal eingerichtet, musst du hauptsächlich Frischwasser nachfüllen, Schmutzwasser leeren und ab und zu den Staubbeutel in der Station tauschen.
Einrichtung und erster Start
Die Ersteinrichtung läuft erfreulich unkompliziert ab. Nach dem Auspacken führst du den Roboter über die Dreame-App Schritt für Schritt durch die Installation. Beim ersten Start fährt der L40s Pro Ultra deine Wohnung ab und erstellt eine Karte. Je nach Wohnungsgröße dauert das ein wenig, ist aber nur einmal nötig.

Wichtig ist ein Detail im Netzwerk: Der Roboter versteht sich nur mit 2,4-GHz-WLAN. Wenn dein Router ausschließlich im 5-GHz-Band funkt, musst du ein 2,4-GHz-Netz aktivieren oder ein kombiniertes Netz verwenden. Ist das einmal erledigt, läuft die Verbindung im Alltag stabil.

Im Lieferumfang findest du neben dem Roboter und der Station auch eine Reinigungsbürste, ein spezielles Reinigungsmittel für die Wischfunktion, einen Zusatzbeutel für die Absaugstation, zwei Ersatz-Wischmopps sowie die üblichen Anleitungen. Damit bist du für die ersten Monate gut versorgt.
Navigation und Hinderniserkennung im Alltag
Beim Navigationssystem fährt Dreame einiges auf. Lidar auf der Oberseite sorgt für die grobe Orientierung im Raum, die Kamera an der Front und AI-Objekterkennung sollen dafür sorgen, dass der L40s Pro Ultra nicht permanent an Gegenständen hängen bleibt. In dunklen Räumen schaltet der Roboter automatisch eine kleine LED zu, um mehr Details zu erkennen.

Im Alltag funktioniert das überwiegend gut. Größere Hindernisse wie Schuhe, Besen oder herumliegende Ladekabel werden zuverlässig erkannt und umfahren. Der Roboter markiert erkannte Objekte auf der Karte und kann sogar Fotos davon speichern, sodass du nach einer Fahrt nachvollziehen kannst, worüber er gestolpert ist – im übertragenen Sinne.
Kleine Gegenstände oder sehr niedrige Hindernisse bleiben aber eine Schwachstelle. Ein Kronkorken wird beispielsweise schon mal einfach eingesaugt, weil er nicht als Hindernis gilt. Tischbeine mit niedriger Kante oder spezielle Büromöbel können dazu führen, dass der Roboter versucht, diese zu „erklimmen“, statt konsequent drum herum zu fahren. Das ist kein Totalausfall, kostet aber Zeit und manchmal Nerven.

Generell wirken die Fahrwege gelegentlich etwas umständlich. Der L40s Pro Ultra ist gründlich, braucht dafür aber manchmal länger, als man es von anderen Modellen kennt. Wer Wert auf die absolut kürzeste Reinigungszeit legt, findet schnellere Geräte, wer eher auf Gründlichkeit achtet, wird damit gut leben können.
Saugleistung auf Hartboden und Teppich
Spannend wird es bei der Kernaufgabe: dem Saugen. Auf Hartböden wie Parkett und Laminat spielt der L40s Pro Ultra seine 19.000 Pa Saugleistung sehr souverän aus. Haferflocken, Staub und andere trockene Verschmutzungen werden zuverlässig aufgenommen. Kleine runde Partikel wie Steinchen oder Kaffeebohnen werden manchmal kurz über den Boden geschubst, aber beim zweiten Überfahren in der Regel eingesaugt. Wer in der App einen doppelten Reinigungsdurchgang einstellt, erhält sehr gute Ergebnisse.

Lange Haare sammelt der Roboter zuverlässig ein, sie wickeln sich jedoch gerne um eine der beiden Walzen. Gerade in Haushalten mit langhaarigen Menschen oder Tieren solltest du dir angewöhnen, gelegentlich einen Blick auf die Unterseite zu werfen und die Walzen von Hand zu säubern. Das ist kein Drama, gehört aber realistisch zum Wartungsaufwand dazu.
Türschwellen und Kanten bis etwa zwei Zentimeter Höhe schafft der Dreame, auch wenn er manchmal mehrere Versuche benötigt. Er gibt aber nicht so schnell auf und arbeitet sich meistens doch noch drüber. Türschwellen lassen sich in der Karte markieren, damit das Objekterkennungssystem nicht fälschlicherweise versucht, diese zu meiden.

Auf kurzflorigen Teppichen zeigt sich, dass die reine Saugleistung nicht alles ist. Im Test blieben nach einem Durchgang noch deutlich sichtbare Haferflockenreste liegen. Erst mit mehreren Durchläufen und einer optimierten Einstellung für Teppiche in der App wurde das Ergebnis überzeugend. Wichtig ist zudem, die Option zu aktivieren, dass die Wischmopps beim Teppichsaugen entfernt oder angehoben werden. Sonst leidet nicht nur das Reinigungsergebnis, sondern im schlechtesten Fall auch der Teppich.
Auf Hochflor-Teppichen stößt der L40s Pro Ultra klar an seine Grenzen. Der dichte, hohe Flor sorgt dafür, dass der Roboter feststeckt oder frühzeitig abbricht. Wer große Hochflorflächen zu Hause hat, sollte den Dreame eher als Ergänzung verstehen und für diese Bereiche weiterhin einen klassischen Staubsauger einplanen.

In Sachen Ausdauer liegt der L40s Pro Ultra im Mittelfeld. Für etwa 26 Quadratmeter benötigte er im Test rund 55 Minuten und hatte danach noch knapp die Hälfte Akkukapazität übrig. Grob gerechnet kommt er auf rund zwei Stunden Laufzeit in einem normalen Saugmodus. Für die meisten Wohnungen ist das ausreichend, vereinzelt gibt es aber Geräte, die aus derselben Akkugröße noch etwas mehr herausholen.
Wischfunktion: Alltagshelfer mit klaren Grenzen
Die Wischfunktion gehört zu den spannendsten Features des L40s Pro Ultra. Zwei rotierende Wischpads übernehmen das feuchte Durchwischen des Bodens, unterstützt von einer intelligenten Steuerung über die App. Besonders pfiffig: Die Pads können sich seitlich etwas ausfahren, wenn der Roboter an Fußleisten oder Möbelkanten entlangfährt. So werden Bereiche erreicht, die viele andere Roboter regelmäßig aussparen.

Auf leicht verschmutzten Hartböden funktioniert das sehr gut. Staub, Fußabdrücke und alltägliche Flecken verschwinden und der Roboter hinterlässt einen dünnen Feuchtigkeitsfilm, der zügig trocknet und Parkettböden nicht übermäßig belastet. Unter niedrigen Möbeln, etwa unter einem Subwoofer oder Sideboard, kommt der L40s Pro Ultra dank seiner Bauhöhe gut zurecht.
Sehr durchdacht ist auch der Umgang mit Teppichen. Der Roboter erkennt Teppiche und kann die Wischpads beim Überfahren anheben, sie komplett umgehen oder auf Wunsch direkt in der Station lassen, wenn du nur saugen willst. Im Test funktionierte diese Erkennung zuverlässig und verhindert, dass Teppiche unbeabsichtigt nass werden.

Deutlich schwieriger wird es bei klebrigen Flüssigkeiten und hartnäckigen Flecken. In Tests mit Ketchup und Honig verteilte der Roboter die Substanzen eher großflächig, statt sie restlos zu entfernen. Zwar sah der Boden danach optisch deutlich besser aus, aber die Fläche blieb klebrig, und der Geruch hielt sich im Raum. Mehrere Reinigungsdurchgänge mit frisch gereinigten Pads konnten dieses Problem nicht vollständig lösen.
Hier zeigt sich eine grundsätzliche Grenze vieler Wischroboter: Für eine echte Tiefenreinigung mit hohem Anpressdruck und viel Wasser sind sie schlicht nicht ausgelegt. Der L40s Pro Ultra eignet sich hervorragend, um regelmäßig durchzuwischen und den Alltagsschmutz in Schach zu halten. Wer aber getrocknete Soßen, klebrige Rückstände oder ähnliche „Unfälle“ vollständig beseitigen will, greift weiterhin besser zum klassischen Wischmopp.
Station, Moppreinigung und Wartungsaufwand
Die integrierte Moppreinigung ist eines der Komfortmerkmale des L40s Pro Ultra. Nach jeder Fahrt oder nach einstellbaren Intervallen kehrt der Roboter zur Station zurück, spült seine Wischpads mit heißem Wasser und startet anschließend eine Trocknung. Alltagsverschmutzungen werden dabei größtenteils entfernt, die Pads sind danach wieder einsatzbereit. Starke Verschmutzungen, etwa von Ketchup, hinterlassen allerdings sichtbare Ränder, die du nur per Handwäsche wirklich wegbekommst.

Die Trocknung der Mopps dauert mehrere Stunden, reduziert dafür aber das Risiko unangenehmer Gerüche und Schimmelbildung. Wer den Roboter regelmäßig nutzen möchte, sollte einkalkulieren, dass er zwischendurch eine längere Trockenpause einlegt.
Die Handhabung der Wassertanks ist unkompliziert. Der Frischwassertank wird befüllt, der Schmutzwassertank regelmäßig geleert. In der Praxis zeigt sich, dass das Wasser bereits nach wenigen Tagen recht unappetitlich aussieht, wenn der Roboter häufig im Einsatz ist. Realistisch ist daher, den Schmutzwassertank etwa einmal pro Woche zu leeren, eher öfter, wenn du sehr saubere Verhältnisse bevorzugst.
App, Smart-Features und Datenschutzfragen
Gesteuert wird das Ganze über die Dreame-App. Funktional gibt es wenig zu meckern: Räume lassen sich benennen, Zonen definieren, Sperrbereiche festlegen, Reinigungspläne erstellen und Saugleistung sowie Wassermenge individuell anpassen. Auch die Kamera- und Überwachungsfunktionen werden hier gesteuert.
Kritik gibt es eher bei der Benutzerführung. Die deutsche Übersetzung wirkt an mehreren Stellen holprig, manche Warnmeldungen sind schwer verständlich, und die Menüstruktur ist nicht immer logisch. Ein Beispiel ist das Verwalten von Teppichen in der Karte: Um einen Teppich zu entfernen, musst du auf eine Funktion tippen, die „Teppich hinzufügen“ heißt. Solche Inkonsistenzen machen es Nutzern unnötig schwer.

Hinzu kommen Werbeeinblendungen für den Dreame-Shop, die innerhalb der App recht präsent sind. Das ist nicht dramatisch, aber auf Dauer etwas störend. Positiv ist, dass viele dieser Punkte theoretisch mit App-Updates lösbar sind. Die Basis ist solide, es fehlt vor allem Feinschliff.
Ein spezielles Thema sind die Kamerafunktionen. Der L40s Pro Ultra kann per Remote-Steuerung durch die Wohnung fahren, Fotos und Videos aufnehmen und über Mikrofon und Lautsprecher als Gegensprechanlage dienen. Es gibt sogar einen Modus, in dem der Roboter autonom patrouilliert oder gezielt nach Haustieren sucht. Aus technischer Sicht ist das beeindruckend, wirft aber zwangsläufig Fragen zum Thema Privatsphäre auf. Wer sich damit nicht wohlfühlt, sollte diese Funktionen konsequent deaktiviert lassen
Fazit: Für wen lohnt sich der Dreame L40s Pro Ultra?
Der Dreame L40s Pro Ultra ist ein sehr starker Saug- und Wischroboter der oberen Mittelklasse, der in vielen Bereichen nah an teure Topmodelle heranreicht. Seine Stärken liegen klar auf Hartböden, bei der komfortablen Station, bei den cleveren Details wie der ausschwenkbaren Seitenbürste und den beweglichen Wischpads sowie bei der insgesamt zuverlässigen Navigation.

Weniger überzeugend ist er bei sehr klebrigen, hartnäckigen Verschmutzungen und auf Hochflor-Teppichen. Auch die App ist funktional gut, verschenkt aber durch schwache Übersetzung und unlogische Menüs viel Potenzial. Die Kamera- und Überwachungsfunktionen sind ein spannendes Extra, aber sicher nicht für jeden etwas.
Empfehlenswert ist der L40s Pro Ultra vor allem für Haushalte mit überwiegend Hartböden, ein paar kurzflorigen Teppichen und dem Wunsch nach hoher Automatisierung beim täglichen Putzen. Wenn du bereit bist, bei Extremfällen weiterhin selbst Hand anzulegen und mit den App-Eigenheiten leben kannst, bekommst du einen sehr fähigen Allrounder, der dir einen großen Teil der Putzarbeit abnimmt – ohne dass du dafür in die absolute Premiumpreisklasse einsteigen musst.