Wischmeister

Narwal Flow Test

Beutellos · Galaxy Silver · Staubbeutel · 3 Rad/Räder
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Unser Testergebnis

Saugroboter
Gut (1,7)
Narwal Flow
02/2026
Einzelergebnisse
App & Funktionen:
1,8
Handhabung:
1,6
Saug- & Wischleistung:
2,0
Navigation:
1,5

Unser Test-Fazit

Der NARWAL Flow glänzt mit seiner Wischfunktion, die durch die ausfahrbare Walze auch in Ecken gründlich reinigt. Hindernisse werden zuverlässig erkannt, und die Bedienung über die App ist praktisch, wenn auch etwas umständlich. Bei feinem Schmutz hat der Roboter jedoch seine Schwachstellen. Die beiliegenden Zubehörteile sind umfangreich und auf Langlebigkeit ausgelegt. Der Flow ist ideal für Haushalte mit Hartböden, die Wert auf saubere Böden legen. Bei Teppich- oder Feinschmutz dominanten Umgebungen gibt es jedoch bessere Alternativen.

Vorteile

  • Starke Wischleistung Reinigt Böden gründlich und wasserbasiert
  • Gute Hinderniserkennung Erkennt und umfährt Hindernisse zuverlässig
  • Praktische App-Steuerung Einfache Anpassung der Einstellungen
  • Komplettpaket mit Zubehör Umfassendes Zubehör für langanhaltende Nutzung

Nachteile

  • Schwierigkeiten bei Feinschmutz Mohn und feiner Staub problematisch
  • App etwas umständlich Menüführung könnte intuitiver sein

Preisvergleich

Ausführlicher Testbericht

Stefan Laun
Stefan Laun

Narwal Flow im Test: Wischtalent mit Schwächen beim Saugen?

Narwal ist noch ein vergleichsweise junger Name auf dem deutschen Saugroboter-Markt, doch mit dem Flow will der Hersteller direkt in der Premium-Klasse mitspielen. Das Besondere: Der Narwal Flow setzt auf eine flache Wischwalze, die während der Reinigung seitlich ausfährt und so auch Ecken und Kanten erreichen soll. Dazu kommen ein Zwei-Kamera-System für die Navigation, eine Station mit optionalem Festwasseranschluss und ein Wischsystem, das mit warmem Wasser arbeitet. Klingt vielversprechend – doch in unserem ausführlichen Test gab es neben einigen Highlights auch ein paar handfeste Überraschungen. Wo der Narwal Flow glänzt und wo er Nachholbedarf hat, zeigt unser Testbericht.

Ersteindruck und Verarbeitung

Der erste Eindruck fällt positiv aus. Die Basisstation wirkt kompakter als bei vielen Konkurrenzprodukten und überzeugt mit einem schlichten, hellen Design. Besonders gefällt die magnetische Abdeckhaube, die sich angenehm leicht abnehmen lässt. Auch die Verarbeitungsqualität stimmt – hier gibt es nichts zu beanstanden.

Der Narwal Flow ist als Saug- und Wischroboter konzipiert und setzt auf eine flache Reinigungswalze als zentrales Wischelement. Praktisch: Die Wischwalze lässt sich bei Bedarf in der Waschmaschine reinigen – ein nettes Extra neben der automatischen Selbstreinigung in der Station. Im Lieferumfang sind 200 ml Reinigungsflüssigkeit, HEPA-Ersatzfilter, ein Ersatz-Staubbehälter und Ersatz-Staubbeutel enthalten. Ein umfangreicheres Zubehörpaket für rund zwei Jahre Laufzeit bietet Narwal separat für 219 Euro an.

Beim Aufbau orientiert sich der Roboter an den gängigen Marktstandards: eine mittige Saugbürste mit einer Saugleistung von 22.000 Pascal, dazu zwei Seitenbürsten für die Eckenreinigung. Das Herzstück ist die längliche Wischwalze, die während des Betriebs nach links und rechts ausfährt – Narwal nennt das „EdgeReach“-Technologie. Unter der Haube sorgt ein großzügiger 6.400-mAh-Akku dafür, dass auch größere Wohnungen in einem Durchgang geschafft werden, ohne zwischendurch zum Laden zurückkehren zu müssen.

Erwähnenswert ist außerdem, dass es die Station auch in einer Variante mit Festwasseranschluss gibt, die sich ähnlich wie eine Waschmaschine direkt an den Wasseranschluss koppeln lässt. In dieser Konfiguration entfallen die Wassertanks und die Station fällt deutlich kompakter aus. Allerdings kostet diese Variante über 500 Euro mehr. Das von uns getestete Standardmodell ist aktuell für rund 850 Euro erhältlich.

Navigation: Besser als erwartet

Die Navigation gehört zu den positiven Überraschungen im Test. Nachdem die App beim ersten Start freundlich daran erinnert, vor der Reinigung aufzuräumen, hatten wir keine allzu hohen Erwartungen an die Hinderniserkennung. Umso erfreulicher das Ergebnis: In unserem Hindernis-Parcours machte der Narwal Flow einen überraschend guten Job. Das Zwei-Kamera-System mit KI-Erkennung identifizierte sogar kleinere Hindernisgruppen zuverlässig und dokumentierte sie per Foto auf der Karte.

Türschwellen lassen sich in der App auf der Karte einzeichnen, woraufhin der Roboter versucht, diese zu erklimmen. Der Hersteller gibt eine maximale Schwellenhöhe von 4 Zentimetern an. In unserem Klettertest bewältigte der Narwal Flow eine rund 2 Zentimeter hohe Hürde problemlos. Damit liegt er etwas unter dem Niveau von Konkurrenten wie dem Dreame Aqua 10, der hier noch einen Tick mehr schafft – für die meisten Türschwellen im Alltag reicht die Kletterleistung des Flow aber völlig aus.

Saugleistung: Solide mit Einschränkungen

Bei der Saugleistung zeigt sich ein gemischtes Bild. Für unsere standardisierten Tests haben wir jeweils 50 Gramm Haferflocken beziehungsweise Mohnkörner auf einer Fläche von 1,20 mal 1,80 Metern verteilt, immer in der höchsten Saugstufe.

Auf Kurzflorteppich blieben erwartungsgemäß einige Haferflocken zurück – ein Problem, das der Flow mit vielen Konkurrenzmodellen teilt. Immerhin reagiert der Roboter intelligent auf Teppichböden: Er erkennt den Untergrund automatisch, schraubt die Saugleistung auf Maximum und fährt die Hauptbürste herunter, um ein stärkeres Vakuum zu erzeugen. Gleichzeitig hebt er die Wischwalze um 12 Millimeter an, damit der Teppich nicht nass wird – Narwal nennt das „CarpetFocus“-Technologie.

Die eigentliche Überraschung kam beim Mohntest auf Parkett – leider eine negative. Der Narwal ordnete die feinen Mohnkörner zwar säuberlich in geraden Linien an, tat sich aber erstaunlich schwer damit, sie tatsächlich aufzusaugen. Der nächste Schock folgte in der Absaugstation: Eine regelrechte Mohn-Explosion offenbarte, dass sich der Roboter zuvor mit Teppichfusseln verstopft hatte und nicht mehr korrekt absaugen konnte. Nach einer gründlichen Reinigung des Systems funktionierten die Saugtests zwar deutlich besser, der Vorfall zeigt aber eine gewisse Anfälligkeit bei feinem Schmutz.

Auch die Seitenbürsten überzeugten nicht vollständig. Anders als bei einigen Konkurrenzmodellen lassen sie sich nicht ausfahren und wirken insgesamt recht dünn. Generell entstand im Test der Eindruck, dass der Flow häufig eine zusätzliche Runde benötigt, um ein wirklich sauberes Ergebnis zu erzielen. Beim Haartest hingegen schlug sich der Roboter gut: Sowohl kurze Tierhaare als auch lange Menschenhaare wurden bis auf einen minimalen Rest aufgesaugt, ohne sich in der Bürste zu verheddern.

Wischfunktion: Das Aushängeschild des Narwal Flow

Beim Wischen spielt der Narwal Flow seine größte Stärke aus – und rechtfertigt damit auch seinen Namen. Die flache Reinigungswalze fährt regelmäßig seitlich aus, was das Wischergebnis gerade an Ecken und Kanten deutlich verbessert. Im Vergleich zur Konkurrenz nutzt der Narwal Flow etwas mehr Wasser, ohne dass der Boden dabei unangenehm nass wird. Die Wassermenge lässt sich zudem in der App individuell einstellen – praktisch für empfindliche Bodenbeläge.

Im Härtetest mit Ketchup auf dem Boden zeigte der Roboter ein durchdachtes Verhalten: Er erkannte den Verschmutzungsbereich und tastete sich Stück für Stück heran. Einen größeren Ketchup-Fleck umfuhr er konsequent, um ihn nicht zu verschmieren, und meldete ihn stattdessen in der App – ein cleveres Verhalten, das im Alltag deutlich sinnvoller ist als blindes Drüberwischen, bei dem der Schmutz nur großflächig verteilt wird. Kleinere Flecken wurden hingegen direkt und rückstandsfrei entfernt. Das gleiche Bild zeigte sich im Test mit Sahne: Auch hier arbeitete der Narwal Flow umsichtig und gründlich. Für den täglichen Einsatz funktioniert die Wischfunktion damit sehr überzeugend – insbesondere bei frischen Verschmutzungen, die im Haushalt den Regelfall darstellen.

Ein weiterer Pluspunkt: Der Narwal Flow wischt anders als die meisten Konkurrenzmodelle mit bis zu 45 Grad warmem Wasser. Im Test entstand tatsächlich der Eindruck, dass die erhöhte Wassertemperatur einen positiven Effekt auf die Reinigungsleistung hat und der Boden spürbar sauberer wird.

App und Basisstation

Die Basisstation folgt dem bewährten Zwei-Tank-System: ein Tank für Frischwasser, einer für Schmutzwasser. Je nach Nutzungsintensität müssen die Tanks alle paar Tage gewechselt werden. Das Reinigungsmittel wird beim Narwal direkt in das Frischwasser gegeben – eine nachträgliche Dosierung ist nicht möglich, was im Alltag aber kaum stört. Nach abgeschlossener Reinigung wird die Wischwalze automatisch mit 60 Grad warmem Wasser gereinigt. Das liegt etwas unter dem Niveau einiger Konkurrenten, die teilweise mit bis zu 100 Grad heißem Wasser arbeiten.

Die Narwal-App macht optisch einen guten Eindruck und wirkt modern gestaltet. In der Praxis offenbart sich allerdings eine wenig intuitive Menüführung: Viele Einstellungen sind erst zugänglich, wenn man sich bereits in Untermenüs befindet, und so sucht man im Alltag regelmäßig nach Funktionen, von denen man eigentlich weiß, dass sie vorhanden sind. Hier besteht noch Optimierungsbedarf. Positiv fällt hingegen auf, dass sich die Reinigungsleistung auch während eines laufenden Durchgangs anpassen lässt, ohne auf den nächsten Zyklus warten zu müssen – ein praktisches Detail, das im Alltag echten Mehrwert bietet.

Ansonsten bietet die App den gewohnten Funktionsumfang eines Premium-Saugroboters: automatische Teppicherkennung, Haustier-Modus, Unterstützung mehrerer Karten, virtuelle Grenzen und eine 3D-Kartenansicht. Der Flow ist zudem mit Amazon Alexa und Google Assistant kompatibel, sodass sich Reinigungsvorgänge auch per Sprachbefehl starten lassen.

Fazit: Wischmeister mit Saugschwächen

Der Narwal Flow positioniert sich als Saugroboter mit klarem Fokus auf die Wischleistung – und genau dort liefert er ab. Die Kombination aus seitlich ausfahrender Wischwalze, Echtzeit-Selbstreinigung und 45 Grad warmem Wasser ergibt ein Wischergebnis, das im Alltag wirklich überzeugt. Auch die Hinderniserkennung hat positiv überrascht, und mit seiner flachen Bauweise von nur 9,5 Zentimetern kommt er unter Möbelstücke, an denen andere Roboter scheitern.

Beim Saugen zeigt sich der Flow allerdings nur solide, nicht überragend. Gerade bei feinem Schmutz wie Mohnkörnern hatte er Schwierigkeiten, und die Verstopfung durch Teppichfusseln war ein deutlicher Schwachpunkt. Wer überwiegend Teppichböden hat, sollte sich den Kauf genau überlegen. Die App ist funktional umfangreich, könnte aber eine intuitivere Menüführung vertragen.

Preislich liegt der Narwal Flow mit rund 850 Euro im oberen Mittelfeld der Premium-Saugroboter. Damit ist er etwas günstiger als der Dreame Aqua 10 Roller, der allerdings auch mit einer 100-Grad-Heißwasserreinigung der Walze punkten kann. Wer weniger ausgeben möchte, findet mit dem Dreame L40s Pro Ultra eine Alternative, die zwar klassische Wischpads statt einer Walze nutzt, dafür aber rund 200 Euro weniger kostet.

Unterm Strich bekommt man mit dem Narwal Flow einen Saugroboter, der vor allem beim Wischen seine Stärken ausspielt. Wer hauptsächlich Hartböden zu Hause hat und besonderen Wert auf ein erstklassiges Wischergebnis legt, findet hier einen empfehlenswerten Alltagshelfer. Wer hingegen maximale Saugleistung oder eine ausgereiftere Teppichreinigung benötigt, sollte sich bei der Konkurrenz umschauen – dort gibt es aktuell stärkere Optionen.

Vergleichstabelle

Weitere Testberichte

Produktdetails

Design
Staubbehälter Typ
Beutellos
Produktfarbe
Silber
Form
Rund
Name der Farbe
Galaxy Silver
Staubbehälter-Typ (Sockel)
Staubbeutel
Smartphone Fernsteuerung
Ja
Anzahl der Räder
3 Rad/Räder
Energie
Akku-/Batteriekapazität
6400 mAh
Wiederaufladbar
Ja
Technische Details
Saugleistung
22000 Pascal
Leistungen
Nasswischen
Ja
Kapazität des Frischwassertanks (Basis)
5 l
Kapazität des schmutzwasserbehälters (Basis)
4.75 l
Automatische Rückkehr zur Basisstation
Ja
Funktionen der Basisstation
Ladend, Purification
Hinderniserkennung
Ja
Hindernisüberwindung bis zu
4 cm
WLAN
Ja
Anzahl der Bürsten
2
Bürstentyp
Walzenbürste & Seitenbürste
Geräuschpegel
60 dB
Navigationstyp
LiDAR
Einfach zu säubern
Ja
Gewicht und Abmessungen
Höhe
95 mm
Breite
364 mm
Tiefe
351 mm
Gewicht
5 kg
Basisstation Abmessungen (B x T x H)
402 x 430 x 461 mm
Gewicht Basisstation
10,8 kg
Laden...