Dreame Aqua10 Ultra Roller Test
Unser Testergebnis
Unser Test-Fazit
Der Dreame Aqua10 Ultra Roller besticht durch eine innovative Wischwalze, die Wischergebnisse deutlich verbessert. Die Saugleistung auf Hartböden ist hervorragend, und auch auf Hochflorteppichen ist der Roboter überraschend gut. Die lange Laufzeit ist ein weiterer Pluspunkt. Schwächen zeigt er jedoch bei Kurzflorteppichen, wo die Reinigung nicht immer gründlich ist. Ideal für Haushalte mit vielen Hartböden, die das Plus an Wischleistung zu schätzen wissen. Wer jedoch viele Teppiche hat, sollte in Erwägung ziehen, zusätzliche Geräte oder manuelle Nachreinigung einzuplanen.Vorteile
- Starke Saugleistung Effektiv auf Hartböden und Hochflorteppichen
- Innovative Wischwalze Reduziert Schmutz deutlich beim Wischen
- Lange Laufzeit Bis zu 175 Minuten ohne Nachladen
- Kompatibel mit Alexa Einfache Steuerung via Sprachbefehl
Nachteile
- Kurzflorteppiche schwach Leistung lässt zu wünschen übrig
- Teure Wartung Hohe laufende Kosten durch Verbrauchsmaterial
Preisvergleich
Ausführlicher Testbericht
Dreame Aqua 10 Ultra Roller Complete im Test: Revolutioniert die Wischwalze den Saugroboter-Markt?
Dreame gehört seit Jahren zu den Herstellern, die den Saugroboter-Markt mit immer neuen Innovationen vorantreiben. Mit dem Aqua 10 Ultra Roller Complete schickt das Unternehmen nun sein neuestes Flaggschiff ins Rennen – und setzt dabei auf einen grundlegend neuen Ansatz beim Wischen. Statt auf die bewährten rotierenden Wischpads setzt Dreame erstmals auf eine rotierende Wischwalze, die deutlich bessere Reinigungsergebnisse liefern soll. Wir haben den Aqua 10 Ultra Roller ausführlich getestet und verraten, ob er seinem Premium-Anspruch tatsächlich gerecht wird.
Ersteindruck und Verarbeitung
Schon beim Auspacken fällt auf: Der Aqua 10 Ultra Roller unterscheidet sich deutlich von seinen Vorgängern. Besonders die veränderte Frontpartie sticht ins Auge. Für die Hindernisvermeidung setzt Dreame auf eine Dual-Kamera-Einheit in Kombination mit strukturierten Lichtstrahlen. Der Kreuzlaser, den ältere Modelle noch in der Front verbaut hatten, weicht damit einem moderneren Erkennungssystem. Ergänzt wird die Sensorik durch eine LED, die in dunklen Bereichen als Kamera-Unterstützung dient – ein Feature, das sich bereits bei früheren Dreame-Modellen bewährt hat.
Das eigentliche Highlight befindet sich jedoch an der Unterseite: Die rotierende Wischwalze ersetzt die klassischen Wischpads und markiert damit einen echten Paradigmenwechsel in der Reinigungstechnologie. Zusätzlich verbaut Dreame ein Doppelwalzensystem für die Trockenreinigung, das Haare und trockenen Schmutz effektiv einfängt. In unserem mehrwöchigen Test haben sich keinerlei Haare im System verheddert – das ist vorbildlich. Die ausfahrbare Seitenbürste sorgt darüber hinaus dafür, dass auch Ecken und Kanten gründlich gereinigt werden.
Auch die Basisstation hat ein optisches Upgrade erhalten. Sie präsentiert sich mit einer schlichten, kantigen Formsprache und misst in der Höhe etwa 50 Zentimeter – etwas flacher als bei vergleichbaren Modellen wie dem Matrix 10 Ultra oder dem L40s Pro Ultra. Die Verarbeitung von Roboter und Station bewegt sich insgesamt auf dem gewohnt hohen Dreame-Niveau.
Navigation: Schnell, aber nicht fehlerfrei
Dreame hat bei der Navigation merklich nachgebessert. Im Vergleich zum Vorgänger L40s Pro Ultra ist der Aqua 10 Roller spürbar schneller unterwegs und manövriert sicher um Möbelstücke herum. Größere Hindernisse werden zuverlässig erkannt, und ein besonders praktisches Detail verdient Erwähnung: Die erkannten Objekte werden mit einem Foto auf der Karte markiert. So lässt sich später nachvollziehen, wo beispielsweise die herumliegende Fernbedienung zuletzt gesichtet wurde. Auch für Tierbesitzer gibt es gute Nachrichten – kleine „Geschenke“ des Vierbeiners werden zuverlässig erkannt und großräumig umfahren.
Allerdings zeigt die Navigation in der Praxis auch Schwächen. Auf dem Rückweg zur Station kam es im Test wiederholt zu Situationen, in denen sich der Roboter an längeren Kabeln zu schaffen machte und teilweise mehrere Minuten brauchte, um den richtigen Rückweg zu finden. Auch bei der Routenwahl greift der Aqua 10 gelegentlich zur umständlicheren Variante, obwohl eine deutlich kürzere Strecke offensichtlich wäre. In einem Fall verkantete sich der Roboter sogar zwischen Sofa und Teppichkante und ließ sich nur durch einen Neustart befreien. Solche vereinzelten Aussetzer sind zwar keine Katastrophe, bei einem Gerät in dieser Preisklasse hätten wir allerdings etwas mehr Verlässlichkeit erwartet.
Saugleistung: Hartboden top, Teppich mit Einschränkungen
In seiner Kernkompetenz, dem Saugen, schlägt sich der Aqua 10 Ultra Roller auf Hartböden hervorragend. Staub, Krümel und Haferflocken auf Parkett waren für ihn kein Problem – hier liefert er ab, wie man es von einem Premium-Saugroboter erwartet. Ein differenzierteres Bild ergibt sich allerdings auf Teppichböden.
Auf unserem Kurzflorteppich zeigte der Roboter eine etwas enttäuschende Leistung und ließ vereinzelt Haferflocken zurück. Einen komplett sauberen Teppich konnte er in unseren Tests leider nicht zustande bringen. Auch an den Teppichkanten schwächelt er etwas – ein Problem, das er allerdings mit vielen Konkurrenzprodukten teilt. Schmutzreste werden gelegentlich an die Ränder des Teppichs gedrückt und dann vom Roboter nicht mehr erreicht.
Eine echte Überraschung gab es hingegen auf Hochflorteppich: Zum ersten Mal in unserer Testhistorie hat es ein Saugroboter geschafft, sich auf einem solchen Teppich frei zu bewegen und dabei ein passables Saugergebnis zu liefern. Restlos sauber war das Ergebnis nicht, aber deutlich besser als alles, was wir von anderen Robotern in dieser Disziplin gewohnt sind. Das ist eine bemerkenswerte Leistung.
Wischfunktion: Die Walze macht den Unterschied
Beim Wischen spielt der Aqua 10 Ultra Roller seinen größten Trumpf aus. Die neue Wischwalze wird während des Betriebs konstant mit Wasser befeuchtet und leicht auf den Boden gedrückt. Das Besondere: Das Schmutzwasser wird direkt an der Rückseite der Walze herausgepresst und in den separaten Schmutzwassertank geleitet. Dadurch bleibt die Walze während der Reinigung deutlich sauberer als klassische Wischpads, die den Schmutz nach kurzer Zeit nur noch über den Boden verteilen. Eine clevere Verschlussklappe schützt zudem den Teppich, indem sie den Kontakt zwischen Walze und Teppichfläche verhindert – vorausgesetzt, der Teppichbereich wurde in der App korrekt markiert oder automatisch erkannt.
In der Praxis überzeugt das System. Flüssiger Ketchup wurde im Test nicht einfach verschmiert, sondern tatsächlich aufgenommen – ein deutlicher Fortschritt gegenüber herkömmlichen Wischpads. Bei eingetrocknetem Ketchup blieb zwar noch ein Rest zurück, das Ergebnis war aber dennoch besser als bei älteren Systemen. Für wirklich hartnäckige, eingetrocknete Verschmutzungen bleibt einem allerdings nach wie vor nur der Griff zum Putzlappen. Bei trockenem Schmutz und kleineren Flüssigkeitsmengen hinterlässt die Walze aber einen sehr guten Eindruck. Der Boden fühlt sich nach dem Wischen sauber und gepflegt an – ohne unangenehm nass zu sein. 
Basisstation und Wartung
Die Basisstation zeigt sich im Alltag ausgesprochen praktisch. Der Frischwassertank fasst großzügige 4 Liter, der Schmutzwassertank immerhin 3,5 Liter. Damit muss nicht nach jedem Reinigungsvorgang sofort nachgefüllt oder ausgekippt werden – je nach Wohnungsgröße reicht eine Füllung problemlos für mehrere Durchgänge.
Nach der Reinigung fährt der Roboter automatisch zur Station zurück und reinigt dort seine Wischwalze. Dreame verspricht eine Reinigung mit bis zu 100 Grad heißem Wasser, wobei wir die beworbene Temperatur im Test nicht durchgängig nachvollziehen konnten. Das Reinigungsergebnis der Walze war aber dennoch zufriedenstellend – nach der automatischen Reinigung sah sie stets sauber aus und war bereit für den nächsten Einsatz. Anschließend wird die Walze mit warmer Luft getrocknet, was einige Stunden dauert, aber unangenehme Geruchsbildung zuverlässig verhindert.
Im Alltag beschränkt sich die Wartung auf das regelmäßige Auskippen des Schmutzwassers und Nachfüllen des Frischwassers. Die App erinnert rechtzeitig daran – zu lange sollte man mit dem Auskippen allerdings nicht warten, da das Schmutzwasser sonst schnell unangenehm riecht.
Pro Leap: Kletterfunktion mit Potenzial
Zu den besonderen Features des Aqua 10 Ultra Roller gehört eine verbesserte Kletterfunktion namens Pro Leap, mit der er Türschwellen und Teppichkanten besser überwinden soll. Zwei Modi stehen zur Auswahl: Im Hürdenmodus hebt der Roboter erst eine Seite an, dann die andere – eine Art Mini-Klettertechnik. In unseren Tests kletterte er bis zu 4,2 Zentimeter hohe Testkanten, scheiterte allerdings auch regelmäßig an denselben Hindernissen. Auffällig war, dass der Roboter sich erfolgreiche Überwindungsversuche scheinbar nicht merkt und bei jedem neuen Anlauf anders agiert.
Eine automatische Erkennung solcher Hindernisse wäre wünschenswert gewesen. Aktuell wirkt die Kletterfunktion eher wie eine vielversprechende Spielerei, die noch Feinschliff braucht. Das Potenzial für Verbesserungen durch künftige Firmware-Updates ist aber definitiv vorhanden.
App und Bedienung
Die Dreame-App lässt im Grunde keine Wünsche offen. Verschiedene Reinigungsmodi, individuelle Raumauswahl, benutzerdefinierte Zonen und die Möglichkeit, mehrere Karten abzuspeichern – alles ist an Bord. Erkannte Teppiche werden auf der Karte angezeigt, und man kann individuell festlegen, wie der Roboter mit ihnen umgehen soll. Die Kamerafunktion mit Fernsteuerung funktioniert nach PIN-Eingabe zuverlässig mit angenehm geringer Latenz, und über den integrierten Lautsprecher lässt sich sogar mit Personen im Raum kommunizieren.
Kleine Kritikpunkte bleiben allerdings bestehen: Die Benutzerführung ist stellenweise etwas verwirrend, und die deutsche Übersetzung weist an einigen Stellen noch Schwächen auf. Auch die automatische Teppicherkennung ist zwar besser geworden, aber noch nicht perfekt – flache Teppiche werden gelegentlich nicht erkannt, während an anderen Stellen Teppiche eingezeichnet werden, wo gar keine liegen. Im Gesamtbild funktioniert die App aber zuverlässig und bietet alles, was man von einem Premium-Saugroboter erwarten darf.
Fazit: Ein starkes Flaggschiff mit kleinen Schönheitsfehlern
Der Dreame Aqua 10 Ultra Roller Complete kommt verdammt nah an das perfekte Flaggschiff heran. Die rotierende Wischwalze ist zweifellos die größte Innovation und ein echter Gamechanger: Verschmutzungen werden tatsächlich aufgenommen statt nur über den Boden verteilt – das ist ein spürbarer Fortschritt gegenüber klassischen Wischpads. Auf Hartböden liefert der Roboter beim Saugen hervorragende Ergebnisse, und selbst auf Hochflorteppich hat er uns mit einer für Saugroboter ungewöhnlich guten Leistung überrascht.
Abzüge gibt es bei der Kurzflorteppich-Reinigung, der gelegentlich umständlichen Navigation und der noch nicht ganz ausgereiften Kletterfunktion. Und wie bei allen Saugrobotern gilt: Bei wirklich hartnäckigen, eingetrockneten Verschmutzungen oder vielen Teppichen in der Wohnung bleibt einem der gelegentliche Griff zum Wischmopp oder Handstaubsauger nicht erspart.
Wer hauptsächlich Hartböden wie Parkett oder Laminat zu Hause hat und bereit ist, für die aktuell beste Wischtechnologie am Markt etwas tiefer in die Tasche zu greifen, bekommt mit dem Aqua 10 Ultra Roller einen Saugroboter, der jede Menge lästige Putzarbeit abnimmt. Die Wischwalze setzt einen neuen Standard – und man darf gespannt sein, wie schnell die Konkurrenz nachzieht.