Smarter Kaffeeprofi

De'Longhi Eletta Ultra Test

Espressomaschine · 1,8 l · Kaffeebohnen · Gemahlener Kaffee · Eingebautes Mahlwerk · 1450 W · Metallisch
5 Angebote vergleichen

Unser Testergebnis

Testsieger
Kaffeevollautomaten
Sehr gut (1,4)
De'Longhi Eletta Ultra
07/2026
Einzelergebnisse
Verarbeitung:
1,5
Geschmack:
1,5
Milchfunktion:
1,8
Handhabung:
1,0
Ausstattung:
1,0

Unser Test-Fazit

Die De'Longhi Eletta Ultra gehört zu den besten Kaffeevollautomaten im Test. Der Espresso schmeckt vollmundig und ausgewogen, der heiße Milchschaum wird cremig und feinporig, und die Schaumdicke lässt sich per Regler anpassen. Über 50 heiße und kalte Spezialitäten stehen bereit, dank Gruppierung im 4,3-Zoll-Touchdisplay bleibt die Bedienung trotzdem übersichtlich. Persönliche Profile sind ideal für Haushalte mit mehreren Kaffeegeschmäckern. Schwächen: Die Milch bleibt mit 55 Grad recht kühl, die App reagiert träge und die Bean-Adapt-Funktion nervt beim Feintuning. Vor allem aber liegt die Maschine preislich deutlich über der fast gleichwertigen Eletta Explore. Klasse Gerät, das erst bei sinkendem Preis richtig überzeugt.

Vorteile

  • Starker Espresso Vollmundig und aromatisch
  • Über 50 Getränke Heiß und kalt auf Knopfdruck
  • Cremiger Milchschaum Feinporig, Dicke einstellbar
  • Gute Bedienung Touchdisplay mit Gruppen und Profilen

Nachteile

  • Hoher Preis Kaum Mehrwert zur Eletta Explore
  • Milch nur 55 Grad Latte wird schnell lauwarm

Preisvergleich

Ausführlicher Testbericht

Stefan Laun
Stefan Laun

De'Longhi Eletta Ultra im Test: Wie viel „Ultra" steckt wirklich drin?

Der Name ist eine Ansage: „Ultra" verspricht das Beste vom Besten. Und die Erwartungen an die De'Longhi Eletta Ultra sind entsprechend hoch, denn sie ist die Weiterentwicklung der Eletta Explore — einer Maschine, die in unserem letzten Kaffeevollautomaten-Test rundum überzeugen konnte. Damit steht die Ultra vor dem wohl schwierigsten Ausgangsszenario überhaupt: Wie verbessert man einen Vollautomaten, der schon fast alles richtig macht? Und vor allem: Rechtfertigt das Ergebnis einen Aufpreis von aktuell rund 300 Euro gegenüber der Explore?

Wir haben die Eletta Ultra ausführlich getestet — Espresso, Cappuccino, Cold Brew, das komplette Programm. So viel vorweg: Die Antwort auf die Frage „Ist das wirklich ultra?" fällt deutlich spannender aus als erwartet.

Die De'Longhi Eletta Ultra mit 4,3-Zoll-Touchdisplay und Milchkaraffe.

Foto: Die De'Longhi Eletta Ultra mit 4,3-Zoll-Touchdisplay und Milchkaraffe.

Edelstahl-Front und größeres Display, aber weniger Lieferumfang

Optisch hat De'Longhi ordentlich nachgelegt. Die Eletta Ultra trägt eine sanft geschwungene Front aus Edelstahl und wirkt damit in der Küche deutlich edler als die eher kantige Explore. Der Rest des Gehäuses besteht aus Kunststoff — allerdings aus hochwertigem: Im Test klapperte und wackelte nichts. Bemerkenswert am Rande: Laut Aufdruck auf dem Karton wird die Maschine weiterhin in Italien gefertigt, was selbst in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit ist. Auch das Touch-Display ist gewachsen, von 3,5 auf 4,3 Zoll.

Sanft geschwungene Edelstahl-Front: Die Ultra wirkt edler als die kantige Explore.

Foto: Sanft geschwungene Edelstahl-Front: Die Ultra wirkt edler als die kantige Explore.

Beim Auspacken gibt es allerdings eine kleine Enttäuschung: Bei der Explore lagen noch ein To-Go-Becher und eine passende Klappe in der Tropfschale bei, in die sich der Becher hineinstellen ließ. Beides fällt bei der Ultra weg. Kein Drama, aber durchaus kurios — beim teureren Modell gibt es weniger Lieferumfang. Wer seinen Kaffee morgens mit zur Arbeit nimmt, sollte das auf dem Zettel haben.

Die zwei Milchbehälter sind bereits von der Eletta Explore bekannt: Der Behälter mit dem schwarzen Deckel ist für heißen Milchschaum zuständig, der mit dem weißen Deckel für kalten.

Schwarzer Deckel für heißen, weißer für kalten Milchschaum.

Foto: Schwarzer Deckel für heißen, weißer für kalten Milchschaum.

Über 50 Getränke - und trotzdem kein Menü-Chaos

Bei der Bedienung glänzt die Eletta Ultra richtig. Über den Touchscreen stehen mehr als 50 heiße und kalte Kaffeespezialitäten zur Auswahl. Das klingt zunächst nach Overkill: 50 Getränke, durch die man sich jeden Morgen klicken muss, um zum Cappuccino zu gelangen. Doch De'Longhi hat mitgedacht und gruppiert die Drinks in Kollektionen: Espresso-Klassiker, Milchgetränke, kalte Getränke und so weiter. In zwei, drei Schritten ist man am Ziel. Das klingt banal, macht im Alltag aber einen großen Unterschied.

Kollektionen gruppieren die über 50 Getränke übersichtlich auf dem Touchscreen.

Foto: Kollektionen gruppieren die über 50 Getränke übersichtlich auf dem Touchscreen.

Dazu kommt die Profilfunktion: Jedes Haushaltsmitglied kann seine Lieblingsgetränke mit eigener Stärke und Menge abspeichern. In Haushalten, in denen zwei oder drei Personen ihren Kaffee jeweils anders mögen, ist das Gold wert.

Alternativ lässt sich die Maschine per App steuern. Das funktioniert grundsätzlich, aber die Ehrlichkeit gebietet: Die App ist nach wie vor ziemlich träge. Da wartet man schon mal einige Sekunden vor dem Ladebalken, während der Kaffee am Gerät längst gestartet wäre. Zum Einrichten der Profile vom Sofa aus ist die App in Ordnung, aber für den täglichen Kaffee braucht man sie nicht.

Espresso-Test: Richtig gut, aber nicht besser als die Explore

Eine Kaffeemaschine kauft man allerdings weder wegen der App noch wegen des Displays. Entscheidend ist der Geschmack — und damit die Frage, ob die Eletta Ultra den Aufpreis auch in der Tasse rechtfertigt. Die kurze Antwort: nicht so wirklich. Die längere: Espresso und Caffè Crema sind trotzdem richtig gut. De'Longhi setzt auf die bewährte Brühgruppe, und das schmeckt man. Der Espresso kommt vollmundig und ausgewogen aus der Maschine. Keine dünne, säuerliche Brühe, die viele günstigere Vollautomaten abliefern, sondern herrlich aromatisch.

Espresso aus der bewährten Brühgruppe: vollmundig und ausgewogen.

Foto: Espresso aus der bewährten Brühgruppe: vollmundig und ausgewogen.

Eine echte Verbesserung gegenüber der Eletta Explore ließ sich im Test allerdings nicht feststellen. Im Gegenteil: Die Crema fällt bei der Ultra sogar dünner aus als bei der Explore, wo sie schön dick auf der Tasse lag. Geschmacklich macht das kaum einen Unterschied, optisch ist eine dicke Crema aber natürlich schöner.

Auch bei der Lautstärke bleibt der Fortschritt überschaubar. De'Longhi bewirbt die Ultra mit einer „Silent Technology" — im Test haben wir beim Mahlen 67 Dezibel gemessen, bei der Explore waren es 69. Auf dem Papier also leiser, im Alltag ist der Unterschied kaum zu hören.

Die "Bean Adapt" Funktion soll Mahlgrad, Menge und Temperatur automatisch auf die verwendete Bohne abstimmen — also genau die Arbeit abnehmen, die das Optimieren des Geschmacks sonst macht. In der Praxis enttäuschte das Feature jedoch etwas. Die Maschine führt nicht Schritt für Schritt zum besten Espresso, sondern schlägt immer nur eine einzige Änderung vor. Schmeckt es danach noch nicht, muss die Funktion komplett neu aufgerufen werden. Nach ein paar Runden war uns das zu mühsam, und wir haben den Espresso von Hand eingestellt. Das funktionierte hervorragend — nur eben nicht so bequem, wie es der Hersteller verspricht.

Bean Adapt soll Mahlgrad, Menge und Temperatur automatisch abstimmen.

Foto: Bean Adapt soll Mahlgrad, Menge und Temperatur automatisch abstimmen.

Milchschaum nach Wunsch: cremig, feinporig, individuell einstellbar

Weiter geht es mit der Milchfunktion, zunächst mit dem schwarzen Behälter für heißen Milchschaum und einem Cappuccino. Das Ergebnis überzeugt: Der heiße Milchschaum ist cremig und feinporig — genau so, wie man ihn sich für einen Cappuccino wünscht. Praktisch ist der Regler im Deckel, mit dem sich die Schaumdicke einstellen lässt. Wer es eher in Richtung Flat White mit weniger Schaum mag, wird diese Einstellmöglichkeit zu schätzen wissen. Die Maschine schlägt für jedes Getränk die passende Reglerposition vor, Raten ist also nicht nötig.

Mit dem Regler im Deckel lässt sich die Schaumdicke einstellen.

Foto: Mit dem Regler im Deckel lässt sich die Schaumdicke einstellen.

Bei der Milchtemperatur haben wir im Test nur 55 Grad gemessen. Viele Kaffeevollautomaten haben das gegenteilige Problem: Sie erhitzen die Milch zu stark, wodurch deren natürliche Süße verloren geht. Die De'Longhi bewegt sich hier am anderen Ende des Spektrums. Allzu lange stehen lassen sollte man einen großen Latte macchiato deshalb nicht — sonst wird er schnell grenzwertig lauwarm.

Cold Brew auf Knopfdruck: Hier legt die Ultra nach

Bei den kalten Getränken lässt die Ultra dann die Muskeln spielen. Klassischer Cold Brew zieht mindestens zwölf Stunden im Kühlschrank — das kann ein Vollautomat naturgemäß nicht leisten. Die Eletta Ultra zaubert aber auf Knopfdruck etwas, das erstaunlich nah herankommt: kein einfach kalt gewordener Kaffee, sondern ein eigenes Verfahren, das den Kaffee milder und weniger bitter macht.

Hier hat De'Longhi gegenüber der Explore tatsächlich nachgelegt: Der Cold Brew kam mit rund 37 Grad aus der Maschine, bei der Eletta Explore waren es noch 48 Grad. In beiden Fällen ist das eher lauwarm als wirklich kalt — mit ein paar Eiswürfeln im Glas und einem Schuss kalter Milch aber trotzdem eine erfrischende Abwechslung für den Sommer.

Nachgemessen: Der Cold Brew kommt mit rund 37 Grad aus der Maschine.

Foto: Nachgemessen: Der Cold Brew kommt mit rund 37 Grad aus der Maschine.

Noch besser gefallen hat uns der Iced Latte. Für den kalten Milchschaum kommt der Behälter mit dem weißen Deckel zum Einsatz, und auch hier gehören ein paar Eiswürfel ins Glas, damit das Getränk wirklich kalt wird. Immerhin: Der kalte Milchschaum fließt mit rund 25 Grad, also etwa Zimmertemperatur, aus dem Auslauf. An die Cremigkeit des heißen Schaums reicht er allerdings nicht heran — er fällt eher flüssig und dünn aus.

Reinigung: Das Milchsystem denkt mit

Bleibt die Frage, wie viel Arbeit die Maschine im Alltag macht. Tropfschale und Kaffeesatzbehälter lassen sich — wie bei fast allen Kaffeevollautomaten — zum Entleeren einfach nach vorne herausziehen und abspülen. Auch die Brühgruppe ist entnehmbar; sie sitzt seitlich hinter einer Serviceklappe hinter dem Wassertank.

Die Brühgruppe sitzt hinter einer Serviceklappe und lässt sich entnehmen.

Foto: Die Brühgruppe sitzt hinter einer Serviceklappe und lässt sich entnehmen.

Beim Milchsystem denkt die Maschine mit: Nach jedem Milchgetränk erinnert sie daran, den Behälter durchzuspülen. Dazu wird der Regler am Deckel auf den Reinigungsmodus gestellt, einmal gedrückt — und die Eletta spült automatisch durch. Für die gründliche Reinigung lässt sich der Milchbehälter zudem relativ einfach auseinanderbauen. Ansonsten gibt es bei der Reinigung nichts Besonderes zu beachten, sie läuft wie bei anderen Vollautomaten auch.

Unser Fazit: Starke Maschine, schwieriger Preis

Zurück zur Frage vom Anfang: Ist die Eletta Ultra wirklich ultra? Ganz klar: Sie ist ein richtig guter Kaffeevollautomat — einer der besten, die wir bisher getestet haben. Der Espresso ist für einen Vollautomaten stark, die Getränkeauswahl gigantisch, und die Bedienung über den Touchscreen bleibt dank der Kollektionen trotzdem intuitiv. Der Milchschaum wird wunderbar cremig, und auch die Cold-Brew-Getränke überzeugen.

Einer der besten Kaffeevollautomaten im Test - wäre da nicht der Preis.

Foto: Einer der besten Kaffeevollautomaten im Test - wäre da nicht der Preis.

Und trotzdem können wir sie zum aktuellen Zeitpunkt nicht uneingeschränkt empfehlen. Der Grund ist schlicht der Preis: Mit rund 1.100 Euro kostet die Eletta Ultra aktuell etwa 300 Euro mehr als die Eletta Explore. Für kleine Verbesserungen wie ein größeres Display und eine hübschere Front ist uns das zu viel. Unsere Empfehlung fällt deshalb konkret aus: Wer mit dieser Maschine liebäugelt, greift besser zur Eletta Explore: Derselbe Espresso, dieselbe Getränkeauswahl, dasselbe Milchsystem, für deutlich weniger Geld.

Wer zusätzlich auf kalte Getränke und die App verzichten kann, sollte sich die De'Longhi Rivelia ansehen: Sie kostet nur rund 600 Euro, bietet eine ähnlich gute Getränkequalität und hat zudem zwei austauschbare Bohnenbehälter. Sollte der Preis der Ultra allerdings irgendwann in Richtung Explore fallen, sieht die Rechnung sofort anders aus — dann ist die Eletta Ultra eine klare Empfehlung.

Vergleichstabelle

Weitere Testberichte

Produktdetails

Leistungen
Geräteplatzierung
Arbeitsplatte
Produkttyp
Espressomaschine
Fassungsvermögen Wassertank
1,8 l
Kaffeezubereitungstyp
Vollautomatisch
Kaffee-Einfüllart
Kaffeebohnen, Gemahlener Kaffee
Behälter für gebrühten Kaffee
Tasse
Maximaler Betriebsdruck
19 bar
Eingebautes Mahlwerk
Ja
Fassungsvermögen Kaffeebohnen
300 g
Kapazität des Behälters für gemahlenen Kaffee
14 Tassen
Milchtank
Ja
Heißwassersystem
Ja
Wasserfilter
Ja
Wasserhärte-Wahlfunktion
Ja
Spülmaschinenfeste Teile
Ja
Ergonomie
Produktfarbe
Metallisch
Gehäusematerial
Metall, Kunststoff
Steuerung
Berührung
Eingebautes Display
Ja
Farbdisplay
Ja
Abnehmbarer Tropfschale
Ja
WLAN
Ja
Einfach zu säubern
Ja
Tassenhalter
Ja
Gewicht und Abmessungen
Breite
235 mm
Tiefe
455 mm
Höhe
380 mm
Gewicht
11 kg
Lieferumfang
Betriebsanleitung
Ja
Löffel enthalten
Ja
Kochfunktionen und -programme
Multi-Getränke
Ja
Kaffeezubereitung
Ja
Espressozubereitung
Ja
Zubereitung von Cappuccino
Ja
Zubereitung von Caffè Americano
Ja
Zubereitung von Café Ristretto
Ja
Zubereitung von Caffè Latte
Ja
Doppio+ Herstellung
Ja
Zubereitung von Espresso Macchiato
Ja
Zubereitung von Latte Macchiato
Ja
Zubereitung von Caffè Lungo
Ja
Zubereitung von heißer Milch
Ja
Zubereitung von Flat White
Ja
Herstellung heißer und kalter Getränke
Ja
Energie
Leistung
1450 W
AC Eingangsspannung
220 - 240 V
AC Eingangsfrequenz
50-60 Hz
Verpackungsdaten
Menge pro Packung
1 Stück(e)
Laden...