Philips LatteGo Pro Aromis Series 8000 Test
Unser Testergebnis
Unser Test-Fazit
Die Philips LatteGo Pro Aromis 8000 ist das neue Topmodell von Philips und bislang der beste Philips-Kaffeevollautomat in unserem Test: Vollwertiger 4,3-Zoll-Touchscreen, App-Steuerung, acht Benutzerprofile und über 50 heiße wie kalte Getränke. Die neue Brühgruppe liefert den besten Philips-Espresso bisher, der jedoch für unseren Geschmack selbst auf feinstem Mahlgrad noch etwas aromatischer sein könnte. Der Milchschaum ist trotz "LatteGo Pro" eher grobporig als cremig. Stark: Cold Brew auf Knopfdruck, das leise Keramikmahlwerk und die einfache Reinigung des schlauchlosen LatteGo-Systems. Ideal für Technikfans mit großer Getränkelust, weniger für Barista-Puristen. In der oberen Preisklasse gibt es bei Kaffee und Schaum stärkere Alternativen.Vorteile
- Riesige Auswahl Über 50 heiße und kalte Getränke, inklusive Cold Brew
- Top Bedienung Touchscreen und App reagieren flott, 8 Profile speicherbar
- Leises Mahlwerk Keramikmahlwerk arbeitet angenehm ruhig und gleichmäßig
- Einfache Reinigung LatteGo-System ohne Schläuche, schnell abgespült
Nachteile
- Espresso zu mild Selbst bei feinstem Mahlgrad kein intensiver Espresso
- Schaum grobporig Milchschaum ist fest und pappig statt cremig
Preisvergleich
Ausführlicher Testbericht
Philips LatteGo Pro Aromis 8000 im Test: Endlich ein gutes Philips-Topmodell?
Philips und Kaffeevollautomaten – das war bislang vor allem eine Frage des Preises. Günstig ja, Spitzenklasse eher nein: viel Plastik, ein häufig zu wässriger Espresso und ein Milchschaum, der mit „cremig" wenig gemeinsam hatte. Genau diese Punkte hatten wir zuletzt beim bisherigen Topmodell, der LatteGo 5500 Series, kritisiert. In gleich mehreren vorangegangenen Tests zeigte sich bei den Philips-Vollautomaten dasselbe Muster: Mäßige Verarbeitungsqualität, ein eher dünner Espresso und ziemlich grobporiger Milchschaum. Nun legt der Hersteller nach: Die neue LatteGo Pro Aromis 8000 Series soll die Oberklasse angreifen – mit vollwertigem Touchscreen, App-Steuerung, einer neuen Brühgruppe und einem überarbeiteten LatteGo-System. Die entscheidende Frage: Hat Philips endlich abgeliefert, oder schleppt auch das neue Modell die alten Probleme mit sich herum?
So viel sei vorweggenommen: Das ist der beste Philips-Vollautomat, den wir bisher im Test hatten. Ob das am Ende reicht, um in dieser Preisklasse mitzuspielen, klären wir im Detail.

Schickes Design, aber keine Premium-Haptik
Beim Auspacken macht die Aromis 8000 zunächst einiges her. Die matte, silberne Oberfläche wirkt edel, moderner und ein gutes Stück hochwertiger als bei den Vorgängern. Auf den ersten Blick eine Maschine, die in der Küche eine gute Figur macht.
Bei näherem Hinsehen relativiert sich der Eindruck jedoch. Das Gehäuse sieht zwar ansprechend aus, besteht aber weiterhin überwiegend aus eher günstigem Kunststoff. An einigen Stellen wirkt die Maschine etwas klapprig, die Spaltmaße sind nicht durchgängig sauber, und die Oberfläche ist ausgesprochen anfällig für Fingerabdrücke. Fairerweise gilt: Die Verarbeitung ist spürbar besser als bei den günstigeren Philips-Modellen. Für eine Maschine, die im Premium-Segment antreten will, bleibt aber Luft nach oben. Schönes Design? Ja. Premium-Haptik? Eher nicht.

Bedienung auf Topniveau: Touchscreen und App überzeugen
Bei der Bedienung hat Philips einen echten Sprung nach vorne gemacht. Herzstück ist der vollwertige 4,3-Zoll-Touchscreen, der übersichtlich und verständlich aufgebaut ist. Hier gibt es kaum etwas zu bemängeln. Ergänzt wird das Ganze durch eine App, deren WLAN-Kopplung im Test auf Anhieb einwandfrei funktionierte und die im Alltag tatsächlich Freude macht.

Die Getränkeauswahl ist beeindruckend: Das Menü umfasst über 50 heiße und kalte Getränke, sodass für praktisch jeden Geschmack etwas dabei ist. Praktisch für Familien, Büros oder WGs sind die bis zu acht individuellen Benutzerprofile, in denen sich persönliche Einstellungen speichern lassen – jeder bekommt seinen Kaffee also genau nach Wunsch, ohne bei jedem Bezug neu justieren zu müssen.

Der sogenannte Barista Assistent ist dagegen wenig mehr als ein Chatbot in der App, der bei der Getränkeeinstellung helfen soll. Ein nettes Gimmick, aber längst nicht so durchdacht gelöst wie bei manchen Wettbewerbern. Den Mahlgrad muss man weiterhin manuell einstellen, klassisch über ein kleines Rädchen im Bohnenfach. Das ist etwas fummelig, sollte aber keinesfalls ignoriert werden – schließlich ist der Mahlgrad die wichtigste Stellschraube für einen guten Geschmack.

Bester Philips-Espresso bisher – und trotzdem zu wässrig
Kommen wir zum wichtigsten Punkt: dem Geschmack. Genau hier zeigt sich, warum die manuelle Mahlgrad-Einstellung so wichtig ist. Philips hat der Aromis 8000 eine neue Brühgruppe spendiert, die im Vergleich zur 5500er deutlich größere Kaffeepucks ermöglicht. Es landet also mehr Kaffeemehl im Brühvorgang – und das schmeckt man tatsächlich. Der Espresso ist relativ ausgewogen und mit Abstand der beste, den wir bisher aus einem Philips-Vollautomaten bekommen haben. Auch der Café Crema sieht ordentlich aus und kommt mit rund 82 Grad richtig heiß in die Tasse.

Der entscheidende Haken folgt jedoch: Selbst mit dem feinsten Mahlgrad und der höchsten Intensität geraten die Getränke für unseren Geschmack noch etwas zu wässrig, und die Crema fällt entsprechend dünn aus. Unser Eindruck: Dem Mahlwerk fehlen in Richtung fein schlichtweg ein paar weitere Stufen. Die Maschine kann gar nicht so fein mahlen, wie es nötig wäre, um einen wirklich vollmundigen Espresso herauszuholen. Besonders schade, weil das Potenzial klar erkennbar ist: Die neue Brühgruppe ist ein echter Fortschritt – doch das Mahlwerk zieht nicht mit.

Positiv fällt die Lautstärke auf. Mit rund 70 db beim Mahlen zählt die Aromis zu den leiseren Vollautomaten in unserem Testfeld.

Milchschaum: Das „Pro" hält nicht, was es verspricht
Beim Milchsystem hat sich Philips etwas bei De'Longhi abgeschaut: Die Aromis kommt mit zwei Milchbehältern, einem für kalte und einem für warme Milch - ein Konzept, das wir bereits von der Eletta Explore kennen. Der neue LatteGo-Pro-Behälter macht dabei einen deutlich wertigeren Eindruck als bei der 5500er, ist etwas größer geworden und der Deckel sitzt spürbar fester. Handwerklich hat Philips hier also nachgebessert.

Leider gilt das nicht für das Ergebnis in der Tasse. Der Milchschaum bleibt grobporig und fest, fast schon pappig – also genau das Gegenteil von weich und cremig. Damit ist er ähnlich schwach wie bei allen anderen bisher getesteten LatteGo-Vollautomaten. Immerhin stimmt die Milchtemperatur nun: Im Test haben wir rund 65 Grad gemessen. Einstellen lässt sich hingegen kaum etwas – weder die Dicke des Schaums noch die Temperatur sind anpassbar. Wem cremiger Mikroschaum für Cappuccino oder Latte Macchiato wichtig ist, wird mit dieser Maschine nicht glücklich. Gerade das „Pro" im Namen hatte hier eine spürbare Verbesserung erwarten lassen – umso mehr, als die konstruktiven Nachbesserungen am Behälter durchaus Hoffnung geweckt hatten. Am eigentlichen Kernproblem, der Schaumqualität, ändern sie allerdings nichts.

Cold Brew auf Knopfdruck: Ein gelungenes Extra
Die Aromis 8000 kann nicht nur heiß. Ein guter Teil der über 50 Getränke ist kalt – inklusive Cold Brew auf Knopfdruck, also kalter Kaffeespezialitäten ohne stundenlanges Warten. In der Praxis funktioniert das erstaunlich gut. Der Cold-Brew-Kaffee kommt mit etwa 25 Grad und damit rund Zimmertemperatur aus der Maschine, deutlich kälter als beim normalen Bezug. Mit ein paar Eiswürfeln und einem Schuss kalter Milch entsteht daraus ein erfrischendes Kaltgetränk.

Beim kalten Milchschaum zeigt sich ein ähnliches Bild: Mit 45 Grad ist er zwar eher lauwarm als wirklich kalt, aber immerhin merklich kühler als bei den Heißgetränken. Die Schaumkonsistenz ist mit dem heißen Milchschaum vergleichbar, also eher auf der festen Seite. Geschmacklich hat uns der Iced Flat White dennoch überzeugt. Wer im Sommer gerne zu Kaltgetränken greift, bekommt hier also ein sinnvolles Zusatzangebot, das über eine bloße Alibi-Funktion hinausgeht – auch wenn die Aromis kein spezialisiertes Kaltgetränke-Gerät ersetzt.

Reinigung: Weiterhin eine Stärke des LatteGo-Systems
Bei der Reinigung bleibt Philips seinem bewährten Konzept treu. Das LatteGo-Milchsystem kommt komplett ohne Milchschläuche aus, der Behälter besteht aus wenigen Teilen und lässt sich einfach abnehmen und ausspülen. Das war schon immer eine der größten Stärken des Systems, und durch die wertigere Machart des neuen Behälters ist das Handling sogar noch etwas besser geworden. Wer täglich Milchgetränke trinkt, weiß das zu schätzen – viele Konkurrenten mit Schlauchsystemen machen an dieser Stelle deutlich mehr Arbeit.

Auch sonst gestaltet sich die Reinigung unkompliziert: Tropfschale und Kaffeesatzbehälter lassen sich zum Entleeren nach vorne herausziehen, und auch die Brühgruppe ist zur Reinigung entnehmbar. Dazu kommen die üblichen Reinigungsprogramme, die sich bequem über den Bildschirm ansteuern lassen.
Unser Fazit: Der beste Philips – aber noch nicht ganz oben
Zurück zur Ausgangsfrage: Ist die 8000er-Serie besser als ihre Vorgänger? Eindeutig ja. Die LatteGo Pro Aromis ist ein spürbares Upgrade und ohne Zweifel der beste Philips-Vollautomat, den wir bisher getestet haben – mit vollwertigem Touchscreen, App-Steuerung, acht Benutzerprofilen, neuer Brühgruppe und verbessertem LatteGo-System. Die Bedienung ist top, die Getränkeauswahl riesig.
Reicht das, um mit der Konkurrenz in dieser Preisklasse mitzuhalten? Hier wird es schwierig. Mit rund 900 Euro ist die Aromis zum Zeitpunkt unseres Tests deutlich teurer als die 5500er-Serie, und für dieses Geld gibt es starke Alternativen. Unter der Haube leidet die Maschine tendenziell unter denselben Schwächen wie ihre günstigeren Vorgänger: Der Espresso gelingt zwar deutlich besser, bleibt aber selbst auf höchster Intensität und feinstem Mahlgrad etwas zu wässrig, und der Milchschaum ist alles andere als fein und cremig. Philips hat vieles modernisiert – ausgerechnet an den beiden Punkten, die am Ende in der Tasse zählen, jedoch nicht genug.
Wer in diesem Preisbereich unterwegs ist, sollte sich unbedingt die De'Longhi Eletta Explore ansehen. Sie bietet einen ähnlichen Funktionsumfang inklusive kalter Milchgetränke, macht aber den deutlich besseren Kaffee – vollmundig, ausgewogen und mit dicker Crema. Beim Milchschaum lässt sich dort sogar die Konsistenz einstellen. Für uns bleibt die Aromis 8000 damit ein gelungenes, aber kein rundum überzeugendes Topmodell: Viel Fortschritt bei Ausstattung und Bedienung, aber etwas zu wenig genau dort, wo es beim Kaffee wirklich zählt.