MOVA V70 Ultra Complete Test
Unser Testergebnis
Unser Test-Fazit
Der MOVA V70 Ultra Complete ist ein umfangreich ausgestatteter Saug- und Wischroboter der gehobenen Mittelklasse und technisch eng mit Dreames Topmodellen verwandt. Besonders beim Wischen überzeugt er: Das ausfahrbare Pad reinigt gründlich an Fußleisten und Stuhlbeinen. Schwellen bis 5 cm meistert er mühelos, und die beutellose Station spart Wartung und Folgekosten. Auf Parkett saugt er stark, auf strukturierten Teppichen bleibt mitunter etwas liegen. Die Navigation braucht anfangs etwas Nachhilfe per App, und auf höchster Stufe ist er recht laut.Vorteile
- Wischt an Möbelbeinen Ausfahrbares Pad reinigt bis an Stuhlbeine
- Top Kletterkünstler Nimmt 5-cm-Schwellen im ersten Anlauf
- Station ohne Beutel Auswaschbarer Staubbehälter, keine Folgekosten
- Wäscht Mopps mit 65 °C Danach trocknet Heißluft sie
Nachteile
- Navigation mit Schwächen Unter Schränke oft nur mit Hilfe in der App
- Recht laut Auf höchster Stufe störend im Homeoffice
Preisvergleich
Ausführlicher Testbericht
MOVA V70 Ultra Complete im Test: Fast ein Dreame X60, nur günstiger?
Der MOVA V70 Ultra Complete sieht dem Dreame X60 Pro Ultra Complete zum Verwechseln ähnlich. Auch er hat eine ausfahrbare Seitenbürste und ein ausfahrbares Wischpad, ist aber der günstigere der beiden. MOVA gehört zum selben Konzern wie Dreame, der Vergleich liegt also nahe. Wir haben den V70 ausführlich getestet und zeigen, wo er mit dem teureren Verwandten mithält, wo er ihn sogar überholt und an welcher Stelle gespart wurde.
Erster Eindruck: Viel Zubehör und ein Wischpad, das ausfährt
Das Wort „Complete“ im Namen nimmt MOVA ernst. Im Karton liegen acht Wischmopps, zwei Seitenbürsten, zwei Hauptbürsten, zwei Filter und dazu Reinigungsmittel. Damit ist der V70 ähnlich gut ausgestattet wie der Dreame.
Gut verarbeitet ist der Roboter auch. Er misst 35 cm im Durchmesser und ist mit eingefahrenem Laserturm nur 8,8 cm hoch, praktisch genauso flach wie der X60. Unser Testgerät ist weiß, alternativ gibt es den V70 in Schwarz.
Das Auffälligste sitzt an der Seite: Die Seitenbürste fährt 12 cm aus, eines der Wischpads 16 cm. So erreicht der Roboter Fußleisten, Stuhlbeine und Ecken, an die ein gewöhnlicher Saugroboter nicht herankommt. Beim X60 schafft das Wischpad sogar 18 cm. Ins Auge fallen außerdem die Reifen, die grob profiliert und so stabil wirken wie bei einem Geländewagen. Dazu mehr im Klettertest.
Navigation: Im Alltag sicher, unter Schränken braucht er Hilfe
Wie der X60 orientiert sich der V70 mit einem versenkbaren Laserturm auf der Oberseite und einer Kamera an der Front. MOVA verspricht, dass er damit über 300 verschiedene Hindernisse erkennt. In der Praxis umfährt er fast alles, was wir ihm in den Weg legen. Nur unser rotes Buch auf dem Teppich erkennt die Kamera nicht zuverlässig, ein Problem, das wir bei so flachen Gegenständen öfter sehen. Im Alltag kommt man mit der Navigation gut zurecht.
Mit eingefahrenem Turm passt der Roboter unter die meisten Sideboards, unters Sofa und unter viele Heizkörper, zumindest in der Theorie. Unter unserem Ikea-Schrank sind 10 cm Platz, das reicht eigentlich locker, und trotzdem lässt der V70 die Stelle beim Wischen zunächst aus. Auch nachdem wir den Schrank in der App eingetragen haben, ändert sich daran nichts. Erst als wir die Fläche als „tiefliegenden Bereich“ markieren, schaltet er sein Licht ein, fährt den Turm ein und wischt gezielt unter dem Schrank.
Der X60 hatte das von selbst geschafft. Er gleitet auch insgesamt geschmeidiger durch die Wohnung und erkennt Hindernisse noch etwas besser. An der Navigation hat MOVA aus unserer Sicht etwas gespart. Wer sich bei der Ersteinrichtung einmal Zeit für die Karte nimmt, bekommt aber auch mit dem V70 saubere Böden unter den Möbeln.
Saugtest: Auf Parkett stark, auf unserem Teppich bleibt etwas liegen
Im Datenblatt stehen 40.000 Pascal, die Einheit, in der Hersteller die Saugkraft angeben. Das sind 2.000 weniger als beim X60, aber immer noch sehr viel. Wie immer verteilen wir 30 g Haferflocken auf unserem blauen Teppich und lassen den Roboter auf höchster Stufe saugen. Wo wenig liegt, ist hinterher alles sauber. Wo die Flocken auf einem Haufen lagen, bleibt einiges zurück, das haben wir schon besser gesehen.
Danach folgen 30 g Katzenstreu, einmal auf Teppich und einmal auf Hartboden. Auf dem Parkett liegen am Ende nur noch ein paar Krümel an der Teppichkante. Auf dem Teppich bleibt erneut etwas zurück. Der V70 hat offensichtlich Probleme mit der Struktur unseres Teppichs, an der sich fairerweise viele Saugroboter schwertun.
In den Ecken überzeugt der erste Durchlauf nicht: Der Roboter schrappt recht laut durch das Streu und lässt Reste von Haferflocken und Streu liegen. Im zweiten Durchgang nutzen wir den gründlicheren CleanGenius-Modus, die Automatik, die die Reinigungsleistung selbstständig an die Verschmutzung anpasst. Dann fährt auch die Seitenbürste aus und kehrt den Rest aus den Ecken. Wir empfehlen diesen Modus deshalb von Anfang an. Insgesamt ist das Saugergebnis in Ordnung, erreicht aber nicht ganz das Niveau des X60.
Gut gelöst ist der Umgang mit Haaren. Der V70 holt sie aus dem Teppich und rollt sie zu kleinen Ballen zusammen, die man anschließend einfach aufsammelt. Ein paar Haare wickeln sich um ein Rad, das bleibt aber überschaubar.
Störend ist die Lautstärke, die von der ersten Minute an auffällt. Im höchsten Modus messen wir 65 dB, und wer im Homeoffice daneben sitzt, wird das merken. Der X60 kommt auf höchster Stufe in unserer Messung auf denselben Wert, klingt wegen seiner Tonlage aber etwas angenehmer.
Wischtest: Hier ist der V70 fast ein X60
Beim Wischen hat uns der V70 begeistert. Wir testen den Härtefall, der zu Hause hoffentlich selten vorkommt: einen halben Espresso und etwas Ketchup auf dem Boden. Das ausfahrbare Wischpad ist dabei sehr häufig im Einsatz und erreicht Stellen, die man sonst von Hand nachwischen müsste. Manchmal fährt der Roboter zwei Runden, und so viel, wie nach der ersten noch liegt, braucht es die zweite auch. Werden die Mopps zu schmutzig, erkennt er das, fährt selbstständig in die Station, wäscht sie aus und wischt mit sauberen Mopps weiter.
Am stärksten ist die Reinigung rund um Stuhlbeine. Stellt man Saugen und Wischen gleichzeitig ein, reinigt der V70 dort so gründlich, wie wir es bisher nur beim X60 gesehen haben. Dessen Wischpad fährt zwar 2 cm weiter aus, im Ergebnis ist davon aber kaum etwas zu merken.
Bleibt das heiße Wasser. MOVA wirbt mit bis zu 100 °C für die Mopp-Wäsche, erreicht hat das in unseren Tests bisher kein Roboter. Der V70 kommt in der Station auf 65 °C und damit auf den höchsten Wert, den wir bei einem Saugroboter gemessen haben. Der X60 bleibt an derselben Stelle 9 °C darunter. Auf den Wischpads kommen allerdings bei beiden nur noch rund 30 °C an, der Vorsprung fällt im Alltag also kleiner aus, als die Zahl vermuten lässt.
Station ohne Staubbeutel: Wenig Wartung, keine Folgekosten für Beutel
Die Station fasst 4 l Frischwasser und 3,5 l Abwasser, im Roboter sitzt ein Staubbehälter mit 300 ml. Das entspricht dem Stand der Vorgänger-Generation. Dazu kommen zwei getrennte Kammern für Reinigungsmittel, MOVA legt einen Universalreiniger und ein Mittel gegen Tiergerüche bei.
Neu ist, dass die Station ohne Staubsaugerbeutel auskommt. Stattdessen steckt darin ein Behälter, den man ausleert wie bei einem Akkustaubsauger. MOVA nennt ihn EcoCyclone. Er lässt sich komplett auswaschen, hat einen eingebauten Filter und muss laut Hersteller erst nach bis zu 100 Tagen geleert werden. Hier hat der V70 dem X60 etwas voraus, denn dessen Station braucht weiterhin klassische Beutel.
Die Mopps trocknet die Station mit 70 °C heißer Luft, das Waschbrett wird dabei gleich mit abgespült. Die Trocknungsdauer lässt sich zwischen einer und vier Stunden einstellen. An Wartung bleibt damit wenig übrig.
Klettertest: 5 cm im ersten Anlauf
Der V70 hat kleine Roboterbeine, die das Fahrgestell anheben, und daran sitzen die massiven Reifen mit grobem Profil. MOVA nennt das System StepMaster 2.0 und bewirbt es mit bis zu 9 cm Hindernishöhe. Im Kleingedruckten steht allerdings, dass damit zwei aufeinanderfolgende Stufen zusammengerechnet sind.
Unsere einteilige Schwelle ist 5 cm hoch, und der V70 nimmt sie beim allerersten Anlauf, ohne zurückzusetzen und ohne zweiten Versuch. Damit gehört er beim Klettern zu den besten Geräten, die wir getestet haben. Der X60 tut sich an derselben Stelle deutlich schwerer: Seine App meldet die 5 cm schon beim Kartieren als zu hoch, und als wir ihn trotzdem darüber schickten, schaffte er es gerade so. Wer hohe Schwellen in der Wohnung hat, ist mit dem günstigeren V70 klar besser bedient.
App: Aufgeräumt und von Dreame bekannt
An der App haben wir wenig auszusetzen. Sie ist aufgeräumt, die Karte lässt sich nachjustieren, Zonen lassen sich festlegen, und Schwellen trägt man nach der Kartierung einfach ein. Im Prinzip handelt es sich um die Dreame-App mit anderem Logo. Zeitpläne und Sperrzonen sind vorhanden, ebenso eine Sprachsteuerung, die mal gut und mal weniger gut funktioniert.
Teppiche erkennt der Roboter automatisch. Je nach Einstellung hebt er Mopps und Bürsten an oder lässt die Mopps gleich in der Station. Dazu kommt ein Haustiermodus, der Tiere und ihre Hinterlassenschaften erkennen soll und auf Wunsch Fotos davon macht. Das kennen wir so vom Dreame, und es funktioniert einwandfrei.
Unser Fazit: Viel X60 für weniger Geld
Beim Wischen ist der MOVA V70 Ultra Complete fast ein X60, beim Klettern ist er klar besser. Auch wenn er die versprochenen 100 °C nicht erreicht, hatten wir so heißes Wasser noch in keiner Station, und die Lösung ohne Staubsaugerbeutel hat uns überzeugt. Gespart hat MOVA beim Fahren: Der X60 findet von allein unter die Schränke und erkennt Hindernisse etwas besser, dem V70 muss man anfangs mit der Karte helfen. Auf unserem blauen Teppich ist keiner der beiden richtig stark.
Entscheidend ist der Preis. Der V70 ist aktuell für weniger als 1.000 Euro zu haben, und das ist für diese Ausstattung ein starkes Angebot. Der Dreame X60 Pro Ultra Complete kostet mehr, fährt dafür eleganter und geschmeidiger und bleibt aus unserer Sicht knapp vorn. Der Abstand ist aber gering. Wer auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis achtet, greift zum MOVA.
Die Preise von Saugrobotern schwanken allerdings stark, ein Blick auf den Preisverlauf lohnt sich vor dem Kauf. Der X60 ist zuletzt ebenfalls günstiger geworden, und zum Black Friday dürfte sich noch einmal etwas bewegen. Liegt er nur noch wenig über dem MOVA, sieht die Rechnung anders aus.