Ninja JC151EU Test
Unser Testergebnis
Unser Test-Fazit
Der Ninja JC151EU ist ein solider Einstieg in die Welt der Kaltpresser. Besonders beim Entsaften von Spinat und Blattgemüse überzeugt er mit hoher Ausbeute und nährstoffschonendem Ergebnis. Das minimalistische Design passt gut in moderne Küchen, und die spülmaschinenfesten Teile erleichtern die Reinigung. Im Alltag fällt jedoch die enge Einfüllöffnung auf, die mehr Schneidarbeit bedeutet. Bei harten Zutaten wie Karotten produziert das Gerät störendes Quietschen und Vibrationen. Für Einsteiger, die gelegentlich frische Säfte und grüne Shots zubereiten möchten, ist der Ninja eine faire Wahl im mittleren Preissegment.Vorteile
- Grüne Säfte Spinat & Blattgemüse mit hoher Ausbeute und Nährstoffen
- Leicht zu reinigen Alle Teile spülmaschinengeeignet, Bürste inklusive
- Zwei Filter Wahlweise klar oder fruchtig, je nach Zutat
- Einfache Montage Zusammenbau ohne Anleitung in wenigen Griffen
Nachteile
- Enger Einfüllschacht Hartes Obst & Gemüse muss klein geschnitten werden
- Laut bei Karotten Quietscht und wackelt spürbar bei harten Zutaten
Preisvergleich
Ausführlicher Testbericht
Ninja Slow Juicer JC151EU im Test: Vom Skeptiker zum Fan?
Langsamer entsaften, damit am Ende ein gesünderer Saft herauskommt? Was im ersten Moment nach reinem Marketing klingt, hat tatsächlich einen handfesten technischen Hintergrund – und genau hier setzt der Ninja Slow Juicer JC151EU an. Statt Obst und Gemüse wie ein klassischer Entsafter mit hoher Drehzahl zu zerschleudern, presst er die Zutaten mit einer langsam drehenden Pressschnecke schonend aus. Das klingt überzeugend, doch kann ein so puristisch gehaltenes Gerät im Alltag wirklich mithalten – oder bleibt am Ende nur ein gutes Konzept? Wir haben den Ninja ausgiebig getestet.

Warum langsam besser sein kann: das Prinzip Kaltpressen
Um zu verstehen, warum sich der Aufwand überhaupt lohnt, hilft ein kurzer Blick auf die Technik. Ein klassischer Zentrifugalentsafter arbeitet mit einer Reibscheibe, die sich mit bis zu 15.000 Umdrehungen pro Minute dreht. Obst und Gemüse werden dabei zerkleinert und mit hoher Geschwindigkeit gegen ein Sieb geschleudert – der Saft wird quasi herausgedrückt. Das geht zwar extrem schnell, hat aber einen Haken: Durch die hohe Drehzahl entstehen Wärme und es gelangt viel Sauerstoff in den Saft. Beides führt zu Oxidation, wodurch hitzeempfindliche Vitamine, Enzyme und Antioxidantien teilweise verloren gehen.
Der Ninja geht es deutlich gemächlicher an. Seine Pressschnecke dreht sich mit unter 100 Umdrehungen pro Minute und zerdrückt die Zutaten langsam, statt sie zu zerschleudern. Das Ergebnis: weniger Hitze, weniger Sauerstoff und damit weniger Oxidation – am Ende bleiben mehr Nährstoffe im Glas. Der entscheidende Vorteil eines Slow Juicers ist also zunächst unsichtbar. Geschmacklich wird man den Unterschied kaum bemerken, dafür macht er sich eher langfristig am eigenen Wohlbefinden bezahlt. Wer also einen sofort spürbaren Effekt im Glas erwartet, wird kaum fündig – der eigentliche Mehrwert liegt im Verborgenen und zahlt sich erst über die Zeit aus. Im Gegenzug sollte man wissen: Ein Slow Juicer arbeitet spürbar langsamer als ein gewöhnlicher Entsafter.

Aufgeräumtes Design mit einem kleinen Haken
Das Erste, was am Ninja positiv auffällt: Das Gerät sieht richtig gut aus. Das Design ist betont minimalistisch und clean, es gibt keine unnötigen Knöpfe, und das matte Grau fügt sich problemlos in jede Küche ein. Mit 3,6 Kilogramm ist der Slow Juicer zudem angenehm leicht und lässt sich gut verstauen, wenn er nicht dauerhaft auf der Arbeitsplatte stehen soll.
Ganz ohne Abstriche kommt der schicke Auftritt allerdings nicht aus. Fasst man das Gerät an, merkt man schnell, dass viel Plastik im Spiel ist – der Ninja wirkt auf den ersten Blick hochwertiger, als er sich tatsächlich anfühlt. Etwas mehr Substanz hätte ihm gutgetan. Ein weiterer Wermutstropfen ist das mit nur 80 Zentimetern recht kurze Netzkabel: Je nach Küchenaufbau kann die Steckdose damit schon einmal außer Reichweite geraten.

Kinderleicht zusammengebaut – und clever ausgestattet
Beim Aufbau macht es einem der Ninja leicht. Der Zusammenbau ist denkbar einfach und intuitiv: Zuerst kommt die Pressschnecke ins Gerät – das spiralförmige Herzstück, das sich langsam dreht und die Zutaten zerdrückt und auspresst. Darüber sitzt der Filter, ein feines Sieb, das den Saft vom Fruchtfleisch trennt, und ganz oben wird die Einfüllkammer aufgesetzt. Wer das Gerät zum ersten Mal in der Hand hat, ist binnen weniger Augenblicke startklar.

Auch beim Zubehör zeigt sich der Ninja gut sortiert. Mitgeliefert werden ein Saftbehälter mit 700 Millilitern, ein separater Fruchtfleischbehälter mit 1,1 Litern Fassungsvermögen, in den die ausgepressten Reste automatisch fallen, eine Reinigungsbürste sowie gleich zwei verschiedene Filter. Der schwarze Filter besitzt kleinere Löcher und sorgt für Saft mit weniger Fruchtfleisch, während der orangefarbene Filter mit seinen größeren Löchern für ein fruchtigeres Ergebnis gedacht ist – ideal etwa bei Birnen oder Ananas. So lässt sich der Saft unkompliziert an den eigenen Geschmack anpassen.

Im Alltag simpel bedient – aber mit Eigenheiten
Die eigentliche Bedienung ist schnell erklärt: Start-Taste drücken, den Anti-Tropf-Hebel öffnen, die Zutaten nach und nach in den Einfüllschacht geben und bei Bedarf mit dem Stopfer nachhelfen. Praktisch ist die Reverse-Taste, mit der sich die Pressschnecke kurz rückwärts drehen lässt – verklemmen sich einmal Fasern oder größere Stücke, wie es bei Ingwer oder Sellerie schon vorkommt, löst sich die Verstopfung damit im Handumdrehen.

Der Entsaftungstest: stark beim Grün, laut bei der Karotte
Den Kern eines jeden Slow Juicers bildet natürlich das Entsaften selbst, und hier haben wir den Ninja mit ganz unterschiedlichen Zutaten auf die Probe gestellt. Den Auftakt machten Karotten – der eigentliche Härtetest, denn sie sind besonders hart. Der Ninja meistert das im Grunde gut: Der Saft kommt intensiv und in einer satten orangen Farbe heraus, auch die Konsistenz stimmt. Allerdings zeigt sich hier die größte Schwäche: Bei den Karotten wackelt das Gerät spürbar und wirkt nicht sonderlich robust. Dazu gesellt sich ein irritierendes Quietschen, das mit der Zeit immer schriller wird – man hat fast das Gefühl, gleich gehe etwas kaputt, auch wenn dem nicht so ist. Dass dabei ein paar Karottenscheiben danebenfallen, hält sich immerhin in Grenzen.
Deutlich entspannter geht es bei weicheren Zutaten zu. Äpfel verarbeitet der Ninja ruhig und liefert einen schön klaren Saft, auch Orangen werden sauber ausgepresst, das Ergebnis ist fruchtig und die Trennung von Saft und Fruchtfleisch funktioniert zuverlässig. Damit zeichnet sich ein klares Muster ab: Vor allem die harten, faserigen Zutaten machen dem Ninja zu schaffen, während er bei allem Weicheren ruhig und sauber arbeitet. Sein eigentliches Highlight spielt der Ninja aber beim Blattgemüse aus: Beim Spinat überzeugt er auf ganzer Linie. Der Saft ist intensiv grün, geschmacklich kräftig und die Ausbeute entsprechend hoch – genau hier sind Slow Juicer bauartbedingt im Vorteil. Über alle Zutaten hinweg bewährt sich zudem das Behältersystem: Die ausgepressten Reste fallen direkt in den Fruchtfleischbehälter, was den Ablauf spürbar angenehmer macht.

Zum Abschluss durfte das beiliegende Rezept nicht fehlen – ein gesunder Shot aus Ingwer, Orange und Karotte. Das Ergebnis kann sich schmecken lassen: schön scharf durch den Ingwer und in der Konsistenz genau richtig. Schade ist allerdings, dass dem Gerät kein richtiges Rezeptbuch und keine App beiliegen, sondern lediglich zwei Rezepte. Gerade zu Beginn weiß man oft nicht, welche Kombinationen gut funktionieren – etwas mehr Inspiration wäre hier eine wertvolle Stütze gewesen.
Reinigung: spülmaschinenfest, aber kleinteilig
Nach dem Saft folgt der ungeliebte Teil: die Reinigung. Die gute Nachricht vorweg – alle abnehmbaren Teile dürfen in die Spülmaschine, lediglich die Motorbasis bleibt außen vor und wird einfach mit einem Tuch abgewischt. Für das feine Sieb, in dem sich gern einmal Fasern festsetzen, liegt zudem eine Reinigungsbürste bei, die gute Dienste leistet.
Unterm Strich geht die Reinigung in Ordnung, ganz ohne Einschränkung ist sie aber nicht: Ein Slow Juicer besteht naturgemäß aus vielen Einzelteilen, und entsprechend dauert das Säubern etwas länger als bei einem simplen Gerät. Ein echter Dealbreaker ist das nicht – aber ein Punkt, den man im Hinterkopf behalten sollte, wenn man das Gerät täglich nutzen möchte.

Unser Fazit: Der Ninja Slow Juicer überzeugt (fast) in den meisten Punkten
Das Konzept des Kaltpressens überzeugt: Mehr erhaltene Nährstoffe und eine bessere Saftausbeute sind handfeste Argumente, die im Alltag für sich sprechen. Und der Ninja setzt das ansprechend um – das minimalistische Design, der kinderleichte Zusammenbau, die zwei Filter für unterschiedliche Fruchtfleisch-Vorlieben und nicht zuletzt das überzeugende Entsaftungsergebnis wissen zu gefallen. Besonders der intensiv grüne Spinatsaft und der scharfe Ingwer-Shot bleiben in Erinnerung.
Auf der anderen Seite trüben einige Eigenheiten das Bild: die kleine Einfüllöffnung mit der lästigen Schnippelarbeit, das Quietschen und Wackeln bei harten Zutaten sowie der umständliche Anti-Tropf-Hebel, den man ständig vergisst. Schwer genug, um vom Kauf abzuraten, wiegen diese Punkte jedoch nicht. Unterm Strich macht man mit dem Ninja Slow Juicer JC151EU nichts falsch – wer mit den genannten Eigenheiten leben kann, erhält einen Slow Juicer, den wir guten Gewissens empfehlen. Damit eignet er sich vor allem für alle, die den Einstieg ins Kaltpressen suchen und Wert auf ein schickes, unkompliziertes Gerät legen – und die bereit sind, für die gesünderen Säfte ein wenig Schnippelarbeit in Kauf zu nehmen. Ein perfektes Gerät ganz ohne Macken ist der Ninja nicht, ein sympathischer Allrounder für den täglichen Saft aber allemal.