Bosch Unlimited 10 Test
Unser Testergebnis
Unser Test-Fazit
Der Bosch Unlimited 10 ist ein hochwertig verarbeiteter Akku-Stabstaubsauger, der im Alltag überzeugt: Fugen werden schon im Automatikmodus sauber, auf Mittel- und Hochflor bleibt praktisch nichts liegen, und lange Haare lösen sich dank dicker Bürstenwalze von selbst wieder ab. Die Untergrunderkennung arbeitet zuverlässig, das Gerät bleibt spürbar leiser als viele Premium-Konkurrenten. Größter Pluspunkt ist der 18-Volt-Wechselakku aus dem Bosch-System, der auch in Werkzeugen steckt. Schwächen: Der 0,4-Liter-Behälter ist klein und fummelig, die Hartbodenbürste tut sich in Ecken schwer, und das knapp 2,5 kg schwere Gerät wirkt in Kurven träge. Wischen kann er nicht. Für Haushalte mit Teppich, Tieren und vorhandenem Bosch-Akku eine sehr gute Wahl im oberen Preissegment.Vorteile
- Starke Saugleistung Teppich, Fugen und Hochflor werden zuverlässig sauber
- Haare wickeln kaum Dicke Walze löst lange Haare von selbst
- Angenehm leise Selbst im Boost-Modus deutlich leiser als viele Rivalen
- Akku aus Bosch-System 18-V-Akku passt auch in Bohrmaschine und Co.
Nachteile
- Kleiner Behälter 0,4 Liter, Entleeren braucht Fingerspitzengefühl
- Anzeige ungenau Restlaufzeit zu optimistisch, Prozentwert fehlt
Preisvergleich
Ausführlicher Testbericht
Bosch Unlimited 10 im Test: Akku-Sauger mit Werkzeug-Genen
Bei Akku-Staubsaugern denkt man zuerst an Dyson. Bosch verbindet man eher mit Bohrmaschinen als mit Premium-Haushaltsgeräten, und genau deshalb ist der Bosch Unlimited 10 so interessant. Das Flaggschiff der Unlimited-Serie läuft mit demselben 18-Volt-Akku, der auch im Akkuschrauber und im Rasenmäher steckt, und tritt trotzdem gegen die teuersten Geräte am Markt an. Wir haben ihn in unserem Testlabor durch das komplette Programm geschickt: Haferflocken auf Parkett, Katzenstreu in Ecken, Bügelperlen im Hochflor und lange Haare auf der Bürstwalze. Das Ergebnis war für uns die Überraschung des Tests.

Auspacken: hier kommt ein ganzes Toolkit
Das Auspacken dauert bei der Vollausstattung ein Weilchen. Im Karton liegen Saugkopf und Saugrohr, die MicroClean-Universaldüse, die weiche Hartbodendüse, eine große Polsterdüse, eine motorisierte Mini-Turbodüse, eine Abstaubbürste, zwei Fugendüsen, ein Akku samt externem Ladegerät, die Wandhalterung und eine Zubehörschiene mit zwei Adaptern. Das klingt nicht nur nach viel, das ist ein komplettes Werkzeugset.
Die Verarbeitung liegt auf dem Niveau, das man von Bosch erwartet. Nichts knarzt, nichts wackelt, jedes Teil rastet mit einem satten Klick ein. Zusammen mit dem kantigen Universal-Akku am Griffende fühlt sich der Unlimited 10 in der Hand tatsächlich eher nach hochwertigem Werkzeug an als nach Haushaltsgerät. Wer schon einmal einen Bosch-Akkuschrauber benutzt hat, kennt das Gefühl.
Diese Vollausstattung hat allerdings ihren Preis: Rund 650 Euro kostet das große Bundle derzeit. Es gibt den Unlimited 10 auch als Solo-Kit für 379 Euro, dann allerdings ohne Akku. Wer ohnehin passende Bosch-Akkus in der Garage liegen hat, fährt damit deutlich günstiger. Vor dem Kauf lohnt deshalb ein genauer Blick darauf, welches Paket man wirklich braucht und welche Düsen die eigenen Böden überhaupt verlangen.
Damit die Aufsätze nicht in der Wohnung herumliegen, montiert man die Wandhalterung zusammen mit der Zubehörschiene an die Wand. Alle Düsen hängen dann griffbereit neben dem Gerät, und der Akku lädt in der Halterung gleich mit. Das ist eine Kleinigkeit, aber sie entscheidet darüber, ob man das Zubehör im Alltag tatsächlich benutzt oder ob es in der Abstellkammer verschwindet.

Display und Untergrunderkennung: das Gerät denkt mit
Der Unlimited 10 erkennt automatisch, auf welchem Untergrund gerade gesaugt wird, zeigt das im Display an und passt die Saugleistung entsprechend an. Solche Sensoren haben inzwischen mehrere Hersteller verbaut, bei Bosch funktioniert die Erkennung von allen bisher getesteten Geräten am besten. Man fährt vom Parkett auf den Teppich, sieht im Display den Wechsel und hört gleichzeitig, wie der Motor anzieht. Überlegen, welche Stufe gerade die richtige ist, muss man nicht mehr.

Das Display selbst ist ein kleines Highlight. Es führt durch die drei Saugstufen Eco, Auto und Turbo, die sich direkt durchschalten lassen, und öffnet darüber hinaus ein Menü mit drei weiteren Modi für leises Saugen, Fahrzeuge und feine Teppiche. Dazu kommen Tutorials, also eine digitale Bedienungsanleitung mitten im Saugvorgang. Das ist reichlich viel Schnickschnack für einen Staubsauger, funktioniert aber gut.
Ganz ohne Eingewöhnung geht es allerdings nicht. Die drei Grundstufen liegen auf einer Taste, die Zusatzmodi erreicht man über das Menü, und wer den Fahrzeugmodus sucht, klickt sich anfangs ein paarmal daran vorbei. Nach der ersten Wohnungsrunde sitzt das, trotzdem hätte dem Gerät ein Modus weniger gutgetan.
Ein zweites Detail ist der Lichtring unter dem Haltegriff, bei Bosch MicroClean Ring genannt. In der Universaldüse sitzt ein Sensor, der Partikel bis hinunter zu 0,3 Mikrometern erkennt, und färbt den Ring entsprechend ein. Leuchtet er vollständig blau, ist der Boden sauber. Was zunächst nach Spielerei klingt, verändert im Alltag das Saugverhalten: Die Stelle vor dem Sofa fährt man eben doch noch ein zweites Mal ab.
Angenehm ist auch die Lautstärke. Im Eco-Modus haben wir 64 bis 66 dB gemessen, im Turbo geht es bis 75 dB hinauf. Damit bleibt der Bosch selbst auf der höchsten Stufe leiser als manche Konkurrenten im Normalbetrieb; der Dreame Z30 Pro Aqua etwa liegt bei über 80 dB. Diesen Unterschied merkt man beim Saugen am Sonntagvormittag deutlich.

Zwei Bürsten, zwei Ergebnisse: der Hartboden-Test
Vor dem Saugtest lohnt ein Blick auf die beiden Hauptbürsten, denn sie erklären das wichtigste Ergebnis. Die Hartbodendüse besteht aus weichem Plüsch und ist vor allem für Parkett gedacht. Die MicroClean-Universaldüse trägt kurze, harte Borsten in zwei spiralförmig verlaufenden Reihen und eignet sich laut Bosch für alle Untergründe; wir haben sie hauptsächlich auf Teppich eingesetzt. Beide Walzen lassen sich über Klappen an der Seite entnehmen.

Auf Parkett haben wir wie immer 30 g Haferflocken verteilt. Die große Plüschbürste macht ihre Sache hervorragend und nimmt mit einer einzigen Überfahrt alles auf. Anders sieht es aus, wenn der Schmutz in Ecken und an Kanten liegt. Dafür haben wir Katzenstreu in die Ränder unserer Testarena gestreut, und dort bleibt mit der weichen Hartbodendüse ein Teil der Körner hängen. Die Düse ist zu groß und zu weich, um bis in die Ecke zu kommen.

Mit der härteren Universaldüse blieb an derselben Kante dagegen nichts zurück. Die Erklärung liegt in den Borsten: Der Plüsch bietet zu wenig Widerstand, um die Körnchen von der Kante wegzuschieben, während die kurzen Spiralborsten sie zuverlässig herausholen. Wer viele Ecken und Sockelleisten zu saugen hat, sollte also nicht automatisch zur Hartbodendüse greifen, auch wenn sie auf freier Fläche die bessere Wahl ist.

Fugen, Teppich und Haare
Im Fugentest folgte die eigentliche Überraschung. Unsere Testfugen sind zwei Zentimeter tief, und daran scheitern viele Geräte. Der Unlimited 10 hat sie restlos gereinigt, und zwar bereits im Automatikmodus. Das ist bemerkenswert, weil wir selbst bei den besseren Geräten im Testfeld dafür meist in die höchste Stufe schalten müssen.

Auf Teppich setzt sich das fort. Auf unserem dunkelblauen Mittelflor kommt der Bosch auf 100 Prozent, es bleibt keine einzige Haferflocke liegen. Im Hochflor haben wir es mit Bügelperlen versucht, und auch die werden ohne Rückstände aus den Fasern gekämmt. Damit liegt der Unlimited 10 in dieser Disziplin sogar vor dem Dyson V16, der bislang die unangefochtene Nummer eins in unserer Tabelle war.
Beim Dauerärgernis Haare schlägt sich der Bosch ebenfalls gut. Lange Haare wickeln sich zwar kurz auf die Walze, lösen sich dann aber von selbst wieder ab und wandern in den Behälter. Das Nachschneiden mit der Schere entfällt damit im Alltag. Ganz an Dyson mit seiner konisch geformten Bürste kommt er hier trotzdem nicht heran.

Für alles jenseits des Bodens liegt reichlich Zubehör bei. Besonders gut gefallen hat uns die Mini-Turbodüse: Sie hat eine eigene elektrisch angetriebene Walze und ist ebenfalls mit dem MicroClean Ring verbunden. So sieht man auch auf dem Sofa oder der Matratze, ob wirklich alles heraus ist – für Hausstauballergiker das vielleicht nützlichste Teil im Karton.
Akku und Laufzeit: der eigentliche Trumpf
Der größte Vorteil des Unlimited 10 sitzt hinten am Griff. Er läuft mit einem Standard-18-Volt-Akku aus dem Bosch-System, der sich über eine Schiene aufschieben lässt: genau derselbe Akku, der auch in Bohrmaschine, Akkuschrauber oder Rasenmäher steckt. Gemeint ist die grüne Bosch-Linie für Heim und Garten, also das System „18V Power for All“, an dem auch Partnermarken wie Gardena hängen.

Wer davon schon etwas im Bestand hat, spart bares Geld. Der beiliegende 4-Ah-Akku kostet als Original-Ersatzteil bei Bosch knapp 70 Euro, Nachbauten gibt es auf Amazon ab rund 30 Euro. Bei den meisten Konkurrenten passt der Ersatzakku dagegen ausschließlich in dieses eine Gerät.
Die Laufzeit hängt stark vom Modus ab. Bosch nennt offiziell bis zu 80 Minuten, was allerdings für den Eco-Modus auf glattem Hartboden gilt. Im Turbo kündigt das Display elf Minuten an, bei uns war der Akku nach rund neun Minuten leer. Das ist verschmerzbar, weil man die höchste Stufe ohnehin nur punktuell braucht. Störender ist, dass das Display nur eine Restzeit anzeigt und keinen Prozentwert, und dass diese Prognose bei uns durchweg etwas zu optimistisch ausfiel.
Geladen wird entweder direkt in der Wandhalterung oder im mitgelieferten externen Ladegerät. Mit einem zweiten Akku lässt sich praktisch ohne Pause durchsaugen.
Fazit
Schlägt der Bosch Unlimited 10 nun das Dyson-Flaggschiff? Wenn es um die reine Saugleistung geht, lautet die Antwort ja, und damit hatten wir vor dem Test nicht gerechnet. Fugen schon im Automatikmodus, 100 Prozent auf Mittelflor, restlos gereinigter Hochflor: Das ist in Summe das beste Ergebnis, das wir bisher in diesem Testfeld gesehen haben. Dazu kommt eine Verarbeitung, die eher an Werkzeug erinnert als an ein Haushaltsgerät.
Die einzige echte Schwäche ist die Eckenleistung der weichen Hartbodendüse. Wer viele Kanten und Sockelleisten zu saugen hat, wechselt dafür auf die Universaldüse. Wischen kann der Unlimited 10 nicht, und mit 0,4 l fällt der Staubbehälter knapp aus: In größeren Wohnungen wird man ihn zwischendurch leeren.
Mit rund 650 Euro für die Vollausstattung ist der Unlimited 10 kein Schnäppchen, gegenüber dem Marktstart bei über 1.000 Euro hat er sich aber deutlich vergünstigt. Der Dyson V16 kostet ohne Wischaufsatz derzeit etwa 700 Euro. Richtig interessant wird die Rechnung für alle, die bereits Akkus der grünen Bosch-Linie besitzen: Für sie ist das Solo-Kit der günstigste Weg zu einem der besten Akku-Staubsauger, die wir bislang im Labor hatten.