De’Longhi La Specialista Touch (EC9455.M) Test
Unser Testergebnis
Unser Test-Fazit
Die De'Longhi La Specialista Touch (EC9455.M) überzeugt mit einem smarten Touchscreen, der die Bedienung vereinfacht. Zugleich liefert sie eine hochwertige Espressoqualität. Die Bean-Adapt-Technologie hilft dabei, für verschiedene Bohnen die besten Einstellungen zu finden. Das Gerät passt mit seinem eleganten Edelstahl-Design gut in moderne Küchen und bietet eine Vielzahl an voreingestellten Kaffeespezialitäten. Allerdings gibt es Schwächen im Detail, wie etwa bei der Milchaufschäumfunktion. Angesichts ihres relativ günstigen Preises ist die La Specialista Touch dennoch eine überzeugende Siebträgermaschine mit innovativem Bedienkonzept.Vorteile
- Intuitive Bedienung 3,5-Zoll-Touchscreen sorgt für einfache Handhabung
- Bean-Adapt-Technologie Hilft beim Finden der richtigen Brühparameter
- Hochwertiger Espresso Ausgewogene, runde Geschmacksnoten
- Zeitloses Design Edelstahloberfläche sieht edel aus
Nachteile
- Doppel-Dampflanze Milchaufschäum-Automatik wenig überzeugend
- Fester Bohnenbehälter Der Bohnenbehälter ist nicht abnehmbar
Preisvergleich
Ausführlicher Testbericht
De’Longhi La Specialista Touch im Test: Wie gut ist die Siebträgermaschine mit Touchscreen wirklich?
Halbautomatische Siebträgermaschinen wollen Einsteigern den Weg zu gutem Espresso erleichtern sollen. Moderne Geräte setzen daher zunehmend auf smarte Assistenzfunktionen, automatische Programme und eine intuitive Bedienung. Auch der italienische Hersteller De'Longhi mischt hier kräftig mit und erweitert seine beliebte La-Specialista-Reihe um ein neues Modell mit Touchscreen. Die De'Longhi La Specialista Touch soll für rund 600 Euro eine echte Alternative zur deutlich teureren Sage Barista Touch sein. Doch ist der Touchscreen wirklich ein Mehrwert – oder nur ein schickes Gimmick? Wir haben die Maschine ausführlich getestet.
Design und Verarbeitung: Typisch De'Longhi
Optisch orientiert sich die La Specialista Touch stark an ihren Schwestermodellen ohne Display. Das klassische, zeitlose Design mit Edelstahlfront wirkt hochwertig und passt gut in moderne Küchen. Im Vergleich zur La Specialista Opera ist die Touch deutlich kompakter und sogar etwas kleiner als die ursprüngliche La Specialista Arte - ein Pluspunkt für alle mit begrenztem Platz auf der Arbeitsfläche.

Die Verarbeitung macht insgesamt einen sehr soliden Eindruck. Spaltmaße passen, nichts klappert, alles fühlt sich wertig an. Ein kleiner Nachteil: Die Edelstahloberfläche ist recht anfällig für Fingerabdrücke und muss regelmäßig abgewischt werden, wenn man es ordentlich mag.
Der Bohnenbehälter bietet ausreichend Volumen, ist jedoch nicht abnehmbar. Der Wassertank sitzt auf der Rückseite und fasst 1,7 l. Er lässt sich zum Befüllen einfach nach oben abziehen. Ein integrierter Wasserfilter fehlt leider im Lieferumfang, sodass gefiltertes Wasser empfehlenswert ist, um Verkalkung zu vermeiden.

Wichtig zu wissen: De’Longhi setzt bei diesem Modell auf einen 51-mm-Siebträger. Zubehör im verbreiteten 58-mm-Standardformat ist damit nicht kompatibel - zum Glück liegt aber alles Nötige im Lieferumfang bei.
Touchscreen: Klein, aber oho
Herzstück der Maschine ist das 3,5-Zoll-Touchdisplay. Der Bildschirm reagiert schnell, die Oberfläche ist übersichtlich gestaltet und erinnert an die Bedienlogik der De’Longhi-Kaffeevollautomaten. Rezepte, Einstellungen und Zubereitungsschritte sind logisch aufgebaut, sodass auch Einsteiger schnell zurechtkommen.

Einziger Kritikpunkt: Das Display hätte ruhig etwas größer ausfallen dürfen. Der breite schwarze Rahmen wirkt verschenkt. Ein physischer Knopf bleibt – und zwar für das Ein- und Ausschalten. Der Mahlgrad wird weiterhin manuell über einen Regler am Bohnenbehälter eingestellt.
Über den Touchscreen lassen sich zahlreiche Getränke auswählen, darunter Espresso, Americano, Cappuccino oder Cold Brew. Die Maschine führt Schritt für Schritt durch den Prozess. Fortgeschrittene Nutzer können zusätzlich Parameter wie die Brühtemperatur anpassen.
Bean Adapt: Smarte Hilfe für den perfekten Espresso

Mit der Bean-Adapt-Technologie will De’Longhi dir helfen, schnell die optimalen Einstellungen für deine Bohnen zu finden. Die Maschine empfiehlt einen passenden Mahlgrad und passt Dosierung sowie Temperatur automatisch an - ein Feature, das wir bereits von De'Longhi-Vollautomaten wie der Rivelia kennen. In der Praxis funktioniert das System ziemlich gut. In unserem Test lief der Espresso anfangs noch etwas zu schnell durch, pendelte sich nach wenigen Iterationen aber sauber ein.
Unterstützung gibt dabei auch der ungewöhnliche Tamper: Markierungen zeigen an, ob zu viel oder zu wenig Kaffeemehl im Siebträger ist. Allerdings basiert dieses System auf Volumen statt Gewicht. Das ist weniger präzise als eine integrierte Waage und wirkt im Vergleich zu moderneren Lösungen anderer Hersteller etwas altmodisch. Funktional ist es okay - wirklich zeitgemäß fühlt es sich aber nicht an.

Espresso & Americano: Überzeugender Geschmack
Beim Geschmackstest kann der Espresso überzeugen. Die Crema ist schön sirupartig, der Geschmack ausgewogen und angenehm rund. Noten von Schokolade und Feige kommen gut zur Geltung. Insgesamt bewegt sich die Qualität auf einem ähnlich hohen Niveau wie bei der La Specialista Opera - ein klarer Pluspunkt. Auch andere Spezialitäten wie Americano gelingen problemlos.

Allerdings braucht es dafür etwas Geduld: Der Mahlgradregler ist recht sensibel und etwas hakelig. Feine Anpassungen sind dadurch schwierig, was das Finden des perfekten Mahlgrads unnötig kompliziert macht.
Milchaufschäumen: Licht und Schatten
Die Dampflanze mit zwei Stäben fällt sofort ins Auge. Einer dient als klassische Dampflanze, der zweite ist ein Temperatursensor und misst die Milchtemperatur. Du kannst entweder automatisch oder manuell aufschäumen.

Die automatische Milchfunktion überzeugt uns allerdings nicht. Die Milch wird eher belüftet als richtig aufgeschäumt - unten heiß und flüssig, oben grober Schaum. Von cremigem Microfoam oder Latte Art ist man hier ein ganzes Stück entfernt.
Manuell klappt es besser, aber auch nicht perfekt. Die Dampfleistung des Thermoblocks ist begrenzt und die feste Position der Lanze erfordert etwas Übung. Optisch wirkt die Doppelkonstruktion zudem wenig elegant - hier haben andere Hersteller zum Teil deutlich elegantere Lösungen gefunden.

Cold Brew auf Knopfdruck
Ein interessantes Extra für Fans kalter Kaffeespezialitäten ist die Cold-Brew-Funktion. Die Zubereitung dauert etwa fünf Minuten. Das Ergebnis ist mit rund 35 °C zwar eher lauwarm, aber schon deutlich kälter als beim regulären Bezug. Mit Eiswürfeln wird das Getränk angenehm erfrischend. Das schmeckt mit einem Schuss Milch dann schon durchaus sommerlich.

Reinigung & Wartung
Die tägliche Reinigung unterscheidet sich kaum von anderen Siebträgermaschinen: Siebträger ausspülen, Tropfschale leeren, Dampflanze reinigen. Letzteres ist wegen der Doppelstab-Konstruktion etwas fummelig. Immerhin: Die Lanze reinigt sich beim Zurückstellen in die Ausgangsposition automatisch mit einem kurzen Dampfstoß.
Den fehlenden Wasserfilter hatten wir bereits angesprochen, dafür gibt es aber ein automatisches Entkalkungsprogramm. Zudem legt De'Longhi legt ein kleines Reinigungsset bei. Negativ bleibt der nicht abnehmbare Bohnenbehälter, der die Reinigung des Mahlwerks erschwert.

Fazit: Für wen lohnt sich die La Specialista Touch?
Mit der La Specialista Touch bringt De'Longhi eine der günstigsten Siebträgermaschinen mit Touchscreen auf den Markt. Die Kombination aus moderner Bedienung, solider Espressoqualität und smarten Assistenzfunktionen funktioniert insgesamt gut – auch wenn nicht alles perfekt ist. Die Bean-Adapt-Technologie ist hilfreich, die Milchlösung mit der Doppel-Lanze dagegen enttäuschend. Trotzdem zeigt die Maschine klar, wohin die Reise geht: mehr Komfort, weniger Barista-Hürden - und das zu einem fairen Preis.
Wer eine moderne Siebträgermaschine mit Display sucht, macht hier wenig falsch. Alternativ lohnt sich ein Blick auf die günstigere Ninja Luxe Café Premier oder die De'Longhi La Specialista Opera - am Ende ist es auch eine Typfrage: Touchscreen oder analoge Knöpfe?
