Wendig, aber limitiert

Dyson PencilWash Test

Stabstaubsauger · Beutellos · Mehrfarbig · Nass · Standard-Griff · Akku
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Redaktionelle Zusammenfassung

Unser Fazit

Der Dyson PencilWash ist ein leichter, wendiger Akku-Wischer, der mit langer Laufzeit und leisem Betrieb punktet. Die flexible Bodendüse ermöglicht Reinigung in engen Ecken und unter Möbeln. In der Praxis zeigen sich jedoch deutliche Schwächen: Der winzige Wassertank ist nach knapp 18 Minuten leer, ohne dass das Gerät warnt. Hartnäckigerer Schmutz wie Haare oder Krümel in Fugen wird kaum beseitigt. Selbstreinigung fehlt, und das Gerät kann nicht freistehen. Für kleine Flächen mit leichtem Schmutz tauglich, für den täglichen Gesamteinsatz im Haushalt jedoch nur bedingt empfehlenswert.

Vorteile

  • Sehr wendig Düse neigt sich bis 170°, kommt überall hin
  • Lange Akkulaufzeit Bis zu 83 Minuten im Test gemessen
  • Angenehm leise Nur 57–58 Dezibel im Betrieb
  • Leichtes Gerät Mit 2,2 kg kaum eine Last

Nachteile

  • Schwache Reinigung Haare, Fugen und Krümel kaum entfernt
  • Kleiner Wassertank Leer nach ~18 Min., kein Warnsignal

Preisvergleich

Ausführlicher Testbericht

Stefan Laun
Stefan Laun

Dyson PencilWash im Test: Eleganter Wischspaß mit Reinigungsfrust?

350 Euro für einen Wischmopp — das klingt erst einmal nach einem schlechten Scherz. Doch Dyson wäre nicht Dyson, wenn hinter dem PencilWash nicht eine ganz eigene Idee stecken würde. Das Gerät ist weder klassischer Saugwischer noch herkömmlicher Wischmopp, sondern etwas völlig Eigenständiges: ein motorisierter Nassreiniger, der das feuchte Bodenwischen so mühelos und elegant wie möglich machen soll. Dabei verzichtet er bewusst auf eine Saugfunktion und auf Heißwasser — zwei Dinge, die bei den meisten Saugwischern auf dem Markt längst zum Standard gehören. Das wirft natürlich die Frage auf: Kann ein reiner Wischer ohne diese Funktionen seinen Preis rechtfertigen?

Federleicht und formschön: Der erste Eindruck überzeugt sofort

Wer den PencilWash zum ersten Mal in die Hand nimmt, staunt. Nur 2,2 Kilogramm bringt das Gerät auf die Waage. Die meisten Saugwischer auf dem Markt wiegen mehr als das Doppelte. Dyson hat Akku und Motor in einen 116 Zentimeter langen und lediglich 3,8 Zentimeter dicken Stab verbaut. Das Ergebnis ist ein Wischer, der sich eher wie ein elegantes Wohn-Accessoire anfühlt als wie ein Reinigungsgerät.

Die Verarbeitung ist dabei auf dem gewohnt hohen Dyson-Niveau. Mit nur zwei Klicks ist der PencilWash zusammengebaut, der Stab liegt gut balanciert in der Hand. Am Stielende sitzt der Akku, der laut Dyson austauschbar sein soll — allerdings haben wir bislang keine Ersatzakkus im Dyson-Onlineshop gefunden.

Wichtig für die Einordnung: Der PencilWash ist kein Saugwischer. Er kann weder Schmutz einsaugen noch mit Heißwasser wischen. Auch eine Heißlufttrocknung der Walze in der Station, wie sie bei vielen Saugwischern inzwischen üblich ist, bietet er nicht. Wer Krümel, Haare oder anderen Grobschmutz beseitigen möchte, muss also vorher zum Staubsauger greifen. Besonders sinnvoll ist der PencilWash daher als Ergänzung zu einem Akkusauger: Idealerweise zum designtechnisch passenden Dyson PencilVac, der einer ähnlichen Formsprache folgt und zusammen mit dem PencilWash ein optisch stimmiges Paar ergibt.

An der kleinen LED-Anzeige finden sich zwei Tasten: der Powerknopf und ein Wasserknopf, mit dem sich kurzzeitig eine höhere Wassermenge freigeben lässt. Das ist praktisch bei hartnäckigen Flecken. Eine App bietet Dyson auch an, sie dient allerdings lediglich als digitale Bedienungsanleitung und ist für den Betrieb nicht erforderlich.

Der Submarine-Aufsatz: Herzstück mit Tücken

Das Besondere am PencilWash steckt im sogenannten Submarine-Aufsatz, und genau hier liegen die größte Stärke und das größte Problem des Geräts eng beieinander. Vorne am Aufsatz befindet sich ein 300-Milliliter-Frischwassertank, der die Walze während des Wischens an acht Punkten mit frischem Wasser versorgt. Für ein optimales Wischergebnis lässt sich dem Wasser Reinigungsmittel beimischen. Dyson bietet ein eigenes Reinigungsmittel an, legt dem PencilWash aber keines bei. Alternativ tut es ein handelsüblicher, schaumarmer Bodenreiniger.

Dyson spricht auf der Website von einer „automatischen Schmutzabsaugung" — das ist etwas irreführend. Eine echte Saugvorrichtung ist nicht verbaut. Stattdessen streift sich die rotierende Walze bei jeder Umdrehung an einer Kante ab. Grobe Partikel landen in einer Auffangschale, das Schmutzwasser sammelt sich in einem 350-Milliliter-Behälter darunter.

Mühelos durch die Wohnung: Das Wischen macht tatsächlich Spaß

Beim ersten Einsatz überrascht der PencilWash positiv. Der kleine Wischer zieht einen förmlich durch die Räume — das Wischen fühlt sich extrem mühelos und fast spielerisch an. Anders als bei den deutlich schwereren Saugwischern, bei denen man das Gerät aktiv führen und teilweise gegen den Widerstand der Walzen arbeiten muss, gleitet der PencilWash fast von selbst über den Boden. Der Kopf ist dabei äußerst wendig, ähnlich wie bei einem guten Wischmopp, nur dass der PencilWash Partikel tatsächlich einsammelt und gründlicher reinigt. Der Stab lässt sich bis zu 170 Grad neigen, sodass man problemlos unter Sofas, Betten und niedrige Möbel gelangt.

In unserem standardisierten Wischtest musste der PencilWash gegen frischen und eingetrockneten Ketchup, Zahnpasta sowie Haferflocken antreten. Frischen Ketchup beseitigt er nach zwei bis drei Überfahrten restlos und ohne klebrige Rückstände — Das ist für diese Gerätekategorie ein solides Ergebnis, auch wenn klassische Saugwischer mit Heißwasser- oder Dampffunktion das teilweise beim ersten Durchgang schaffen.

Eingetrockneter Ketchup ist bekanntlich die Königsdisziplin während des Wischtest. Letztlich schafft der PencilWash auch das, benötigt dafür aber deutlich mehr Zeit und eine konsequent hohe Wasserzufuhr über den Wasserknopf. Der Submarine-Aufsatz muss dabei sehr langsam und wiederholt über die betroffene Stelle geführt werden, bis sich der Fleck löst. Hier haben allerdings nahezu alle Testgeräte am Markt Schwierigkeiten — wer richtig festsitzende Flecken wegwischen will, braucht grundsätzlich Geduld und ein wenig Technik. Zahnpasta erfordert etwa vier bis fünf Überfahrten, bis sie restlos verschwunden ist. Haferflocken werden dagegen problemlos aufgenommen und landen zuverlässig in der Partikelschale — hier zeigt sich, dass das Abstreif-System für gröbere, aber lockere Verschmutzungen gut funktioniert.

Zwei Schwächen, die den Alltag trüben

Im Praxiseinsatz zeigen sich allerdings zwei Schwachstellen, die im Alltag nerven können. Erstens: Der PencilWash kann nicht von allein stehen. Er muss also wie ein klassischer Wischmopp irgendwo angelehnt werden. Das ist zwar kein echtes Problem, bietet aber definitiv Verbesserungspotenzial.

Deutlich ärgerlicher ist die zweite Schwäche: Der Submarine-Aufsatz läuft aus, wenn man ihn ohne Auffangschale abstellt. Seitlich suppt Wasser heraus. Das führt dazu, dass man beim nächsten Einsatz erst die Pfütze beseitigen muss, die das Gerät hinterlassen hat. Zusätzlich zieht der Aufsatz am linken Rand gelegentlich eine feine Schlierenspur, sodass man die Stelle ebenfalls nochmals überfahren muss.

Reinigung des Aufsatzes: Frickelig und wenig hygienisch

Der mit Abstand größte Kritikpunkt betrifft die Reinigung nach dem Wischen. Den Submarine-Aufsatz muss man zunächst in die Auffangschale stellen — auf keinen Fall darf er dabei gekippt werden, sonst läuft das Schmutzwasser seitlich heraus. Anschließend wird der Aufsatz unter langsam fließendem Wasser geöffnet. In der Schale sammeln sich sämtliche Rückstände, was bei gröberen Verschmutzungen ziemlich unappetitlich werden kann.

Das Auseinander- und Zusammenbauen des Submarine-Aufsatzes ist dabei unnötig frickelig. Besonders das Wiedereinschieben des Wassertanks erfordert, eine kleine Schiene exakt zu treffen. Nach einigen Durchgängen geht es zwar routinierter von der Hand, die ersten Versuche sind aber frustrierend. Die Wischwalze muss man anschließend an der Luft trocknen lassen — Wechsel-Pads, die man einfach in die Waschmaschine geben könnte, wären hier die deutlich komfortablere Lösung gewesen.

Minimalistische Station und ordentliche Ausdauer

Die Ladestation des PencilWash ist im besten Sinne unauffällig: eine kleine schwarze Scheibe, in die der Stab gesteckt wird. Sie sieht eher wie ein dezentes Wohnaccessoire aus als wie eine Gerätestation — und hebt sich damit wohltuend von den meist klobigen Dockingstationen klassischer Saugwischer ab, die gerne mal eine größere Ecke im Raum beanspruchen. Wer Wert auf ein aufgeräumtes Zuhause legt, wird diesen minimalistischen Ansatz zu schätzen wissen.

Der Akku hält rund 30 Minuten durch — für die meisten Wohnungen mehr als ausreichend. Mit dem 300-Milliliter-Frischwassertank soll man laut Dyson eine Fläche von bis zu 100 Quadratmetern schaffen. Bei etwas höherer Verschmutzung, bei der man häufiger den Wasserknopf für zusätzlichen Nachschub betätigt, dürften realistisch eher 70 Quadratmeter drin sein, bevor der Tank nachgefüllt werden muss. Ein kurzer Stopp zum Nachfüllen ist dann aber schnell erledigt.

Unser Fazit: Wischvergnügen mit Kompromissen

Der Dyson PencilWash hinterlässt einen zwiegespaltenen Eindruck. Das Wischen selbst ist herausragend. So mühelos und elegant hat sich Bodenwischen mit keinem anderen Gerät in unserem Testfeld angefühlt. Die Verarbeitung ist auf typisch hohem Dyson-Niveau, das Gewicht von nur 2,2 Kilogramm ist eine Klasse für sich, und die Wendigkeit des Wischkopfes überzeugt auf ganzer Linie. In Sachen Handhabung ist der PencilWash schlicht das Beste, was uns bisher in die Hände kam.

Die Reinigungsleistung ist ordentlich, aber eben nicht überragend. Bei frischen Verschmutzungen wie Ketchup oder verschütteten Getränken liefert der PencilWash gute bis sehr gute Ergebnisse. Bei eingetrockneten oder stark haftenden Flecken stößt er jedoch an Grenzen und das verlangt Geduld. Der eigentliche Schwachpunkt ist jedoch die Reinigung des Submarine-Aufsatzes nach dem Wischen — sie ist umständlich, nicht besonders hygienisch und passt nicht zum sonst so durchdachten und eleganten Gesamtpaket. Gerade weil der PencilWash im Betrieb so viel Freude macht, fällt der Kontrast zur frickligen Nachbereitung besonders auf.

Wer vor dem Wischen ohnehin staubsaugt und im Alltag mit normalen Verschmutzungen zu tun hat, wird den PencilWash lieben. In Kombination mit dem Dyson PencilVac ergibt sich ein stimmiges Duo, das designtechnisch zusammenpasst und in jede Wohnung integriert werden kann. Der Nachteil: Man hat dann zwei separate Geräte zuhause stehen. Wer das vermeiden möchte, sollte einen Blick auf den Dyson V16 Submarine werfen — den aktuellen Top-Akkusauger von Dyson, der mit dem gleichen Submarine-Aufsatz ausgestattet ist und Saugen sowie feuchtes Wischen in einem Gerät vereint. Preislich liegt er nur geringfügig über der Kombination aus PencilWash und PencilVac.

Für 350 Euro bekommt man mit dem PencilWash also ein in seiner Nische beeindruckendes Gerät, das echte Wischfreude vermittelt und mit seiner federleichten Bauweise neue Maßstäbe setzt. Man muss aber bereit sein, die umständliche Reinigung des Submarine-Aufsatzes in Kauf zu nehmen — und akzeptieren, dass ein Akkusauger als Ergänzung quasi Pflicht ist. Wer damit leben kann, bekommt ein Wischgerät, das im Alltag tatsächlich Spaß macht.

Vergleichstabelle

Weitere Testberichte

Produktdetails

Design
Produkttyp
Stabstaubsauger
Staubbehälter Typ
Beutellos
Produktfarbe
Mehrfarbig
Ergonomie
Griffart
Standard-Griff
Verpackungsdaten
Menge pro Packung
1 Stück(e)
Lieferumfang
Ladestation
Ja
Leistungen
Reinigungsart
Nass
Eingebautes Display
Ja
Energie
Energiequelle
Akku
Gewicht und Abmessungen
Gewicht
2,2 kg
Laden...