Ninja CRISPi (FN101EUST) Test
Unser Testergebnis
Unser Test-Fazit
Der Ninja CRISPi ist ein origineller Air Fryer mit elegantem Glasbehälter-Konzept, das Garen, Servieren und Transport in einem vereint. Für ein bis zwei Personen mit kleiner Küche ist er eine kompakte, stylische Wahl. Hähnchen und Nuggets gelingen hervorragend, bei Pommes schwächelt er jedoch durch die fehlende Temperaturregelung spürbar. Die Bedienung ist kinderleicht, die Reinigung dank spülmaschinenfester Teile unkompliziert. Wer Flexibilität und klassische Pommes-Qualität erwartet, sollte ein Konkurrenzmodell in Betracht ziehen.Vorteile
- Glasbehälter Dienen auch als Servier- und Lunchbox
- Einfache Bedienung Intuitiv, ohne lange Einarbeitung
- Reinigung leicht Fast alle Teile spülmaschinenfest
- Hähnchen & Nuggets Knusprige, sehr gute Kochergebnisse
Nachteile
- Keine Temperaturwahl Pommes werden ungleichmäßig, kein Nachjustieren
- Kurzes Kabel Nur 0,8 m, Steckdose muss nah sein
Preisvergleich
Ausführlicher Testbericht
Ninja CRISPi im Test: Wenn der Air Fryer zur Lunchbox wird
Air Fryer gibt es inzwischen in allen erdenklichen Formen und Größen. Von kompakten Mini-Friteusen bis hin zu wuchtigen Doppelkammer-Geräten. Doch der Ninja CRISPi bricht mit so ziemlich jeder Erwartung, die man an ein solches Gerät haben könnte. Statt der typischen schwarzen Kunststoffbox mit Schublade stehen hier elegante Glasbehälter mit Deckeln auf der Arbeitsfläche. Ein Anblick, der eher an hochwertige Meal-Prep-Dosen erinnert als an ein Küchengerät, das Hähnchenkeulen knusprig braten soll. Obendrauf sitzt ein kompakter Pod, der die ganze Hitze liefert. Dieses ungewöhnliche Konzept macht den CRISPi so interessant — aber kann er beim Kochen auch mit den klassischen Air Fryern mithalten? Wir haben ihn im Alltag ausführlich getestet und dabei Pommes, Veggie Nuggets und Hähnchenkeulen durch den CRISPi geschickt.
Elegant statt klobig: Der erste Eindruck überzeugt
Schon beim Auspacken fällt auf, dass Ninja beim CRISPi viel Wert auf die Optik gelegt hat. Die mattierte Oberfläche des sogenannten PowerPods — die Heizeinheit, die auf die Glasbehälter gesetzt wird — und das minimalistische Design verleihen dem Gerät eine ungewöhnlich elegante Anmutung für einen Air Fryer. Im Lieferumfang befinden sich zwei Glasbehälter: ein großer mit 3,8 Litern und ein kleinerer mit 2,4 Litern Fassungsvermögen. Dazu kommen jeweils ein Deckel, ein antihaftbeschichteter Gittereinsatz sowie ein Adapter, der dafür sorgt, dass der PowerPod auf beide Behältergrößen passt.
Der eigentliche Clou des Konzepts zeigt sich bei genauerem Hinsehen: Die Glasbehälter sind nicht nur zum Garen gedacht. Mit aufgesetztem Deckel verwandeln sie sich in Servierformen oder transportable Dosen, die sich direkt mit zur Arbeit oder zum Picknick nehmen lassen. Besonders der kleine Behälter eignet sich gut für diesen Zweck. Dieses Doppelnutzungs-Konzept bietet so kein anderer Air Fryer auf dem Markt und macht den CRISPi zu einer wirklich eigenständigen Produktidee.
Ein weiterer Vorteil der Glasbehälter: Man sieht jederzeit, wie weit das Essen ist. Kein ständiges Öffnen, kein Rätselraten — der Garzustand ist permanent im Blick. Allerdings sollte man die Größenverhältnisse realistisch einschätzen. Für ein bis zwei Personen reichen die Behälter völlig aus, wer aber regelmäßig für mehr Personen kocht, wird schnell an die Kapazitätsgrenzen stoßen.

Gutes Kochbuch, fragwürdige Online-Inhalte
Neben den Behältern und Einsätzen liegt dem Ninja CRISPi eine gut strukturierte Anleitung bei, die alle wichtigen Informationen verständlich aufbereitet. Ein QR-Code darin führt zu ergänzenden Videos mit Tipps und Rezepten — eine grundsätzlich gute Idee, die im Test allerdings einen Schönheitsfehler hatte: Die Videos wurden auf Französisch statt auf Deutsch angezeigt. Das sollte so natürlich nicht sein und dürfte hoffentlich ein Fehler sein, den Ninja zeitnah korrigiert.
Deutlich besser gelungen ist das mitgelieferte Kochbuch. Es bietet eine gute Vielfalt an bebilderten und detailliert erklärten Rezepten, die von einfachen Snacks bis hin zu vollständigen Mahlzeiten reichen. Im Test kam unter anderem das Hähnchen-Rezept aus diesem Buch zum Einsatz — mit erfreulich gutem Ergebnis, doch dazu später mehr.

Kinderleichte Bedienung — aber ein spürbarer Haken
Das Bedienfeld des CRISPi ist einfach gehalten. Es gibt Plus- und Minus-Tasten für die Zeiteinstellung, vier Modi — Air Fry, Roast, Recrisp und Rewarm — sowie einen Start-/Aus-Knopf. Lange Einarbeitungszeiten sind hier nicht nötig, das Gerät ist nach wenigen Minuten bedienbar. Im Vergleich zu vielen Konkurrenzgeräten mit Touchscreens und Dutzenden Programmen wirkt der CRISPi erfrischend unkompliziert. Die maximale Temperatur liegt bei 200 Grad, was für die meisten Air-Fryer-Gerichte ausreichend ist.
Allerdings gibt es eine Einschränkung, die im Alltag ins Gewicht fällt: Die Temperatur lässt sich nicht manuell einstellen, sondern ist fest an den jeweiligen Modus gekoppelt. Das bedeutet, dass bei unterschiedlichen Mengen oder Lebensmittelgrößen nicht nachjustiert werden kann. Wer etwa eine größere Portion Pommes zubereiten möchte oder mit besonders dicken Stücken arbeitet, hat keine Möglichkeit, die Temperatur individuell anzupassen. Dieser fehlende Spielraum kann dazu führen, dass manche Speisen nicht ganz gleichmäßig garen. Ein Punkt, der sich im Praxistest deutlich bemerkbar machte.
Pommes enttäuschen, Hähnchen begeistert: Die Testergebnisse im Detail
Im standardisierten Pommes-Test zeigte sich die Schwäche der fehlenden Temperaturregelung besonders deutlich. Die Pommes waren an einigen Stellen bereits stark gebräunt, während sie an anderen noch hell und weich blieben. Die Textur war insgesamt labbrig statt knusprig — also genau das Gegenteil von dem, was man sich von einem Air Fryer erhofft. Für Pommes-Liebhaber, die ihren Air Fryer hauptsächlich für Tiefkühl-Fritten nutzen möchten, ist das ein klarer Minuspunkt und ein wichtiges Entscheidungskriterium.
Bei den Veggie Nuggets sah das Ergebnis hingegen deutlich besser aus. Sie wurden gleichmäßig gegart, hatten eine schöne goldbraune Farbe und einen guten Biss — ein rundum zufriedenstellendes Ergebnis, das zeigt, dass der CRISPi bei bestimmten Lebensmitteln durchaus solide Arbeit leistet.
Das eigentliche Highlight des Tests waren allerdings die Hähnchenkeulen. Das Rezept stammte direkt aus dem mitgelieferten Kochbuch, und nach der angegebenen Garzeit war das Ergebnis beeindruckend: Von außen richtig schön knusprig, von innen perfekt auf Temperatur. Aus diesem Ergebnis wird deutlich, dass der Ninja CRISPi bei Gerichten, die gut zu seinen voreingestellten Temperaturprofilen passen, überzeugende Leistungen abliefern kann.

Fast alles darf in die Spülmaschine
Bei der Reinigung punktet der CRISPi mit einem großen Vorteil: Fast alle Teile sind spülmaschinenfest. Die Glasbehälter, Gittereinsätze, Deckel und der Behälter-Adapter dürfen allesamt in die Spülmaschine. Lediglich der PowerPod selbst muss per Hand mit einem leicht feuchten Tuch abgewischt werden.
Eine kleine Auffälligkeit gibt es dennoch: Zwischen den unteren Füßen der Glasbehälter und dem Behälter selbst befindet sich ein Zwischenraum, in den beim Spülen Wasser eindringen kann, das sich mit einem Tuch nur schwer wieder entfernen lässt. Das ist kein gravierendes Problem, kann auf Dauer aber etwas nerven — besonders wenn man die Behälter auch als Transportdosen nutzen möchte und Wert auf vollständige Trockenheit legt.
Kompakt und stapelbar — aber mit kurzer Leine
Gerade für kleine Küchen hat der Ninja CRISPi einige Vorteile zu bieten. Die Einzelteile lassen sich gut aufeinanderstapeln, was beim Verstauen ordentlich Platz spart — ein nicht zu unterschätzender Vorteil gegenüber sperrigen klassischen Air Fryern. Die Füße der Glasbehälter sind zudem hitzebeständig, sodass das Gerät bedenkenlos auf verschiedenen Arbeitsflächen abgestellt werden kann, ohne dass man sich Sorgen um Hitzeschäden machen muss.
Weniger überzeugend ist allerdings das recht kurze Stromkabel. Man ist auf eine Steckdose in unmittelbarer Nähe angewiesen, was die Platzierung in der Küche einschränken kann. Wer keine Steckdose in Reichweite hat, muss auf ein Verlängerungskabel zurückgreifen — nicht ideal, aber verschmerzbar.
Auch beim Thema Transport gibt es einen Haken. Die Glasbehälter eignen sich zwar prinzipiell als Meal-Prep-Dosen zum Mitnehmen, doch die Füße am Boden lassen sich leider nicht abnehmen. Dadurch nehmen die Behälter in einer Tasche mehr Platz ein als herkömmliche Dosen. Besonders der große Behälter wird unterwegs recht sperrig, was die beworbene Mitnahme-Funktion in der Praxis deutlich einschränkt. Hier stellt sich berechtigterweise die Frage, ob das Meal-Prep-Versprechen im Alltag wirklich eingelöst werden kann — oder ob es eher ein nettes Extra auf dem Papier bleibt.

Unser Fazit: Clever, kompakt — aber nicht ohne Kompromisse
Für 139 Euro bekommt man ein kompaktes sowie optisch ansprechendes Gerät, das mit seinem Glasbehälter-Konzept eine clevere Doppelnutzung als Servierform und Lunchbox bietet. Die Bedienung ist sehr übersichtlicht, die Reinigung geht reibungslos, und bei Hähnchen sowie Nuggets liefert der CRISPi überzeugende Ergebnisse ab.
Die fehlende manuelle Temperaturregelung macht sich jedoch bei bestimmten Lebensmitteln bemerkbar — besonders bei den Pommes fiel das Ergebnis enttäuschend aus. Auch die nicht abnehmbaren Füße der Behälter schränken die Transportfähigkeit ein, und das kurze Kabel erfordert eine gut platzierte Steckdose in der Küche.
Der Ninja CRISPi eignet sich ideal für ein bis zwei Personen, die eine kompakte, stylische Lösung für die kleine Küche suchen und das Meal-Prep-Konzept als willkommenes Extra zu schätzen wissen. Wer hingegen mehr Volumen und Flexibilität benötigt oder großen Wert auf gleichmäßig gegarte Gerichte legt, sollte einen Blick auf den größeren Ninja CRISPi Pro werfen. Da haben die Behälter bis zu 5,7 L Fassungsvermögen, was deutlich mehr Spielraum für größere Portionen und damit mehr Vielseitigkeit in der Küche bietet. Für den Preis von 131 Euro ist der CRISPi aber ein interessantes Gerät mit einem eigenständigen Ansatz, der in dieser Form einzigartig auf dem Markt ist.