Philips PureProtect 3200 series Test
Unser Testergebnis
Unser Test-Fazit
Der Philips PureProtect 3200 setzt auf ein besonderes Zwei-Filter-System mit HEPA- und Aktivkohleschicht, das die Luft oben und unten ansaugt. Das sorgt für eine sehr gute Zirkulation. Im Smoker-Test gehörte er zu den Schnellsten, im Badezimmer lag er zeitweise vorn. Verarbeitung, eigenständiges Design und der kinderleichte Filterwechsel per Magnetfront überzeugen, die Folgekosten für Filter liegen allerdings eher hoch. Größter Schwachpunkt ist die unzuverlässige Luftqualitätsanzeige, die für den Automatikbetrieb wichtig wäre. Preislich im Mittelfeld angesiedelt, eignet er sich für große Wohnräume, in denen er fest steht und per App oder Sprachassistent gesteuert wird.Vorteile
- Starke Luftzirkulation Zwei Filter bewegen viel Luft im Raum
- Einfachster Filterwechsel Magnetfront lässt sich mühelos abnehmen
- Hochwertig verarbeitet Robustes Gehäuse mit eigenständigem Design
- Leise auf Turbo Mit 56 dB einer der leiseren im Vergleich
Nachteile
- Ungenaue Anzeige Luftqualität hinkt dem Messgerät hinterher
- Schwach leuchtende Tasten Sensortasten sind schwer zu erkennen
Preisvergleich
Ausführlicher Testbericht
Philips PureProtect 3200 im Test: Zwei Filter, eine Schwäche
Der Philips PureProtect 3200 ist in unserem Vergleich von sechs Luftreinigern auf Platz drei gelandet. Er ist das einzige Gerät im Testfeld mit zwei Filtern übereinander und bringt damit sichtbar viel Luft in Bewegung. In einem unserer Tests lag er zeitweise sogar vor allen anderen. Für einen Platz ganz vorne hat es trotzdem nicht gereicht, und das liegt an seiner Anzeige.
Gestreiftes Gehäuse und Tasten, die verschwinden
Der Philips ist eines der größten Geräte im Test. Sein Gehäuse aus Hartplastik ist mit grau-beigen Linien überzogen, womit er sich optisch von der Konkurrenz abhebt. Uns gefällt das gut, auch weil er nicht so angestrengt versucht, ein Wohnobjekt zu sein, wie es der Dreame FP10 tut. Geschmackssache bleibt es trotzdem. An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen: Das Gerät wirkt robust, stabil und hochwertig.
Die Oberseite ist eine matte Fläche, durch die Zahlen und Symbole hindurchschimmern. Bedient wird der Philips über Sensortasten, die sich also nicht eindrücken lassen. Hier schaltet man das Display ein, wechselt die Leistungsstufe, aktiviert den Schlafmodus und liest die Luftqualität ab. Nach etwa einer Minute verschwinden die Tasten komplett und erscheinen erst wieder, wenn man die Lichttaste berührt. Das sieht sehr elegant aus, hat aber eine Kehrseite: Die Tasten leuchten nur schwach. Wer nicht mehr gut sieht, könnte Mühe haben, sie zu finden.
Zwischen Display und Gehäuse sitzt ein Lichtring, der die Luftqualität anzeigt. Seine Farbe lässt sich in der App ändern, zur Wahl stehen dezente Töne wie Gelb, Orange, Hellblau und Weiß.
Zwei Filter übereinander: So arbeitet der Philips
Vor dem ersten Start müssen die Filter aus ihren Plastiktüten, das ist bei fast allen Luftreinigern im Test so. Beim Philips geht das besonders leicht, denn die Front wird von Magneten gehalten und lässt sich ohne Mühe abnehmen. Das war der einfachste Filterwechsel im ganzen Test.
Dahinter sitzen zwei Filter übereinander, jeder mit einer HEPA-Schicht und einer Schicht Aktivkohle. Der Philips saugt die Luft oben und unten an und gibt sie in der Mitte wieder ab. So entstehen zwei Luftströme gleichzeitig, und das unterscheidet ihn von allen anderen Geräten im Vergleich.
Bei den Filterkosten kalkulieren wir mit etwa 70 Euro im Jahr. Damit liegt der Philips im Testfeld am oberen Ende.
Smoker-Test: Viel Bewegung in der Luft
Für den Smoker-Test nebeln wir unser rund 50 m² großes Studio zwei Minuten lang dicht ein und lassen den Luftreiniger laufen, bis er selbst Entwarnung gibt. Beim Philips dauerte das 33 Minuten, dann stufte die App die Luft als „angemessen“ ein. Nur der Levoit Core 300S war eine Minute schneller, sprang allerdings auf Grün, bevor unser eigenes Messgerät so weit war.
Im Nebel ließ sich gut beobachten, was die zwei Luftströme bewirken: Der Philips bringt die Luft im Studio ordentlich in Bewegung. Wir hatten den Eindruck, dass das Zwei-Filter-System für eine sehr gute Zirkulation sorgt.
Die Anzeige hinkt dem Messgerät hinterher
Was uns gestört hat, ist die Anzeige der Luftqualität. Im Reaktionstest nebeln wir das Gerät direkt ein und stoppen, wie lange es braucht, bis es die schlechte Luft bemerkt. Mit 22 Sekunden reagiert der Philips solide, der Schnellste im Feld brauchte 9 Sekunden. Danach zeigt er aber erst einmal viel zu hohe Werte an und hinkt unserem Messgerät anschließend hinterher.
Noch deutlicher wurde es im Test, bei dem ein Räucherstäbchen vor dem Gerät brennt. Hier zeigte sich die besondere Bauweise: Ein Teil des Rauchs wurde eingezogen, ein anderer Teil im Raum verteilt. Unser Messgerät zeigte zwischendurch schlechte Luft an, der Philips meldete während des gesamten Tests gute Luft. Für ein Gerät, das vor allem im Automatikmodus laufen soll, ist das ein echter Nachteil.
Im Badezimmer erst vorn, dann eingeholt
Im Badezimmer-Test stoppen wir, wie lange das Gerät in einem eingenebelten Badezimmer braucht, bis die Luft wieder in Ordnung ist. Der Philips zeigte hier zu Beginn die besten Werte aller sechs Geräte. Am letzten Rest Nebel blieb er dann aber hängen und brauchte dafür noch einmal rund zwei Minuten. Er hat seine Führung also so verloren, wie man ein Fußballspiel im Elfmeterschießen verliert.
Am Ende standen rund zehneinhalb Minuten auf der Uhr, praktisch gleichauf mit dem Dreame. Der Bosch Air 4000i war in unter neun Minuten fertig, der Dyson HushJet in knapp neuneinhalb, der Levoit brauchte über 14.
Lautstärke: Auf höchster Stufe einer der Leiseren
Im Ruhemodus haben wir 37 dB gemessen, auf mittlerer Stufe 46 dB und im Turbo-Modus 56 dB. Im Ruhemodus liegt der Philips damit im Mittelfeld. Auf höchster Stufe gehört er zu den leiseren Geräten: Nur der Bosch war leiser, der Dyson lag etwa gleichauf, und das lauteste Gerät kam auf 63 dB.
Die App kann viel, ist aber kleinteilig
Die App heißt Philips Air+. Sie zeigt die Luftqualität, den Feinstaubwert und die Luftfeuchtigkeit an. Ein Kalender zeichnet nach, wie sich die Luftqualität entwickelt hat, ein zweiter dient dazu, Programme zu planen. Dazu kommen ein Timer, der Schlafmodus, der Filterstatus und die Bedienungsanleitung als PDF. Ersatzfilter lassen sich direkt in der App nachkaufen.
Im Automatikmodus reagiert das Gerät selbst auf schlechtere Luftwerte, alternativ wählt man die Stufe von Hand. An dieser Stelle ist die App umständlicher, als sie sein müsste: Wer manuell in eine andere Stufe schaltet, muss die Änderung eigens bestätigen. Diese Rückfrage ist unnötig. Insgesamt macht der Philips den Eindruck, dass er an einem festen Platz stehen und dort in Ruhe auf Automatik laufen soll.
Unser Fazit: Starke Technik, unzuverlässige Anzeige
Der Philips PureProtect 3200 macht einiges anders als seine Konkurrenten, aber nicht schlechter. Das Zwei-Filter-System sorgt für viel Luftbewegung, im Smoker-Test gehörte er zu den Schnellsten, und im Badezimmer sah es zeitweise so aus, als würde er alle abhängen. Dazu kommen ein eigenständiges Design, eine hochwertige Verarbeitung und der einfachste Filterwechsel im Test.
Für ganz vorne reicht es nicht, weil auf die Anzeige kein Verlass ist. Im Nebel zeigte sie zu hohe Werte, beim Räucherstäbchen blieb sie durchgehend bei guter Luft. Der Philips liegt preislich im Mittelfeld unseres Vergleichs. Der günstigere Bosch Air 4000i war im Badezimmer schneller, und der Dyson HushJet lag mit seinen Messwerten fast deckungsgleich an unserem Referenzgerät. Wer einen Luftreiniger mit eigenständigem Design sucht und mit den verschwindenden Tasten zurechtkommt, bekommt mit dem Philips trotzdem ein richtig gutes Gerät.