Dyson HushJet HJ10 Luftreiniger Weiß / Silber Test
Unser Testergebnis
Unser Test-Fazit
Der Dyson HushJet Purifier Compact ist ein kompakter Luftreiniger im Premium-Segment, der vor allem mit seiner Turbinenoptik auffällt. Die angegebenen 100 m² gelten nur bei einem Luftwechsel pro Stunde, realistisch passt er in Räume bis etwa 25 m². Dort arbeitet er zügig, bleibt im Nachtmodus angenehm leise und zeigt die Feinstaubwerte verlässlich an. Bedienung und App sind einfach, die Filter lassen sich ohne Werkzeug tauschen. Schwächen: Der Sensor reagiert träge, Gase misst er nicht, und eine H13-Filterklasse fehlt. Ideal für Schlaf-, Arbeits- oder Kinderzimmer, wenn das Design den Aufpreis gegenüber günstigeren Konkurrenten rechtfertigt.Vorteile
- Auffälliges Design Turbinenoptik, die man gern sichtbar aufstellt
- Flott in kleinen Räumen Kleines Bad nach knapp neuneinhalb Minuten sauber
- Leise im Nachtmodus Ruhig genug fürs Schlafzimmer
- Genaue Anzeige Feinstaubwerte nah am Referenzgerät
Nachteile
- Raumangabe geschönt Real eher für 20 bis 25 m² statt 100 m²
- Hoher Preis Günstigere Konkurrenz reinigt genauso gut
Preisvergleich
Ausführlicher Testbericht
Dyson HushJet Purifier Compact im Test: Wie groß der Raum wirklich sein darf
Der Dyson HushJet Purifier Compact kostet knapp 400 Euro, sieht aus wie eine kleine Flugzeugturbine und soll laut Dyson Räume bis 100 m² reinigen. Das wäre eine ganze Wohnung, versorgt von einem Gerät, das gerade einmal gut 3 kg wiegt. Wir haben den HushJet im Studio und in einem kleinen Bad eingenebelt, die Lautstärke nachgemessen und die Filterkosten durchgerechnet. Dabei zeigt sich, für welche Zimmer er wirklich taugt und wo ein günstigerer Konkurrent gleichzieht.
Design und erster Eindruck
Der HushJet ist knapp 47 cm hoch, misst 23 cm im Durchmesser und wiegt gut 3 kg. In unserem Vergleichsfeld ist er damit ein mittelgroßes Gerät, das sich mit einer Hand ins Nachbarzimmer tragen lässt. Es gibt ihn in Weiß und in Schwarz.
Beim Auspacken wirkt er zunächst gar nicht wie ein Luftreiniger. Mit dem halbtransparenten Aufsatz und der sternförmigen Öffnung erinnert er eher an ein Designobjekt, das man bewusst ins Regal stellt, als an ein Haushaltsgerät für die Zimmerecke. Die Verarbeitung ist gut, alles sitzt fest und fühlt sich hochwertig an. Außergewöhnlich ist sie allerdings nicht: Der Bosch Air 4000i und der Philips PureProtect spielen in derselben Liga und kosten jeweils rund 200 Euro weniger. Was den Dyson abhebt, ist das Design.
Was hinter den 100 Quadratmetern steckt
Dyson gibt für den HushJet in Deutschland eine Raumgröße von bis zu 100 m² an. Im Kleingedruckten steht dazu ein wichtiger Zusatz: bei einem Luftwechsel pro Stunde. Das Gerät filtert das Luftvolumen eines so großen Raums also innerhalb einer Stunde genau einmal.
Für spürbar saubere Luft rechnet man üblicherweise mit vier bis fünf Luftwechseln pro Stunde. Legt man das zugrunde, bleiben vom Herstellerwert rund 20 bis 25 m² übrig. Das entspricht einem Schlafzimmer, einem Arbeitszimmer oder einem Kinderzimmer, aber keinem großen Wohnzimmer.
Die Düse nach Triebwerks-Vorbild
Die Turbinenoptik ist nicht nur Dekoration. Die sternförmige Düse hat Dyson nach dem Vorbild sogenannter Hush Kits gebaut. Das sind Schalldämpfer-Aufsätze, die bei Flugzeugtriebwerken am Auslass sitzen und das Strömungsgeräusch senken. Beim HushJet soll die Sternform dasselbe leisten: Die Luft tritt oben weniger verwirbelt aus, das Motorgeräusch wird gedämpft.
Die Düse hat laut Dyson noch eine zweite Aufgabe. Sie bündelt die gereinigte Luft zu einem schnellen, senkrechten Strahl, der auf dem Weg nach oben die umgebende Raumluft mitreißt. Der Hersteller vergleicht das selbst mit dem Konzentrator-Aufsatz eines Haartrockners. Auf diese Weise soll ein kleines Gerät genug Luft in Bewegung bringen, um einen ganzen Raum umzuwälzen.
Zwei Filter, sofort einsatzbereit
Um an die Filter zu kommen, drückt man außen zwei Knöpfe und hebt das komplette Oberteil ab. Darunter sitzen zwei Filter, die ab Werk einsatzbereit sind. Bei allen anderen Luftreinigern im Test mussten wir die Filter vor dem ersten Einschalten erst aus einer Plastikfolie holen.
Der große weiße Filter ist für den Feinstaub zuständig. Andere Hersteller würden hier HEPA daraufschreiben, Dyson spricht von einem elektrostatischen Filter. Eine H13-Klasse ist nirgends angegeben. Das ist die Filterklasse, auf die viele Allergiker beim Kauf achten. Ob das in der Praxis einen Unterschied macht, können wir mit unseren Tests nicht belegen. Wer auf Nummer sicher gehen will, findet beim Bosch einen H13-Filter.
Der zweite Filter ist kleiner, schwarz und mit Aktivkohle gegen Gerüche gefüllt. Er hat eine kuriose Eigenheit: Durch das Gitter sind die kleinen Kohlestückchen zu sehen, und wenn man den Filter bewegt, rasselt er hörbar. Das hatte kein anderes Gerät im Test, gestört hat es uns aber nicht.
Bedienung und App
Am Gerät sitzen genau drei Tasten: eine für die Leistung, eine zum Einschalten und eine Info-Taste. Mit der Leistungstaste schaltet man durch drei Stufen, den Nachtmodus und die Automatik. Ein Druck auf Info zeigt im kleinen Display, wie viel Feinstaub gerade in der Luft ist. Das ist angenehm einfach gelöst.
Was fehlt, ist ein Lichtring. Manche Luftreiniger wechseln die Farbe, sobald die Luft schlechter wird, sodass man es schon vom Sofa aus erkennt. Beim Dyson muss man dafür aufs Display oder in die App schauen.
Die App ist übersichtlich und bietet sehr viele Funktionen. Sie zeigt die Luftqualität samt Verlauf, den Zustand der Filter und erlaubt Zeitpläne, etwa für bestimmte Tage oder Uhrzeiten. Dazu kommen Video-Anleitungen zum Gerät. Im Alltag dient sie aber vor allem als Fernbedienung. Wichtiger ist, was sie nicht anzeigt: Der HushJet misst ausschließlich Feinstaub, keine Gase und keine Gerüche. Dass der Aktivkohlefilter Gerüche aus der Luft holt, lässt sich am Gerät also nicht überprüfen.
Reinigungsleistung im Rauchtest
Für den großen Rauchtest läuft eine Nebelmaschine zwei Minuten lang in unserem rund 50 m² großen Studio, bis der ganze Raum gefüllt ist. Neben dem Luftreiniger steht ein Referenz-Messgerät, mit dem wir die Anzeige des Geräts kontrollieren. Der Dyson stuft die Luft danach als besorgniserregend ein. Auf höchster Stufe meldet er nach 37 Minuten wieder gute Luft. Sauber bekommt er das Studio also, es dauert aber mehr als eine halbe Stunde.
Allein steht der HushJet damit nicht da. Der Bosch braucht im selben Raum genauso lange, und auch der deutlich größere Philips benötigt über eine halbe Stunde. Der große Raum trennt die Geräte also kaum, aussagekräftiger ist ein kleiner.
Wir haben den Versuch deshalb in kleinerem Maßstab in unserem nur rund 2 m² großen Bad wiederholt und dort 30 Sekunden lang genebelt. Die Luft ist nach knapp neuneinhalb Minuten wieder sauber. Von allen sechs getesteten Luftreinigern ist nur der Bosch schneller, und auch der nur um eine halbe Minute. In einem kleinen Raum arbeitet der Dyson also sehr zügig.
Sensor: reagiert spät, misst aber genau
Im dritten Versuch wollten wir wissen, wie schnell der HushJet schlechte Luft überhaupt bemerkt. Dafür nebeln wir das Gerät direkt ein und stoppen die Zeit, bis die Anzeige reagiert. Hier lässt sich der Dyson Zeit: 38 Sekunden vergehen, langsamer ist kein Gerät im Test. Der Bosch reagiert schon nach 9 Sekunden. Wenn in der Küche etwas anbrennt, lohnt es sich deshalb, den Dyson gleich von Hand hochzudrehen, statt auf die Automatik zu warten.
Sobald er reagiert, stimmt allerdings, was er anzeigt. Die Werte auf dem Display liegen nah an denen unseres externen Messgeräts. Das schafft längst nicht jeder Luftreiniger im Testfeld.
Lautstärke
Dyson nennt für den Nachtmodus 24 dB. Wir messen im Studio aus einem Meter Abstand rund 37 dB. Das liegt nicht am Dyson allein: Bei uns kommt kein einziger Luftreiniger im leisesten Modus auch nur in die Nähe von 24 dB, weil wir in einem normalen Raum messen und nicht im Schalllabor. Die Herstellerzahl hilft bei der Kaufentscheidung deshalb wenig, aussagekräftiger ist der Vergleich im Testfeld. Dort steht der HushJet gut da. Der Bosch ist noch einen Tick leiser, der Philips liegt gleichauf. Zum Schlafen ist der HushJet damit leise genug.
Auf der höchsten Stufe messen wir 56 dB. Dann ist der HushJet deutlich zu hören. Diese Stufe braucht man allerdings nur, wenn wirklich etwas in der Luft ist.
Filterkosten
Dyson wirbt mit einer Filterlebensdauer von fünf Jahren. Das gilt aber nur für den großen weißen Feinstaubfilter. Der kleine Aktivkohlefilter muss laut Dyson je nach Belastung alle 12 bis 24 Monate getauscht werden. Zusammen ergeben sich 32 bis 65 Euro Filterkosten pro Jahr. Das ist in Ordnung, der Bosch liegt mit 50 bis 75 Euro im Jahr eher darüber. Wer wegen der fünf Jahre mit einer langen wartungsfreien Zeit rechnet, liegt trotzdem falsch.
Der Wechsel selbst geht schnell und ohne Werkzeug: Oberteil abheben, alten Filter herausnehmen, neuen einsetzen.
Fazit
Für 100 m² ist der Dyson HushJet Purifier Compact nicht gemacht, auch wenn der Hersteller das so angibt. Wer einen Luftreiniger für ein großes Wohnzimmer sucht, sollte sich nach einem leistungsstärkeren Gerät umsehen. In ein Schlafzimmer, Arbeitszimmer oder Kinderzimmer bis etwa 25 m² passt er dagegen ohne Bedenken. In unserem kleinen Bad war nur ein Gerät schneller, zum Schlafen ist er leise genug, und seine Anzeige ist verlässlich.
Bleibt der Preis. Knapp 400 Euro sind viel Geld für einen Luftreiniger dieser Größe, und sauberer als mit dem Bosch Air 4000i wird die Luft damit nicht, obwohl der ungefähr die Hälfte kostet. Der Bosch ist im Bad einen Tick schneller, etwas leiser und hat den H13-Filter. Dafür sieht er aus wie ein Luftreiniger, während der Dyson ein Gerät ist, das man gern sichtbar hinstellt. Wem das den Aufpreis wert ist, der macht mit dem HushJet nichts falsch. Wem die Optik egal ist, der ist mit dem Bosch besser bedient.