Dreame FP10 Test
Unser Testergebnis
Unser Test-Fazit
Der Dreame FP10 ist ein Luftreiniger, der als Beistelltisch getarnt ist: stoffbezogene Ablage, Lichtring für die Luftqualität und ordentliche Verarbeitung. Im Alltag punktet er mit dem selbstreinigenden Vorfilter, leisem Betrieb ab etwa 34 dB, genauen Sensoren und niedrigen Folgekosten von rund 25 Euro im Jahr. Die Reinigungsleistung liegt im Test nur im Mittelfeld, der Automatikmodus reagiert träge und die beworbene Tierhaar-Funktion wirkt praktisch nur direkt am Gerät. Mit fast 9 kg bleibt er ortsfest, der Filterwechsel ist fummelig. Passend für alle, die Design und Pflegeleichtigkeit schätzen. Wer vor allem saubere Luft will, findet im oberen Preissegment stärkere Alternativen.Vorteile
- Vorfilter reinigt sich Kein Waschen oder Absaugen nötig
- Angenehm leise Im Schlafmodus kaum zu hören
- Günstig im Unterhalt Rund 25 Euro Filterkosten pro Jahr
- Genaue Sensoren Werte stimmen mit Referenzgerät überein
Nachteile
- Tierhaare nur nah Büschel und ferne Haare bleiben liegen
- Nur Mittelfeld Reinigungsleistung für den Preis zu schwach
Preisvergleich
Ausführlicher Testbericht
Dreame FP10 im Test: Designmöbel mit Luftreiniger, aber wenig Wirkung gegen Tierhaare
Dreame kennt man vor allem für Saugroboter, mit dem Dreame FP10 bringt der Hersteller nun einen Luftreiniger für Haushalte mit Hund oder Katze. Das Versprechen: Er soll fliegende Tierhaare aus der Luft holen, bevor sie auf dem Sofa landen. Dazu kommen ein ungewöhnliches Design als Beistelltisch und ein selbstreinigender Vorfilter. Mit rund 550 Euro gehört der FP10 zu den teuren Geräten seiner Klasse, entsprechend hoch waren unsere Erwartungen, als wir ihn mit Nebel, Räucherstäbchen und Katzenhaaren getestet haben.
Design und Verarbeitung: ein Beistelltisch mit Lüfter
Der FP10 ist groß. Er misst 62 cm in der Höhe und 37 cm im Durchmesser, und mit knapp 9 kg ist er das schwerste Gerät in unserem Testfeld. Mal eben ins Schlafzimmer tragen und abends zurück ins Wohnzimmer stellen, das macht man mit ihm nicht, er bekommt einen festen Platz.
Dafür sieht er nicht aus wie ein gewöhnlicher Luftreiniger. Der beigegraue Zylinder trägt oben eine mit Stoff bezogene Ablage, Dreame versteht das ganze Gerät als Beistelltisch, auf dem Tasse und Buch Platz finden. Unser erster Gedanke beim Auspacken war allerdings eher Mülleimer als Möbelstück. Das Design ist Geschmackssache, immerhin hat der FP10 einen Red Dot Design Award erhalten. Wer den minimalistischen Stil mag, stellt ihn sich bewusst neben die Couch, und verarbeitet ist er ordentlich.
Unter der Ablage sitzt ein Lichtring, der je nach Luftqualität die Farbe wechselt. Ein Blick vom Sofa genügt, um zu sehen, ob die Luft gerade gut ist, ohne dafür das Smartphone in die Hand zu nehmen.
Die Ablage lässt sich abnehmen und gegen eine optionale Tierwaage tauschen. Setzt sich die Katze darauf, zeigt die Waage ihr Gewicht an, auch in der App. Die Waage liegt aber nicht bei und kostet knapp 100 Euro extra. Bei einem Gerät für rund 550 Euro, das sich ausdrücklich an Tierhalter richtet, hätten wir sie im Karton erwartet. Welchen Nutzen das Gewichtstracking der eigenen Katze im Alltag hat, bleibt uns ohnehin etwas unklar.
Filter: die Walze als Kern der Idee
Das Filtersystem ist der Grund, warum Dreame den FP10 als Neuheit bewirbt. Im Gerät sitzt ein Vorfilter in einem orangefarbenen Gitter, der Tierhaare und groben Staub auffängt. Dieser Vorfilter steckt in einer Schiene, die sich ähnlich wie ein Mikrowellenteller dreht. Eine Stoffwalze streift dabei die Haare vom Vorfilter ab. Der Vorfilter reinigt sich so gewissermaßen selbst, und genau das ist die eigentliche Innovation.
Darunter folgt der HEPA-Filter mit einer Aktivkohleschicht gegen Gerüche. Laut Hersteller hält er praktisch den gesamten Feinstaub zurück. Was er im Unterhalt kostet, steht weiter unten bei den Folgekosten.
Zwei Punkte sollte man kennen. Vor dem ersten Start muss der Filter aus seiner Plastikfolie befreit werden. Das klingt selbstverständlich, doch von außen sieht man den Filter nicht, deshalb vergisst man es leicht. Außerdem ist der Weg zum Filter lang: Erst kommt der Teller ab, dann das komplette Oberteil mit dem Ventilator, dann wird die Walze herausgeklickt, und erst danach liegt der Filter frei. Das sind deutlich mehr Handgriffe als bei den anderen Geräten im Test. Man merkt, dass im FP10 mehr Technik steckt, komfortabel ist der Zugang trotzdem nicht.
App und Bedienung
Eingerichtet wird der FP10 über die Dreame-Home-App, die Besitzer eines Dreame-Saugroboters bereits kennen. Beim ersten Start bietet sie kurze Tutorials an, danach hinterlegt man seine Stadt. Die Startseite zeigt die Luftqualität im Raum: Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Feinstaub als PM-Wert und flüchtige Stoffe als VOC-Wert, also Ausdünstungen etwa aus Möbeln, Farben oder vom Kochen. In einer Kalenderansicht lässt sich der Verlauf nachverfolgen.
Über die App steuert man alles Wichtige: Ein- und Ausschalten sowie die Modi Automatik, Haustier, Reinigung, Schlafen und Benutzerdefiniert. Im benutzerdefinierten Modus wählt man die Lüfterstufe selbst, von 1 bis 10. Dazu kommen Kindersicherung, Timer und die Restlaufzeit des HEPA-Filters. Auch der Lichtring lässt sich anpassen, in der Helligkeit oder als pulsierendes Licht. Ist die Tierwaage montiert, erscheint hier das Gewicht des Haustiers.
Die App hat uns gut gefallen. Man braucht einen Moment zur Orientierung, danach findet man alles dort, wo man es erwartet. Im Alltag nutzt man sie wie eine Fernbedienung. Wer ihn lieber ohne Smartphone bedient, findet am Gerät Sensortasten für Ein und Aus, Lüfterstufe, Modus und Lichtring. Der FP10 kommt also auch ohne App gut zurecht.
Lautstärke: angenehm leise
Bei einem Gerät, das dauerhaft im Wohnraum läuft, zählt die Lautstärke. Auf Stufe 1 haben wir 41 dB gemessen, auf voller Leistung rund 60 dB. Im Schlafmodus liegt der FP10 bei etwa 34 dB und ist damit sehr leise. Die Werte decken sich mit den Herstellerangaben, und der FP10 gehört zu den leiseren Geräten in unserem Test. Neben der Couch stört er beim Lesen oder Fernsehen nicht.
Luftreinigung: solides Mittelfeld
Die Reinigungsleistung prüfen wir im Smoke-Test. Wir blasen zwei Minuten lang Nebel in den Raum und stoppen die Zeit, bis unser Referenzmessgerät die Luft wieder als sauber anzeigt. Das machen wir zweimal: in unserem Studio mit rund 50 m² und in einem deutlich kleineren Badezimmer.
Im Studio brauchte der FP10 38 Minuten, im Badezimmer zehn Minuten. Im Badezimmer, wo sich die Geräte deutlicher unterscheiden, landet er damit im Mittelfeld der sechs getesteten Geräte. Am schnellsten war im Badezimmer der Bosch Air 4000i mit knapp neun Minuten, am längsten brauchte der Levoit Core 300S mit über 14 Minuten. Für ein Gerät, das laut Hersteller 350 m³ Luft pro Stunde reinigt, hätten wir uns mehr erhofft. Die Leistung ist solide, aber nicht so außergewöhnlich, wie Preis und Größe es vermuten lassen.
Tierhaar-Test: wirkt nur im Nahbereich
Bleibt das Versprechen, mit dem Dreame wirbt: das Einfangen von Tierhaaren. Weil Dreame den FP10 genau dafür entwickelt hat, haben wir es mit Katzenhaaren gezielt ausprobiert. Das Ergebnis hat uns nicht überzeugt. Sehr feine, einzelne Haare, die direkt am Gerät vorbeischweben, zieht er zuverlässig ein, allerdings nur in einem sehr engen Radius, wenn die Haare praktisch schon am Gehäuse sind. Größere Büschel bleiben liegen, und Haare, die ein paar Meter entfernt durch den Raum schweben, erreicht er gar nicht. Realistisch hilft das Konzept nur, wenn sich das Haustier sehr oft direkt neben oder auf dem Gerät aufhält. Gegen die Haare, die sonst in der Wohnung unterwegs sind, bringt es kaum etwas.
Reaktionstest: langsam, dann zügig
Im Reaktionstest geht es darum, wie schnell ein Luftreiniger im Automatikmodus bemerkt, dass die Luft schlechter wird, etwa wenn in der Küche etwas anbrennt. Dazu stellen wir ein Räucherstäbchen einen Meter vom Gerät entfernt auf und nebeln das Gerät außerdem einmal komplett ein. Auf den Nebel reagierte der FP10 erst nach rund 35 Sekunden. Das ist eher am langsamen Ende: Der Bosch Air 4000i reagierte nach neun Sekunden, der Levoit nach zwölf.
Hat der FP10 den Qualm einmal erkannt, fährt er die Leistung zügig hoch. Beim Räucherstäbchen sieht man gut, wie er arbeitet: Ein Teil des Rauchs wird angesaugt und direkt gefiltert, ein anderer Teil nach oben weggeblasen. Das beobachten wir bei allen Geräten, und es ist sinnvoll, denn durch die Umwälzung wird nach und nach die Luft im ganzen Raum gereinigt.
Positiv fiel uns die Genauigkeit der Sensoren auf. Die Werte des FP10 decken sich fast eins zu eins mit unserem Referenzmessgerät, das haben nicht alle getesteten Luftreiniger so gut hinbekommen. Wer auf die Anzeige in der App oder den Lichtring schaut, kann sich darauf verlassen.
Wartung und Folgekosten
Bei der Wartung spielt der FP10 seinen echten Vorteil aus. Der Vorfilter reinigt sich durch die Walze selbst, man muss ihn weder waschen noch absaugen. Bei anderen Luftreinigern ist genau dieser Teil nach einigen Wochen zugesetzt und muss von Hand gesäubert werden. Diese Arbeit fällt hier weg.
Der HEPA-Filter darunter wird alle zwei Jahre getauscht, ein Ersatzfilter kostet um die 50 Euro. Das ergibt rund 25 Euro Folgekosten im Jahr, ein guter Wert. Die verbleibende Laufzeit des Filters zeigt die App direkt an. Der Filterwechsel selbst ist wie beschrieben etwas umständlich, doch alle zwei Jahre lässt sich das verschmerzen.
Fazit: leise und pflegeleicht, aber zu teuer für das Gebotene
Der Dreame FP10 ist ein solider Luftreiniger, dessen Stärken im Alltag liegen: Der Vorfilter reinigt sich selbst, der HEPA-Filter kostet rund 25 Euro im Jahr, und dabei bleibt das Gerät leise. Bei der Reinigungsleistung liegt er dagegen nur im Mittelfeld.
Unsere hohen Erwartungen hat er damit nicht erfüllt. Für ein so großes Gerät mit einem Preis von rund 550 Euro hätten wir mehr erwartet. Vor allem die Tierhaar-Funktion, mit der Dreame wirbt, hat im Test kaum etwas gebracht. Sie wirkt wie ein Marketing-Argument, im Alltag macht sie kaum einen Unterschied. Selbst der Dyson HushJet, ebenfalls in unserem Testfeld und kein Schnäppchen, kostet mit rund 400 Euro weniger.
Wem das Design egal ist und wer einfach saubere Luft möchte, ist mit dem Bosch Air 4000i besser beraten. Er hat in unseren Tests die besten Reinigungsergebnisse geliefert, sieht zwar unspektakulär aus, ist aber oft schon für rund 200 Euro zu haben, also für gut ein Drittel des Preises. Der FP10 lohnt sich vor allem für alle, denen sein Design gefällt und die einen Beistelltisch mit eingebautem Luftreiniger suchen, und für Tierhalter, die die Tierwaage reizt. Wer nur bessere Luft will, bekommt sie anderswo günstiger.