Bauknecht MW 427 SL Test
Unser Testergebnis
Unser Test-Fazit
Die Bauknecht MW 427 SL ist eine Kombi-Mikrowelle mit 25 Litern, 800 Watt, Halogengrill, Dampfgaren und Crisp-Funktion. Statt Drehteller verteilt eine bewegliche Antenne unter dem Boden die Energie, dadurch bleibt der Garraum flach und auch eckige Auflaufformen passen hinein. Im Test überzeugt sie mit zuverlässigem Erhitzen im ersten Anlauf, sehr gutem Popcorn, knuspriger TK-Pizza und geführten Programmen, die sogar ans Wenden erinnern. Trotz großem Funktionsumfang bleibt die Bedienung angenehm einfach. Nachteile: Das Gerät ist groß und passt nicht unter jeden Hängeschrank, die mitgelieferte Zange wirkt billig. Ideal als vollwertiges Zweitgerät neben dem Herd.Vorteile
- Crisp macht knusprig TK-Pizza wird unten wirklich kross
- Kein Drehteller Flacher Boden, auch eckige Formen passen
- Einfache Bedienung Viele Programme, trotzdem übersichtlich
- Heizt zuverlässig Milch und Pasta gleich im ersten Anlauf heiß
Nachteile
- Sehr groß Braucht viel Stellfläche in der Küche
- Wackelige Zange Zubehör wirkt billig aus Kunststoff
Preisvergleich
Ausführlicher Testbericht
Bauknecht MW 427 SL im Test: der Allrounder ohne Drehteller
Grill, Crisp-Funktion, Dampfgaren, geführte Programme – und das alles in einem Gerät, in dem sich nichts dreht. Die Bauknecht MW 427 SL war in unserem Vergleich von vier Mikrowellen der heimliche Star: Sie hat sich in keiner einzigen Disziplin eine echte Schwäche geleistet und ist dabei einfacher zu bedienen geblieben als das teuerste Gerät im Feld. Alle vier Kandidaten mussten dieselbe Testreihe durchlaufen: Milch erhitzen, ein Fertiggericht aufwärmen, Popcorn machen, Lachs auftauen, Lautstärke messen, dazu Grillen und Dampfgaren bei den Geräten, die das können.
Groß, aber gut gebaut
Man sollte vor dem Kauf das Maßband herausholen. Die MW 427 SL ist ein Brocken: breit, tief und deutlich höher als eine kompakte Solo-Mikrowelle. In einer kleinen Küchenzeile wird es eng, unter einem Hängeschrank erst recht. Wer wenig Stellfläche hat, ist mit diesem Gerät nicht gut beraten.
Dafür stimmt die Qualität. Das Gehäuse ist aus Metall, die champagnerfarbenen Seitenteile setzen sich gut gegen die schwarze Glasfront ab, und nichts wirkt hier nach billigem Kunststoff. Das Design ist zurückhaltend genug, um in einer modernen Küche nicht als Fremdkörper zu stehen. Auch die Uhrzeit ist in wenigen Sekunden eingestellt, was banal klingt, aber bei mancher Konkurrenz überraschend viel Blättern in der Anleitung kostet.
Warum hier der Drehteller fehlt
Der auffälligste Unterschied zu einer normalen Mikrowelle steckt im Garraum: Es gibt keinen Drehteller. Das ist kein Sparen an der falschen Stelle, sondern eine bewusste Konstruktion – man muss nur verstehen, wofür der Drehteller sonst da ist.
Mikrowellen treffen das Essen nämlich nicht überall gleich stark. Im Garraum entstehen wärmere und kühlere Zonen, und der Drehteller schiebt die Speise langsam durch diese Zonen hindurch, damit am Ende alles annähernd gleich heiß ist. Die Bauknecht löst dieselbe Aufgabe anders: Unter dem Garraumboden bewegt sich die Antenne, welche die Wellen abgibt. Statt das Essen zu drehen, verteilt das Gerät die Energie von unten über den ganzen Boden. Der Hersteller nennt das 3D-System, dahinter steckt aber echte Technik und kein Marketingbegriff.
Der Gewinn ist spürbar. Ohne Drehteller bleibt der Boden komplett flach und damit vollständig nutzbar, sodass auch eine eckige Auflaufform hineinpasst. Bei einem runden Drehteller ist an dieser Stelle Schluss, weil das Geschirr sonst irgendwo anstößt. Und die Reinigung wird einfacher, wenn man nicht erst einen Glasteller und einen Rollring herausnehmen muss.
Viele Funktionen, aufgeräumtes Bedienfeld
Auf dem Bedienfeld steht deutlich mehr, als die meisten Mikrowellen zu bieten haben: Mikro, Grill, Crisp, Kombi, Auftauen, Brot auftauen, Dampf, Automatisches Kochen, Automatische Reinigung, dazu ein leiser Modus, die Uhr und ein Schnellstart. Trotzdem wirkt nichts überladen, weil die Funktionen sauber gruppiert sind und ein Drehrad die Feineinstellung übernimmt. Bei der Bedienung ist die Bauknecht das beste Gerät in unserem Vergleich – und das ausgerechnet als eines der beiden Modelle mit dem größten Funktionsumfang.
Erhitzen: unauffällig gut
Beim Milchtest soll ein Glas auf rund 70 Grad kommen. Die Bauknecht schafft das in 90 Sekunden im ersten Anlauf. Beim Fertiggericht dasselbe Bild: Die Pasta kommt nach der auf der Packung angegebenen Zeit mit 75 Grad heraus, ohne dass wir nachlegen mussten. Klingt unspektakulär, ist es aber nicht. Zwei der vier Geräte im Test brauchten bei genau diesen Aufgaben einen zweiten Durchgang.
Dampfgaren: Brokkoli ohne Topf
Zum Lieferumfang gehört ein Gargefäß mit Deckel, das sich gut anfühlt und in der Anleitung sauber erklärt wird. Die Anwendung ist unkompliziert: etwas Wasser in den Aufsatz, Gemüse hinein, Deckel drauf, Programm wählen. Nach drei bis vier Minuten ist unser Brokkoli gleichmäßig durch und kräftig grün geblieben statt in das matte Graugrün zu kippen, das man von zu lange gekochtem Gemüse kennt. Geschmacklich war das Ergebnis rundum überzeugend.
Für den Alltag ist das mehr wert, als es klingt. Eine Beilage Gemüse ohne Topf, ohne Sieb und ohne einen zweiten Herdplatz spart am Feierabend genau die zehn Minuten, an denen frisches Gemüse sonst scheitert.
Grillen und Crisp: hier wird es interessant
Für den Käsetoast haben wir die Auto-Cook-Funktion genutzt, die einen Schritt für Schritt durch das Rezept führt und sogar daran erinnert, wann der Toast gewendet werden muss. Das Ergebnis schmeckt gut und ist leicht zu erreichen. Ein Tipp aus dem Test: Den Käse erst nach ein paar Minuten Grillzeit auflegen, sonst wird er oben ziemlich dunkel.
Richtig spannend wird es bei der TK-Pizza. Die Crisp-Funktion klingt auf den ersten Blick nach Heißluftfritteuse, funktioniert aber anders: Eine spezielle Crisp-Platte heizt sich stark auf und macht den Pizzaboden von unten knusprig, während der Grill den Käse oben bräunt. Das Ergebnis war unten knusprig und oben gleichmäßig gebräunt, also genau das, woran eine gewöhnliche Mikrowelle scheitert, weil sie den Boden weich und labberig zurücklässt.
Zum Herausholen der heißen Platte liegt eine Zange bei, was praktisch mitgedacht ist. Sie besteht allerdings nur aus Kunststoff und fühlt sich neben dem massiven Gerät etwas nach Spielzeug an.
Popcorn, Auftauen und Lautstärke
Beim Popcorn liefert die Bauknecht das beste Ergebnis des gesamten Vergleichs: gleichmäßig gepoppt, praktisch alle Körner aufgegangen, nichts angebrannt. Das Auftauen des Lachsfilets läuft ebenso problemlos, und auch hier erinnert das Gerät daran, wann gewendet werden muss – ein kleines Detail, das die tatsächliche Trefferquote spürbar erhöht.
Mit 58 dB liegt sie bei der Lautstärke im guten Mittelfeld. Sie ist nicht die leiseste Maschine im Test, aber weit entfernt davon, in einer offenen Wohnküche zu stören.
Fazit: das beste Gesamtpaket im Vergleich
Die Bauknecht MW 427 SL leistet sich in unserem Test kaum eine Schwäche. Sie erhitzt zuverlässig im ersten Anlauf, macht das beste Popcorn, gart Gemüse unkompliziert, bräunt eine TK-Pizza dank Crisp-Platte wirklich knusprig und führt den Nutzer dabei geduldig durch die Programme. Dass sie trotz dieses Funktionsumfangs die einfachste Bedienung unter den Kombigeräten bietet, ist ihre eigentliche Leistung.
Abstriche muss man bei der Größe machen: Das Gerät ist groß und klobig und passt nicht in jede Küche. Die beiliegende Zange hätte robuster ausfallen dürfen. Wer diese beiden Punkte verschmerzen kann, bekommt hier unseren Testsieger und unsere Empfehlung für alle, die eine Mikrowelle als vollwertiges Zweitgerät neben dem Herd einsetzen wollen.